
Nach einem frühen Rückstand spielt sich die U23 des SV Todesfelde in einen regelrechten Rausch und sichert sich mit einem deutlichen Heimsieg den Verbleib in der Landesliga Holstein. Trainer Sebastian Fojcik spricht von einer „völlig verdienten“ Rettung, während Jörg Zenker beim TuS Hartenholm einen Auftritt weit unter dem gewohnten Niveau sieht.
Der Jubel kannte am Sonnabend im JODA Sportpark keine Grenzen mehr. Mit einem furiosen 6:1-Erfolg gegen den TuS Hartenholm hat die U23 des SV Todesfelde den Klassenerhalt in der Landesliga Holstein perfekt gemacht und sich nach einer Saison voller Anspannung eindrucksvoll belohnt. Noch lange nach dem Abpfiff feierten Spieler, Trainerteam und Zuschauer gemeinsam einen Abend, der für den Verein weit mehr bedeutete als nur drei Punkte.
Dabei hatte die Partie zunächst denkbar ungünstig begonnen. Bereits nach sechs Minuten brachte Blerim Bara die Gäste aus Hartenholm in Führung. Kurzzeitig lag die Nervosität förmlich in der Luft – auch Trainer Sebastian Fojcik beobachtete eine verunsicherte Anfangsphase bei seiner Mannschaft. „Es ist eigentlich Wahnsinn, dass wir die Saison in der Heimtabelle auf Platz zwei und in der Rückrundentabelle auf Rang vier abschließen, zu keinem Zeitpunkt auf einem Abstiegsplatz standen und trotzdem bis zum letzten Spieltag zittern mussten“, sagte Fojcik später. „Umso glücklicher sind wir natürlich, dass wir die Saison jetzt mit dem Klassenerhalt erfolgreich beendet haben.“
Der frühe Rückstand wirkte bei den Gastgebern letztlich eher wie ein Weckruf. Nach rund einer Viertelstunde übernahm Todesfelde zunehmend die Kontrolle und spielte sich vor 243 Zuschauern in einen bemerkenswerten Rhythmus. „In den ersten zehn bis fünfzehn Minuten hat man unserer Mannschaft die Nervosität noch angemerkt“, erklärte Fojcik. „Danach haben wir aber die Kontrolle übernommen, richtig guten Fußball gespielt und unsere Stärken auf den Platz gebracht – vor allem im Kombinationsspiel, im Tempo und in den Entscheidungen nach vorne.“
Vor allem Dennis Studt leitete die Wende ein. Mit seinem Doppelschlag in der 19. und 29. Minute drehte der Angreifer die Partie zugunsten der Gastgeber. Als Jakob Friedrichs wenig später auf 3:1 erhöhte, war die Begegnung bereits klar in Richtung des SVT gekippt. Kurz vor der Pause traf zudem Lasse Schwiemann zum 4:1 und sorgte endgültig für ausgelassene Stimmung auf den Rängen.
Auch nach dem Seitenwechsel ließ Todesfelde nicht nach. Schwiemann erhöhte mit seinem zweiten Treffer auf 5:1, ehe Elias Jung in der 67. Minute den Schlusspunkt setzte. Fojcik zeigte sich beeindruckt davon, wie konzentriert seine Mannschaft trotz der Tabellenkonstellation geblieben war. „Am Ende gewinnen wir hochverdient mit 6:1 und sichern uns absolut verdient den Klassenerhalt“, sagte der Trainer. „Besonders wichtig war uns dabei, nur auf uns zu schauen und uns nicht mit den Ergebnissen auf den anderen Plätzen zu beschäftigen. Das hat die Mannschaft über die gesamte Spielzeit hervorragend umgesetzt.“
Mit dem Sieg beendet der SV Todesfelde II die Saison punktgleich mit dem TuS Hartenholm auf Rang elf. Dass die U23 auch in der kommenden Spielzeit in der Landesliga vertreten sein wird, erfüllt den Trainer mit besonderem Stolz. „Wir sind überglücklich, auch in der kommenden Saison mit unserer U23 weiter Landesliga-Fußball in Todesfelde anbieten zu können“, betonte Fojcik. „Heute wird gemeinsam gefeiert – und das völlig verdient.“
Auf der Gegenseite fiel die Analyse deutlich ernüchternder aus. Jörg Zenker sah einen Auftritt seiner Mannschaft, der nur wenig mit den starken Wochen zuvor zu tun hatte. „Obwohl das Spiel mit dem 1:0 und einer Großchance aufs 2:0 in unsere Richtung lief, haben wir heute viel von dem vermissen lassen, was uns in der Rückrunde ausgezeichnet und erfolgreich gemacht hat“, erklärte der Trainer des TuS Hartenholm. Besonders deutlich sei gewesen, welches Team die größere Entschlossenheit an den Tag gelegt habe: „Von außen war deutlich zu erkennen, für welche Mannschaft es ein Endspiel war.“
Zenker machte seiner Mannschaft dabei keinen grundsätzlichen Vorwurf, ordnete die Niederlage aber klar ein. „Um hier und heute etwas mitzunehmen, waren wir viel zu weit weg von 100 Prozent – und die muss der TuS einbringen, wenn er bestehen will.“ Gleichzeitig verlor der Coach trotz des deutlichen Ergebnisses nicht den Blick für das Gesamtbild der vergangenen Monate. „Trotzdem sind wir stolz auf unsere Rückrunde und dass wir auch im nächsten Jahr in der Landesliga spielen dürfen“, sagte Zenker. „Wir freuen uns darauf und gehen jetzt in die wohlverdiente Sommerpause.“
SV Todesfelde II – TuS Hartenholm 6:1
SV Todesfelde II: Jan Malte Skubowius, Johannes Willebrand, Julian Holz (82. Sam Alparslan Puranaci), Lasse Schwiemann, Maximilian Aberger, Elias Jung, Tobias Reichl, Paul Rieseler, Jakob Friedrichs (77. Nic Henri Jeske), Dennis Studt (71. Jannis Gliem), Cornel Josef Barlikowski (82. Tim-Niklas Schmidt) - Trainer: Sebastian Fojcik
TuS Hartenholm: Lukas Noel Franz, Robert Hendrik Wasner, Jan-André Sievers (69. Alaeddine Nasri), Hendrik Wehde, Sabri Nasri, Paul Gehrmann, Miguel Patrick Marcus (46. Marcio Alberto Teixeira Mateus), David Octavio Teixeira Mateus (50. Santino Montell Laubinger), Maximilian Kokot (46. Alban Velija), Christ Noah Foli, Timo Malte Novak (1. Blerim Bara) - Trainer: Jörg Zenker
Schiedsrichter: Laurin Ole Niemann - Zuschauer: 243
Tore: 0:1 Blerim Bara (6.), 1:1 Dennis Studt (19.), 2:1 Dennis Studt (29.), 3:1 Jakob Friedrichs (34.), 4:1 Lasse Schwiemann (43.), 5:1 Lasse Schwiemann (60.), 6:1 Elias Jung (67.)