2026-03-25T14:09:28.761Z

Allgemeines

Todenbüttel kassiert bittere 2:3 Heimpleite gegen Wilster

von Olaf Wegerich · Gestern, 22:08 Uhr · 0 Leser
Torge Sievers (Alemannia Wilster) im Zweikampf mit Flugeinalge.
Torge Sievers (Alemannia Wilster) im Zweikampf mit Flugeinalge. – Foto: Ulf Güstrau

Leistungssteigerung nach der ernüchternden 0:6-Niederlage im Nachholspiel beim SV Wasbek am Dienstagabend gab es im Heimspiel gegen den Tabellendritten SV Alemania Wilster eine bittere 2:3 (1:0)-Heimniederlage zu verdauen. Dabei kassierten die Gastgeber in Unterzahl – nach einer Ampelkarte gegen Maxi Lüdtke – noch zwei späte Gegentore und gingen als Verlierer vom Platz. Damit wartet der Aufsteiger, der gerade eine kleine Durststrecke durchlebt, seit 8 Spielen auf einen Sieg, hält aber bei nur 7 verbleibenden Spielen weiterhin den 12. Platz, der am Ende für den Klassenerhalt reichen würde. Der neue Tabellendritte SV Alemania Wilster darf sich nach dem Auswärtserfolg – auch dank der zweitstärksten Abwehrreihe der Liga hinter Spitzenreiter Nortorf – weiterhin leise Hoffnungen auf den Relegationsrang, der zu den Aufstiegsspielen in die Landesliga führt, machen, denn die Mannschaft von Trainer Andre Wiechmann hat noch zwei Nachholspiele zu bestreiten.

In einem guten Verbandsligaspiel übernahmen zunächst die Gäste aus Wilster die Initiative und waren vor allem bei Eckbällen brandgefährlich. Dabei zeigten sich die Gastgeber diesmal deutlich kompakter, als es noch in Wasbek der Fall war.

Lasse Holling verpasst die frühe Führung

Mit etwas Glück hätten die Hausherren bei einer Eins-gegen-eins-Situation – gut vorbereitet von Ole Hansen – als Lasse Holling am Gästetorhüter Tim Granow scheiterte, sogar schon früh in Führung gehen können.

Danach ist in einer insgesamt sehr ausgeglichenen ersten Hälfte mit einem leichten Chancenplus für die Gastgeber kaum ein Unterschied zwischen dem Spitzenteam aus Wilster und dem Aufsteiger aus Todenbüttel zu erkennen.

Doch dann schlagen die zuletzt oft so glücklos agierenden Gastgeber mit einem Doppelschlag kurz vor und unmittelbar nach dem Seitenwechsel eiskalt zu.

Todenbüttel mit Doppelschlag – Lüdtke und Zauter treffen

Nach einem Einwurf ist Maximilian Lüdtke (45.) zur Stelle und bringt Todenbüttel unmittelbar vor dem Pausenpfiff in Führung.

Direkt nach dem Wiederanpfiff gelingt es Fenn-Ole Zauter (46.), sogar einen zweiten Treffer für die Gastgeber nachzulegen. „Beim ersten Tor hatten wir einen Fehler im Aufbau und beim zweiten Treffer für die Heimmannschaft hatten wir ein Abstimmungsproblem bei einer Flanke“, sagte Gästetrainer Andre Wiechmann zur Entstehung der beiden Gegentore.

Artchakov mit dem Anschlusstreffer

Doch der neue Tabellendritte – der von der 0:2-Niederlage des SV Wasbek beim SV BW Wesselburen profitierte – zeigte sich in der zweiten Hälfte deutlich zielstrebiger und entschlossener. In der 54. Minute köpfte Islam Artchakov nach einem Freistoß von Felix Schlüter den Anschlusstreffer.

Lüdtke sieht Ampelkarte – Trainer nimmt Schuld auf sich

Dann die aus Sicht der Gastgeber das Spiel maßgeblich beeinflussende Situation: „Maxi“ Lüdtke wurde nach wiederholtem Foulspiel von Schiedsrichter Jonas Rood mit einer Ampelkarte des Feldes verwiesen, und es kam zu einem Kommunikationsproblem zwischen Trainer und Mannschaft.

Torwart Yannick Holtz (GW Todenbüttel) faustet den Ball weit aus der Gefahrenzone weg.
Torwart Yannick Holtz (GW Todenbüttel) faustet den Ball weit aus der Gefahrenzone weg. – Foto: Ulf Güstrau

Eine Hinausstellung, die Trainer Eike Schneider auf seine Kappe nimmt und so erklärt: „Ich mache im Prinzip einen Wechselfehler und nehme Ole Hansen runter, weil ich verstanden habe, dass er sofort runter muss. Er meinte aber, dass ‚Maxi‘ sofort runter musste, und dreißig Sekunden später fliegt ‚Maxi‘ dann mit Gelb-Rot runter. Das war natürlich total dumm.“

Viele Karten

In der Folge wurde das Spiel immer hektischer, und die Gäste übernahmen in Überzahl zunehmend das Kommando. Das spiegelte sich auch in einer Vielzahl von gelben Karten wider, die Schiedsrichter Jonas Rood – fünf gegen Todenbüttel und nur zwei gegen Wilster – aus Sicht der Gastgeber recht unausgewogen verteilte. „Da fehlte ihm das Fingerspitzengefühl“, haderte Heimcoach Eike Schneider.

Mit einem Mann mehr auf dem Platz ergaben sich nun deutlich mehr Lücken, und Wilster erspielte sich weitere Chancen durch Plötz, Döring und Appel, die aber ungenutzt blieben.

Doppelschlag von Wilster dreht das Spiel

Ebenfalls mit einem Doppelschlag binnen drei Minuten drehten die Gäste in der wilden Schlussphase das lange Zeit hart umkämpfte Spiel in ihre Richtung.

Nico Tobias musste in der 81. Minute nur noch den Fuß hinhalten nach einem Querpass vom kurz zuvor eingewechselten Jörn Beckmann. Doch mit dem 2:2 war Gästetrainer Andre Wiechmann nicht zufrieden. „Wir gingen weiter volles Risiko mit nur noch zwei Verteidigern“, so der Coach der Alemania, und der Offensivdrang wurde dann in der 84. Minute belohnt. Tim Ole Appel traf nach einem Querpass von Dustin Döring zum 3:2 für die Gäste.

Gegen kräftemäßig nachlassende Gastgeber hatte Plötz noch die Chance auf einen vierten Treffer, aber er scheiterte am aufmerksamen Yannick Holtz im Tor der Gastgeber. So standen die Gastgeber trotz einer lange Zeit ganz starken Leistung am Ende wieder einmal mit leeren Händen da und schlichen wie begossene Pudel vom Platz.

Stimmen zum Spiel

Trainer Andre Wiechmann (SV Alemania Wilster): Am Ende ist der Sieg für uns in Ordnung, da wir in der gesamten zweiten Halbzeit Druck gemacht und noch einige gute Chancen liegen gelassen haben.

Trainer Eike Schneider (SV GW Todenbüttel): Wenn wir das Spiel mit 11 Mann zu Ende bringen, dann gewinnen wir das Spiel, und so ist es halt: Der Trainer verliert. Im Moment sind wir jetzt im Strudel drin, da müssen wir uns jetzt raus kämpfen und neue Gedanken fassen.