
Der Titelverteidiger ist raus: SSV Jeddeloh II hat im Viertelfinale des Niedersachsenpokals mit 0:1 gegen die FSV Schöningen verloren. In einer über weite Strecken ausgeglichenen Partie machte ausgerechnet Ayhan Cankor den Unterschied. Der eingewechselte Offensivspieler traf in der 77. Minute aus spitzem Winkel und schoss die FSV damit erstmals seit vier Jahren wieder ins Halbfinale.
Schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen musste sich Jeddeloh damit auf eigenem Platz gegen Schöningen geschlagen geben. Am 1. Spieltag der Regionalliga Nord hatte die FSV mit 2:0 gewonnen – damals hatte Cankor ebenfalls getroffen. Im Pokal reichte dem Tabellenzweiten diesmal ein einziges Tor.
Dabei verlief die Anfangsphase zunächst ohne große Möglichkeiten. Beide Mannschaften leisteten sich Ungenauigkeiten, viele Duelle spielten sich zwischen den Strafräumen ab. Nach rund einer Viertelstunde bot sich Schöningen die erste große Gelegenheit. Jordi Njoya war nach einem langen Ball auf dem Weg zum Tor, ehe Jeddelohs Schlussmann Thure Oscar Fengler, der anstelle von Moritz Onken begann, weit aus seinem Strafraum kam und den Angreifer entscheidend störte.
Jeddeloh übernahm anschließend zunehmend die Spielkontrolle, fand gegen die Gästeabwehr aber nur selten den entscheidenden Weg zum Tor. Aus der Distanz versuchte es Robin Krolikowski, ohne das Gehäuse zu treffen. Deutlich gefährlicher wurde es in der 39. Minute: Nach einem schnellen Angriff kam Tim Janßen zum Abschluss, doch Julian Weigel klärte den Ball kurz vor der Linie.
Kurz vor der Pause hätte stattdessen Schöningen zuschlagen können. Njoya ließ im Strafraum seinen Gegenspieler stehen und kam zum Abschluss, scheiterte aber an Fengler. So blieb es nach einer ersten Hälfte mit wenigen klaren Chancen beim 0:0.
Nach dem Seitenwechsel bekam der Titelverteidiger seine große Gelegenheit zur Führung. Tom-Julian Kanowski bediente nach einem Konter den mitgelaufenen Haris Hyseni, der plötzlich frei vor Schöningens Torhüter Justin Kick auftauchte. Hyseni entschied sich für einen Lupfer, setzte den Ball in der 57. Minute jedoch rechts am Tor vorbei.
Die vergebene Chance sollte sich rächen. Denn auch danach gelang es Jeddeloh nicht, aus seinen Spielanteilen genügend Gefahr zu erzeugen. Schöningen stand kompakt und wartete auf seine Möglichkeit – und die kam eine Viertelstunde vor Schluss.
Kapitän Robin Kölle schickte den eingewechselten Cankor über die rechte Seite. Der Joker zog in den Strafraum und schloss aus spitzem Winkel wuchtig ab. Der Ball flog an Fengler vorbei ins linke obere Eck – 0:1 in der 77. Minute.
Jeddeloh blieben noch rund 13 Minuten plus Nachspielzeit, um das Pokal-Aus abzuwenden. Der Titelverteidiger suchte die Antwort, fand gegen die konzentriert verteidigende FSV aber keine entscheidende Lücke mehr. Schöningen brachte den knappen Vorsprung über die Zeit und beendete damit Jeddelohs Hoffnung auf eine erfolgreiche Titelverteidigung.
Für die FSV bedeutet der Erfolg zugleich die Rückkehr ins Halbfinale nach vier Jahren. Zuletzt hatte Schöningen in der Saison 2022/23 die Vorschlussrunde erreicht. Damals endete die Pokalreise nach einem 1:2 gegen den SC Spelle-Venhaus.
Neben Schöningen stehen bereits BSV Kickers Emden und SV Meppen als Halbfinalisten fest. Emden setzte sich mit 4:2 beim SV Drochtersen/Assel durch, Meppen gewann sein Viertelfinale gegen den HSC Hannover mit 1:0. Der letzte Teilnehmer wird am 26. September zwischen dem VfB Oldenburg und Drittligist TSV Havelse ermittelt. Die Halbfinalpaarungen werden anschließend im Oktober ausgelost.
SSV Jeddeloh – FSV Schöningen 0:1
SSV Jeddeloh: Thure Fengler, Tom-Julian Kanowski (84. Moritz Brinkmann), Philip Gramberg, Gazi Siala (87. Ole Böttcher), Niklas-Leon von Aschwege, Tim Janßen, Robin Krolikowski, Hugo Brandes (77. Keita Taguchi), Kamer Krasniqi, Ismail H'Maidat, Haris Hyseni - Trainer: Kristian Arambasic
FSV Schöningen: Justin Kick, Dimitar Milushev, Julian Weigel (81. Christian Skoda), Tom-Luca Winter (63. Ayhan Cankor), Luca Biagio Marino, Federico Palacios (81. Ben Fuchs), Luca Horn, Robin Kölle, Niklas Brandt (90. Lucas Arnold), Jordi Njoya (63. Max Klump), Moussa Doumbouya - Trainer: Christian Benbennek
Schiedsrichter: Mika Jungclaus
Tore: 0:1 Ayhan Cankor (77.)