2026-03-13T07:45:35.464Z

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Thomas von Kuczkowski: Die Geschichte hinter der Verlängerung

Die SG Kessel/Ho-Ha führt die Tabelle in der Kreisliga B an und kämpft um den Aufstieg. Trainer Thomas von Kuczkowski bleibt – ein wichtiges Signal im Titelrennen. Aber wie liefen die Verhandlungen wirklich ab – und warum hat der Coach noch eine tiefe Sorgenfalte?

von RP / Christian Cadel · Heute, 14:30 Uhr · 0 Leser
Thomas von Kuczkowski verlängert bei der SG
Thomas von Kuczkowski verlängert bei der SG – Foto: T. Möller

Die SG Kessel/Ho-Ha liegt in der Kreisliga B Kleve/Geldern weiter auf Aufstiegskurs – doch im enorm spannenden Titelrennen zählt jeder Punkt. Während der Verfolger SV Bedburg-Hau dicht dranbleibt, hat der Verein jetzt eine wichtige Entscheidung getroffen: Trainer Thomas von Kuczkowski bleibt auch in der kommenden Saison an Bord. Doch was bedeutet diese Verlängerung wirklich? Der Coach spricht offen darüber, was ihn trotz der guten Perspektive weiterhin umtreibt und wie er seine nahe Zukunft sieht?

Warum die Verlängerung für die SG Kessel Ho-Ha so wichtig ist

Seit der Saison 2022/23 betreut Thomas von Kuczkowski die erste Mannschaft der SG Kessel/Ho-Ha. Im Sommer geht der 53-Jährige in seine fünfte Spielzeit. Obmann Bernd van de Pasch freut sich. „Thomas erfindet sich immer wieder neu. Man merkt, dass er früher höherklassige Mannschaften trainiert hat“, sagt er.

Vor allem ein Punkt spricht für „Kucze“. „Er kann die Mannschaft sehr gut motivieren. Das Training ist top, auch seine Ansprachen vor einem Spiel sprechen für sich“, sagt der Obmann. Die Vereinsverantwortlichen hatten sich im Vorfeld auch ein Feedback aus der Mannschaft eingeholt. Und das war ausschließlich positiv. Ein Beweis dafür: Die Trainingsbeteiligung ist jede Woche sehr hoch.

„Daher gab es auch überhaupt keine Bedenken. Wir wollten die Vertragsverlängerung mit Thomas von Anfang an. Er hat um eine kurze Bedenkzeit gebeten und dann zugesagt“, sagt Bernd van de Pasch. Ihm und seinen Mitstreitern war es wichtig, weiter auf Kontinuität zu setzen. Denn die Spielgemeinschaft will in die Kreisliga A aufsteigen. „Die Chancen sind gut. Aber es ist noch ein langer Weg. Wir haben mit Christian Auclair den besten Torwart der Liga und auch eine stabile Abwehr. Einziges Problem ist noch die Offensive“, sagt der Obmann.

Die Offensive bereitet dem Trainer noch Sorgen

Einen klassischen Knipser hat die Mannschaft nicht. Zwar gewinnt die SG Kessel/Ho-Ha ihre Spiele regelmäßig, deutliche Siege sind aber eher selten. Sorgen macht sich Bernd van de Pasch deshalb nicht. Er vertraut auf die Qualitäten der Mannschaft und des Trainers.

Auch Thomas von Kuczkowski peilt den Aufstieg an. „Wenn man schon die Möglichkeit hat, dann will man sie auch nutzen“, sagt er. Anders als Bernd van de Pasch sieht „Kucze“ das Offensivproblem aber doch als potenzielle Gefahr, „wenn wir nicht aufpassen“, wie er sagt. „Uns fehlt in engen Duellen ein Spieler mit einer genialen Idee. Daher müssen wir das als Kollektiv kompensieren.“ Bislang funktioniere das gut. Aber wer weiß, wie lange noch.

Welche Faktoren von Kuczkowskis Entscheidung beeinflusst haben

Aber warum geht Thomas von Kuczkowski nun in die fünfte Saison beim (Noch)-B-Ligisten SG Kessel/Ho-Ha, wo er doch in der Vergangenheit schon hochklassige Teams wie den 1. FC Kleve, SV Sonsbeck oder die SV Hönnepel-Niedermörmter in der Ober- und Landesliga trainiert hat? Ganz einfach: „Ich fühle mich hier pudelwohl“, sagt der 53-Jährige. Die Spielgemeinschaft sei das Ergebnis zweier gut geführter Vereine. Der Trainer habe sich die Frage, ob er gehen möchte, auch gar nicht gestellt.

Und wie sieht er seine eigene Zukunft als Trainer? Höherklassige Vereine kommen für ihn derzeit überhaupt nicht infrage. „Ich habe damals bewusst den Schritt gewählt, einen Gang runterzuschalten, um mehr Zeit für die Familie und auch für mich zum Reflektieren zu haben“, sagt von Kuczkowski. Daher ging er 2020 zum damaligen B-Ligisten SV Grieth und blieb dort drei Jahre, ehe der Ruf der SG Kessel/Ho-Ha folgte.

Ob irgendwann noch einmal ein höherklassigeres Team für ihn infrage kommt, hänge von zwei Faktoren ab: „Ein Angebot müsste vorliegen und ich müsste wechselwillig sein. Und das bin ich derzeit überhaupt nicht“, sagt von Kuczkowski.