
Die mangelnde Balance zwischen Defensive und Offensive hatte Daniel Marschalk vor seinem 300. Pflichtspiel für die Sportfreunde Uevekoven als Hauptproblem seiner Mannschaft ausgemacht. Und der Trainer des Landesliga-Aufsteigers sollte im Heimspiel gegen Germania Teveren einen weiteren Beleg geliefert bekommen, dass seine These stimmt. Mit 1:3 verloren die Sportfreunde und kassierten dabei die beiden entscheidenden Gegentreffer in Überzahl.
„Es ist ernüchternd, dass wir schon wieder verloren haben“, befand Jubilar Marschalk. Tatsächlich hatte sein Team eigentlich alle Trümpfe in der Hand: In Überzahl ging es beim Stand von 1:1 in die Schlussphase, in der die Gäste allerdings zweimal eiskalt zuschlugen. Und der Fußballgott war bei zwei Aluminiumtreffern auch nicht auf Seiten der Sportfreunde. Aber der Reihe nach: Uevekoven hatte die erste Chance, nach Pass von Nico Czichi zog Rechtsaußen Lukas Köllermeyer nach innen und zog ab, Niklas Aretz im Teverener Tor parierte mit dem Fuß (7.).
Es entwickelte sich ein Spiel mit viel Ballbesitz für die Gäste, die gegen tiefstehende Sportfreunde aber kaum zu Torchancen kamen. Uevekoven spielte schnörkelloser, oft initiierte Joshua Holtby mit langen Bällen die Angriffe. Czichi (28./29.) und Köllermeyer (32.) schlossen entweder zu ungenau ab oder scheiterten an Aretz. Teveren war deutlich effizienter: Patrick Rubaszewski legte den Ball in den Rücken der Abwehr, Ayoub Ougandou zog bis zur Grundlinie und fand mit seinem Querpass Mittelstürmer Yannik Voussen, der keine Mühe hatte, zum 1:0 einzuschieben (42.).
Eine ganz ähnliche Situation führte nach der Pause zum Ausgleich. Czichi bediente Holtby, aber Uevekovens Spielgestalter suchte nicht wie Ougandou den nächsten Mitspieler, sondern zog nach innen und setzte den Ball präzise durch die Beine von Aretz zum Ausgleich ins Netz (51.). Die Zuschauer sahen jetzt ein anderes Spiel. Uevekoven ließ Teveren jetzt nicht mehr das Spiel machen, sondern verwickelte die Gäste in einen offenen Schlagabtausch. Gästecoach Sebastian Wirtz reagierte und brachte mit Jan Bach und Olaife Orolade zwei erfahrene Stammkräfte von der Bank (58.).
Es folgten hektische Minuten. Holtby setzte einen Freistoß aus knapp 17 Metern an die Latte (69.). Sekunden später kam es zu einem Gerangel, am Ende der unübersichtlichen Situation verwies der Schiedsrichter den eingewechselten Jan Bach des Feldes (70.). Aber statt die Überzahl zu nutzen und den zweiten Heimsieg der Saison einzufahren, ließen sich die Sportfreunde überrumpeln und liefen in einen Konter. Den schloss der aufgerückte Finn Franck mit einem wunderbaren Linksschuss ins lange Eck ab, Teveren führte erneut (76.).
Wieder legte Holtby sich den Ball zum Freistoß zurecht. Diesmal wählte er nicht die Torwartecke, sondern zirkelte die Kugel über die Mauer an den linken Außenpfosten, das zweite Alu-Pech des Nachmittages. Der war endgültig gebraucht, als Teveren mit dem 3:1 den Deckel draufmachte. Eine Freistoßflanke von Taofeek Idowu war 50 Meter in der Luft, trotzdem kam der eingewechselte Luis Seferens völlig frei zum Kopfball. Den entschärfte Sportfreunde-Keeper Patrick Wiesen noch, den Nachschuss drückte Seferens zum Endstand über die Linie (88.). „Wir haben ein bisschen kopflos auf das zweite Tor gedrängt, das war gar nicht nötig“, fasste Marschalk die Schlussphase zusammen. Wirtz freute sich über die Moral seiner Mannschaft. „Die Mannschaft hat nach der Roten Karte Mentalität bewiesen und bis auf die Freistöße nichts mehr zugelassen“, sagte der Germania-Coach nach dem zweiten Sieg in Folge.
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