
Die ersten 15 Minuten hätten dem Derby durchaus eine andere Richtung geben können. Nordholm begann in Sarzbüttel aggressiv, presste hoch und setzte den Spitzenreiter früh unter Druck. TenSar-Trainer Matthias Langhans räumte anschließend ein, dass seine Mannschaft in dieser Phase auch einem Rückstand hinterherlaufen hätte können.
Dass es dazu nicht kam, lag unter anderem an Jan Henrik Zöllmer. Der TenSar-Torhüter entschärfte nach Einschätzung seines Trainers zwei bis drei gefährliche Situationen und hielt die Gastgeber damit im Spiel.
Danach änderte sich das Bild grundlegend.
TenSar stellte sich besser auf das Nordholmer Pressing ein, gewann zunehmend die wichtigen Zweikämpfe und übernahm die Kontrolle. In der 19. Minute folgte die Führung: Nach einer Ecke setzte sich Splinter durch und köpfte zum 1:0 ein.
Langhans sah in der Szene einiges von dem, was seine Mannschaft an diesem Nachmittag auszeichnete. Mehrere Nordholmer seien zu Boden gegangen, während Splinter mit Entschlossenheit zum Ball gegangen sei. „Der Wille war bei uns über 90 Minuten zu erkennen“, hob der TenSar-Coach hervor.
Nur neun Minuten später legten die Gastgeber nach. Jesper Siebke erzielte in der 28. Minute das 2:0. Auch der zweite Treffer entstand nach Angaben des Vereins aus einer Standardsituation.
Nordholm hatte nun große Probleme, den Zugriff aus der Anfangsphase wiederzufinden. TenSar verteidigte kompakt und schaltete nach Ballgewinnen schnell um. Vor der Pause boten sich sogar Möglichkeiten für eine höhere Führung. Nick Sievers hatte Chancen auf weitere Treffer, einmal rettete Nordholms Torhüter Markus Krämer, in einer anderen Situation klärte Daniel-Patrick Franz noch entscheidend.
Mit dem 2:0 ging es in die Kabinen.
Nach der Pause setzte sich das Bild fort. Nordholm hatte zwar Ballbesitzphasen und versuchte, über den eigenen Spielaufbau zurück in die Partie zu kommen, entwickelte im letzten Drittel aber kaum noch Gefahr.
Stechemesser fand dafür hinterher deutliche Worte. Seine Mannschaft sei „überhaupt nicht in unser Spiel und unsere Abläufe“ gekommen und habe nahezu alles vermissen lassen. „Leider haben wir am Samstag unsere schlechteste Saisonleistung gezeigt“, bilanzierte der Co-Trainer.
Besonders mit dem Ball fehlte ihm die nötige Präzision. Nordholm habe zu unsauber agiert und den Gegner dadurch kaum vor Probleme gestellt. Gleichzeitig seien die Abstände gegen den Ball zu groß gewesen.
TenSar nutzte genau diese Schwächen.
In der 72. Minute war erneut Splinter zur Stelle und erhöhte mit seinem zweiten Treffer auf 3:0. Damit war das Derby praktisch entschieden.
Langhans gefiel vor allem, dass seine Mannschaft auch nach der komfortablen Führung nicht nachließ. TenSar gewann weiterhin zweite Bälle, blieb zweikampfstark und spielte zielstrebig nach vorne. Selbst eine Gelb-Rote Karte in der Schlussphase änderte daran nichts.
In Unterzahl gelang sogar noch der vierte Treffer. Der kurz zuvor eingewechselte Tim Ritters traf in der 81. Minute zum 4:0 und setzte den Schlusspunkt unter einen deutlichen Derbysieg.
Für Langhans war die Intensität seiner Mannschaft entscheidend. Das Derby sei trotz einer kleineren Reiberei insgesamt fair geblieben, seine Spieler hätten den besonderen Charakter der Begegnung aber von Anfang bis Ende angenommen.
Der Trainer zeigte sich zudem beeindruckt davon, wie sein Kader die derzeitigen Ausfälle auffängt. Mehrere Stammkräfte stehen teilweise langfristig nicht zur Verfügung, darunter auch der schwer am Knie verletzte Timo Hinrichs. Trotzdem funktioniere die Mannschaft weiterhin.
„Ich bin wahnsinnig stolz auf die Truppe, was sie Woche für Woche abruft“, unterstrich Langhans. Jeder Spieler, der nachrücke, erledige seine Aufgabe.
Stechemesser stellte den verdienten Ausgang der Partie derweil nicht infrage. TenSar habe seine eigenen Stärken „nahezu in Perfektion“ genutzt. Mit der Nordholmer Leistung wäre nach seiner Einschätzung an diesem Wochenende gegen keinen Gegner der Liga etwas zu holen gewesen. Sein knappes Fazit: „Wir sind alles schuldig geblieben.“
Die Tabelle unterstreicht die derzeit unterschiedlichen Entwicklungen. TenSar hat sechs seiner sieben Saisonspiele gewonnen und führt mit 18 Punkten die Liga an. Bemerkenswert ist vor allem die Defensive: Nach sieben Begegnungen stehen lediglich zwei Gegentreffer zu Buche. Der Vorsprung auf die SG Norderhamme beträgt mittlerweile fünf Punkte.
Nordholm rutscht dagegen mit neun Zählern auf Rang acht ab. Nach dem späten 2:1 gegen die SG Oldenswort/Witzwort eine Woche zuvor folgte nun ein deutlicher Rückschlag.
Für TenSar war es hingegen der nächste Beweis, dass der starke Saisonstart längst mehr als eine Momentaufnahme ist. Vor einer derbywürdigen Kulisse von knapp 200 Zuschauern machte der Tabellenführer nach schwierigen ersten Minuten deutlich, warum er derzeit ganz oben steht.
SG TenSar 17 – SG Nordholm 4:0
SG TenSar 17: Jan Henrik Zöllmer, Florian Wirschun, Kristian Lenz, Dustin Döhren, Jesper Siebke, Moshe Bo Franke, Alexander Splinter, Nico Anthony (86. Broder Volkert Busch), Malek Tiessen, Kevin Schlosky (74. Tim Ritters), Nick Sievers (77. Finn Bosse) - Trainer: Matthias Langhans
SG Nordholm : Markus Krämer, Peer-Mattis Haulsen (81. Hagen Moldenhauer), Luis Matthiesen, Jesko Witt (77. Enrico Luciano Wenkel), Steven Nigel Kriegel (46. Quentin Taugerbeck), Noah Dehn, Noah Scott Hell, Daniel-Patrick Franz, Nils-Boje Schwandke (58. Stian Andre Zajaczek), Mats Jensen, Oke Mathis Reimers - Trainer: Markus Krüger
Schiedsrichter: Klaus Zornig
Tore: 1:0 Alexander Splinter (19.), 2:0 Jesper Siebke (28.), 3:0 Alexander Splinter (72.), 4:0 Tim Ritters (81.)