2026-01-09T09:36:09.492Z

Halle
Der FSV Tarforst verteidigte seinen Titel aus dem Vorjahr.
Der FSV Tarforst verteidigte seinen Titel aus dem Vorjahr. – Foto: Andreas Arens

Tarforster Sieg und Freude über Bayern-Trikot

Die meisten Mannschaften sind noch gar nicht in die Wintervorbereitung gestartet. Dennoch gingen sie beim Hallenfußballturnier zugunsten der Lebenshilfe in Konz bereits in die Vollen. Im Mittelpunkt stand das Kräftemessen mit Beteiligung überkreislich spielender Teams. Ein Sieger stand dabei schon vor den Halbfinals fest. VIDEOINTERVIEWS und BILDERGALERIE

Für ihn wäre der Sieg des Hauptturniers in der Saar-Mosel-Halle perfekt gewesen: Der aus Konz stammende Lokalmatador David Wacht, 18-jähriges Mittelfeldtalent von Eintracht Trier, hatte sich mit dem aus Akteuren der A-Junioren und der zweiten Mannschaft bestehenden Perspektivteam der Blau-Schwarz-Weißen am frühen Samstagabend bis ins Finale vorgekämpft. Dort aber musste sich Wacht mit seinem Team dem FSV Tarforst nach torloser regulärer Spielzeit im Siebenmeterschießen knapp mit 2:3 geschlagen geben. Die Höhenkicker verteidigten damit ihren Titel aus dem Vorjahr.

Mit vielen Stammspielern und technisch beschlagenen Akteuren angetreten, bewies der in der Bezirksliga so dominierende FSV damit einmal mehr seine Qualitäten unterm Hallendach.

Dass es unterm Strich nicht zum Turniersieg reichte, konnte der Sohn des Konzer Bürgermeisters Guido Wacht verschmerzen: „Siebenmeterschießen ist immer auch ein wenig Glückssache. Wir hätten uns im Spiel selbst belohnen müssen – aber alles gut. Es hat Spaß gemacht, gerade hier in Konz.“

David Wacht, Mittelfeldspieler von Eintracht Trier II

Im finalen Siebenmeterschießen trat Wacht, der im weiteren Saisonverlauf Schritt für Schritt an die Rheinlandliga-U23 herangeführt werden soll, gleich als Erster für die Eintracht an – und scheiterte an Luca Merling. Der Winter-Rückkehrer vom Luxemburger Zweitligisten FC Lorentzweiler wehrte später auch noch den Schuss von Thomas Rotundu ab und hatte so großen Anteil am Triumph der Tarforster. „Er hat überragend gehalten“, lobte Sven Haubrich. Der etatmäßige Co-Trainer hatte diesmal das sportliche Sagen, während sich Coach Patrick Zöllner im Hintergrund hielt und das Geschehen von der Tribüne aus verfolgte.

Seine Mannschaft habe sich „gut reingekämpft“, befand Haubrich. Das galt auch generell für die acht Teilnehmer am Hauptturnier: In den ersten vier Begegnungen fiel kein einziger Treffer – trotz guter Chancen und einiger sehenswerter Spielzüge. Der erste Turniertreffer blieb Fabio Hildebrand vorbehalten. Der Spieler des A7-Ligisten DJK St. Matthias markierte im Spiel gegen den klassenhöheren Bezirksligisten TuS Mosella Schweich zwar sehenswert per Hacke das 1:0, musste mit seiner Mannschaft nach zehn Minuten aber eine knappe 1:2-Niederlage quittieren. Die Matheiser schieden damit ebenso wie ihre Ligakonkurrenten VfL Trier und SG Weintal-Oberemmel sowie die A-Junioren der JSG Saar-Mosel Konz nach der Vorrunde aus.

Die von Marco Essling trainierten Youngster waren erst wenige Tage vor dem Turnier eingesprungen, nachdem Rheinlandligist SG Hochwald aufgrund des tragischen Todes von Torwart Niklas Burg abgesagt hatte. „Wir sahen uns auch aufgrund dieses Hintergrunds in der Pflicht, das Teilnehmerfeld wieder aufzufüllen“, sagte der Coach des Bezirksliga-Tabellenführers. Mit dem „Kaltstart“ eine Woche vor dem eigentlichen Vorbereitungsbeginn konnte Essling zufrieden sein. Auch physisch hielten seine Spieler gegen die Seniorenteams gut dagegen. Dabei sprang zunächst ein torloses Remis gegen den VfL Trier heraus. Die SG Saartal-Irsch, die ebenso wie Bezirksligakonkurrent TuS Mosella Schweich das Halbfinale erreichte, zwang man gar mit 1:0 in die Knie, ehe es zum Abschluss ein 0:3 gegen die Tarforster setzte.

Sven Haubrich, Co-Trainer des FSV Trier-Tarforst

Auch wenn der gute Zweck bei der 29. Auflage im Vordergrund stand, wurde in vielen prestigegeladenen Partien der Ehrgeiz deutlich. Die erfahrenen Unparteiischen Arndt Collmann und Gregor Demmer hatten das Geschehen dabei stets im Griff.

Genauso wie die Schiedsrichter des gesamten Wochenendes trugen auch die Mannschaften ihren Teil zum finanziellen Gelingen des Lebenshilfe-Turniers bei: Während die Unparteiischen auf ihre Spesen verzichteten, gaben die Teams die Kuverts mit den Siegprämien umgehend an Bernd Marx vom veranstaltenden Förderverein „Mach mit, Fußballer helfen“ zurück. Dieser lobte bei der Siegerehrung nicht nur die soziale Ader der Fußballer, sondern auch deren spielerisches Niveau: „Da muss einem um die Zukunft des Fußballs in unserer Region nicht bange sein.“

Einer, der sich schon vor den Halbfinals als Sieger des Abends fühlen durfte, war der Saarburger Versicherungsunternehmer Johannes Ney. Nach einem munteren Wettbieten hatte er für 700 Euro ein vom Trierer Personalberater An­dreas Ender zur Verfügung gestelltes, von sechs aktuellen und früheren Spielern – darunter Thomas Müller – unterschriebenes Trikot des FC Bayern München ersteigert und nahm es unter dem Applaus der Zuschauer aus den Händen von Lebenshilfe-Vorstand Kilian Zender gleich auch in Empfang.

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Turniersplitter:

In stillem Gedenken: Michael Herrmann prägte das Lebenshilfe-Turnier über zwei Jahrzehnte hinweg. Ende August starb der Schweicher im Alter von 65 Jahren. Kurz vor der Siegerehrung des Hauptturniers legten die Fußballer und Offiziellen eine Gedenkminute für Herrmann ein.

Wer die einzelnen Turniere gewann: Zwar mussten drei Jugendmannschaften sehr kurzfristig absagen, doch auch mit 79 teilnehmenden Teams war das 29. Hallenturnier zugunsten der Lebenshilfe Trier-Saarburg eine der größten regionalen Fußballveranstaltungen in diesem Winter. Wie gehabt war es neben dem Inklusions- und dem Hauptturnier (siehe Artikel links) in verschiedene Einzelturniere aufgegliedert. Unter den Betriebs- und Behördenmannschaften setzte sich Berens & Cie. im Finale mit 3:0 gegen die Sparkasse Trier durch. In der Konkurrenz der Freizeitmannschaften behauptete sich der MSV Krutweiler vor Turbine Tälchen. In einzelnen Konkurrenzen der E-Junioren gewann die JSG Saar-Mosel Konz II vor der DJK St. Matthias Trier II, zudem setzte sich der VfL Trier vor dem SV Tawern durch. Bei den D-Junioren dominierten die beiden Teams der Trier-Saarburger Kreisauswahl sowie in einer weiteren Konkurrenz dieser Alterskategorie die JSG Ehrang/Pfalzel III vor dem FC Könen II. Das Turnier entschied der VfL Trier II durch ein 4:2 nach Siebenmeterschießen gegen den TuS Euren II für sich. Mit großer Begeisterung, aber wie gehabt ohne Wertung, spielten die Bambini und die F-Junioren.

Wieder über 10.000 Euro Erlös? Zwar blieb der Besuch am Samstag – wohl auch wegen winterlicher Straßenverhältnisse in den Höhenlagen – etwas hinter den Erwartungen zurück. Dennoch hofft Bernd Marx, zweiter Vorsitzender des veranstaltenden Vereins „Mach mit, Fußballer helfen“, wieder auf einen Erlös im fünfstelligen Bereich. Sämtliche 2000 Tombolalose waren bereits am Samstagmittag vergriffen. Dank zahlreicher Spender warteten 400 Preise auf die Gewinner. Rund 40 Helfer engagierten sich, viele davon beim Verkauf von Essen und Getränken. ⇥(AA)

Aufrufe: 012.1.2026, 17:57 Uhr
Andreas Arens Autor