
Am Ende sprang der erwartete hohe Sieg für den MSV Duisburg gegen Victoria Mennrath heraus. Mit 7:0 löste der Drittliga-Spitzenreiter, der in ungewohnt grünen Trikots auflief, seine Pflichtaufgabe zum Auftakt des Niederrheinpokals im Grenzlandstadion. Das enorme Leistungsgefälle zwischen beiden Teams offenbarte sich bereits ab Mitte der ersten Halbzeit – wirklich gefordert wurden die Akteure des MSV gegen den Landesligisten nicht. Dennoch konnte auch die Viktoria einiges an Positivem aus dem Spiel mitnehmen. Neben dem Erlebnis, sich mit einem Profiteam zu messen, beeindruckte Mennrath mit einer starken Anfangsphase.
An Einsatz mangelte es den Mennrather mit Spielbeginn nicht. Johannes Minkiti holte sich bereits in der zweiten Minute eine Gelbe Karte ab. Der Stürmer war jedoch ein belebendes Element bei Mennrath, traute sich über den linken Flügel gar ein Sololauf mit Dribbling zu, bei dem er sich zunächst gegen zwei Duisburger behauptete.
Kurz darauf erhielt Paul Szymanski einen fatalen Fehlpass der Duisburger, zog jedoch aus 25 Minuten überhastet ab (7. Minute). Zwar verbuchte auch Duisburgs Florian Egerer in der fünften Minute ebenfalls einen Abschluss. Insgesamt gestaltete Mennrath die ersten Spielminuten aber bemerkenswert ausgeglichen.
Auf den Rängen dominierten mit Spielbeginn hingegen die Gäste. Rund 2000 Zuschauer fanden sich zum Pokalabend im Grenzlandstadion ein. Bemerkenswert viele Leute fielen dabei mit blau-weißer Bekleidung aus – zwei Blöcke im Grenzlandstadion waren komplett mit MSV-Anhängern gefüllt. Der Verein sprach von rund 1000 Fans. Mit durchgängigen Gesängen sorgte der Anhang für eine ordentliche Kulisse im weitläufigen Stadion.
In der 15. Minute fiel dann die Führung den Drittligisten. Mert Göckan lief über links in den Sechzehner, legte quer auf Thilo Töpken, der nur noch einschieben musste zum 1:0. Fünf Minuten später war es erneut Töpken, der auf 2:0 erhöhte – dieses Mal nach Querpass von Niklas Jessen. Wenig überraschend verlagerte sich das Spiel mehr und mehr in die Hälfte der Mennrather. In dieser Phase war es aus Mennrather Sicht vor allem Torhüter Mykyta Kriukov zu verdanken, dass keine weiteren Gegentore fielen. Unter anderem parierte der Ukrainer in der 23. Minute reaktionsstark einen Abschluss aus kurzer Distanz.
Der Klassenunterschied war fortan nicht mehr zu übersehen. Mennrath konnte kaum einen Ball über drei Stationen in den eigenen Reihen halten. Defensiv verteidigte Mennrath indes mit Glück und Geschick. Es dauerte bis zur 37. Minute, ehe der dritte Duisburger Treffer fiel – dieses Mal per Elfmeter. Zuvor hatte Samy Forestal im Strafraum Dennis Borkowski gefoult. Borkowski traf anschließend selbst vom Punkt zum 3:0. Mit Halbzeitpfiff fiel der Treffer 4:0 für den MSV. Torschütze Conor Noß spielte einst im Nachwuchs bei Borussia Mönchengladbach unter Mennraths Trainer Marc Trostel.
Noß traf nach der Pause ebenfalls zum 5:0 (57. Minute). In der Gladbacher Dämmerung über dem Grenzlandstadion hatte sich das Spielgeschehen endgültig komplett in die Mennrather Hälfte verlagert. Entlastung gab es kaum noch für den Landesligisten.
Nach mehreren Wechseln auf beiden Seiten verflachte die Partie nach rund einer Stunde. Duisburg war der Sieg gewiss, Mennrath gegen den Profiklub ohne Mittel. Für Duisburg ergaben sich dennoch weitere Chancen. Jannik Zahmel verfehlte nach Anspiel zunächst das leere Tor (77. Minute), ehe der eingewechselte Tim Heike Torhüter Kriukov umkurve und zum 6:0 für den MSV traf (80. Minute).
Mennrath war in der Schlussphase nur noch in der Verteidigung gefordert, ein Ehrentreffer war der Mannschaft von Trostel nicht mehr vergönnt. Den Schlusspunkt für Duisburg setzte der ebenfalls eingewechselte Gabriel Eric Sadlek in der 85. Minute zum 7:0-Endstand. Mit Schlusspfiff gab es trotzdem großen Applaus für den Auftritt von Victoria Mennrath.