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Tabellenführer setzt sich nach 3:0 knapp durch

SV Elversberg: 4:3 gegen FC Ingolstadt hing noch am seidenen Faden

Trotz eines zwischenzeitlichen 0:3-Rückstands steckten der FC Ingolstadt am Samstag im Auswärtsspiel bei Tabellenführer SV Elversberg nicht auf, kämpften sich zurück in die Partie, wurden dafür allerdings nicht belohnt. So steht nach turbulenten 90 Minuten ein 3:4 aus Sicht der Schwarz-Roten auf der Anzeigentafel.

Die Austragung des Duells des Tabellenführers gegen den Zweitliga-Absteiger war aufgrund des nächtlichen Schneefalls lange Zeit fraglich. Beim Ligaprimus SV 07 Elversberg, bei dem Ex-Schanzer Nico Antonitsch von Beginn an auflief, startete die Rehm-Elf mit zwei Veränderungen im Vergleich zur Partie am Montag gegen Erzgebirge Aue: Denis Linsmayer und Dominik Franke standen anstelle von Pascal Testroet und Arian Llugiqi in der Startformation. Letzterer musste aufgrund eines Cuts an der Achillessehne pausieren.

FC Ingolstadt 04 spielbestimmend in den ersten Minuten

Der FCI versuchte nach Ballgewinnen mit Schnelligkeit in die gegnerische Hälfte zu gelangen. Allerdings fehlte die Passgenauigkeit im letzten Zuspiel. In der neunten Spielminute schalteten sich auch erstmals die Hausherren offensiv ein, die Spielintensität nahm auf beiden Seiten zu.

Dreifacher Rückschlag für die Schanzer

In der 17. Spielminute das 1:0 für den SVE: Nachdem Brackelmann einen weiten Ball spielen wollte, kam Manuel Feil mit dem Fuß dazwischen und legte aus torausverdächtiger Position in die Mitte auf Schnellbacher ab, der nur noch einschieben musste. Nur zwei Zeigerumdrehungen später (19.) die nächste Hiobsbotschaft für die Schanzer: Nick Woltemade zog in den Strafraum und fiel nach leichtem Kontakt von Brackelmann zu Boden. Den fälligen Elfmeter verwandelte nach mehrminütiger Spielunterbrechung Thore Jacobsen (23.). Denn Denis Linsmayer hatte zuvor den Ellbogen des Stürmers im Gesicht abbekommen und musste anschließend verletzungsbedingt den Platz verlassen, für ihn kam David Kopacz. Wiederum zwei Minuten später (25.) fand die Kugel erneut den Weg ins Netz. Woltemade bediente mit einem Flachpass den bereits erfolgreichen Torschützen Jacobsen, der aus spitzem Winkel in die kurze Ecke schoss und somit das 3:0 für das Team von Horst Steffen verbuchte.

Anschlusstreffer durch Butler

Die Rehm-Elf brauchte zunächst, um den Rückschlag zu verdauen, kam aber vor der Halbzeit zum 1:3-Anschlusstreffer: Brackelmann zog im SVE-Strafraum ab, das Leder sprang dem richtig stehenden Butler vor die Füße, der nur noch einschieben musste. Mit diesem Spielstand ging es in die Kabinen.

Testroet und Stevanovic für Butler und Neuberger

Rüdiger Rehm wechselte zur Halbzeit auf zwei Positionen: Pascal Testroet kam für Justin Butler, Nikola Stevanovic ersetzte Maximilian Neuberger.

Gleich zu Beginn der 2. Halbzeit bemühten sich die Schwarz-Roten um einen weiteren Treffer. Bereits sieben Zeigerumdrehungen nach Anpfiff wurde der FCI belohnt (52.): Der erst eingewechselte Testroet behauptete den Ball und steckte durch zu Dittgen, der den herauseilenden Keeper Kristof umkurvte und zum 2:3 einnetzte. Für unsere Nummer 10 war es das erste Schanzer Pflichtspiel-Tor.

Auch in der Folgezeit machten die Schwarz-Roten Druck auf das Elversberger Tor, Pascal Testroet verpasste allerdings die Chance auf den Ausgleich, nachdem Nico Antonitsch den Ball im letzten Moment blocken konnte (58).

Hitzige Phase – Zwei Mal Gelb-Rote Karte

Die Partie nahm an Fahrt auf, beide Mannschaften schenkten sich nichts. Pinckert kam auf Höhe des Mittelkreises zu spät gegen Sarpei und bekam für das Foulspiel die gelbe Karte, bereits die zweite binnen fünf Minuten, daher Gelb-Rot (65.).

Nur sechs Zeigerumdrehungen später musste auch Calvin Brackelmann vorzeitig in die Kabine: Nachdem Woltemade im Strafraum nach einem Zweikampf mit dem Innenverteidiger zu Fall kam, gab es nicht nur die zweite Gelbe Karte für den Defensivspieler, sondern auch erneut Elfmeter für die Hausherren. Jacobsen machte durch den verwandelten Elfmeter seinen dritten Treffer an diesem Tag (73.).

Doumbouya trifft doppelt - doch nur ein Tor zählt

Rüdiger Rehm brachte für die Schlussphase mit Jalen Hawkins und Moussa Doumbouya nochmal zwei neue Kräfte. Letzterer erzielte fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit den vermeintlichen Anschlusstreffer (85.), doch das Schiedsrichtergespann entschied fälschlicherweise auf Abseits. In der Nachspielzeit traf Doumbouya dann erneut (90.+4), doch das Tor kam zu spät, sodass es am Ende bei der 3:4-Niederlage blieb.

Für die Schanzer geht es am kommenden Samstag (28.01., 14.00 Uhr) wiederholt auswärts ran. Mit der SpVgg Bayreuth wartet ein weiterer Aufsteiger und der aktuelle Tabellenletzte auf die Schwarz-Roten. Spitzenreiter SV Elversberg empfängt bereits am Freitag um 19 Uhr den Aufsteiger Rot-Weiß Essen zum Rückrundenauftakt.

Das sagten die Trainer zum Spiel:
Horst Steffen (SV Elversberg):
Die ersten zehn Minuten gehen an Ingolstadt, danach haben wir nach dem 1:0 auch die Chancen auf eine höhere Führung haben wir genutzt, mache da aus wenigen Chancen drei Treffer. Dann kommen sie nach einem Eckball auf 1:3, da haben wir nicht aufgepasst, Dann war klar, das sie sich in der zweiten Halbzeit anders präsentieren würden, Sie waren schon Mitte der ersten Halbzeit besser, hatten eine andere Positionierung. Sie konnten es dann besser verteidigen. Da waren sie dann im Spiel, erst recht nach dem 3:2 war es ein enges Spiel. Wir haben nach dem 4:2 weiter Kreationen nach vorne gehabt, das war auch gut, wir standen dann nicht hinten drin. Sie haben Qualität und haben sich auch weitere Chancen erspielt. Sie machen sogar noch das 4:3 in einem intensiven Spiel. Ein Auf und Ab mit roten Karten und Elfmetern. Die Arbeit der Menschen, die den Platz vom Schnee freimachten, wurde da auch belohnt.
Rüdiger Rehm (FC Ingolstadt):
Glückwunsch, ich bin frustriert, das hat Gründe, wir waren gut drin, hatten sie unter Kontrolle, dann kommt ein Patzer. Ob der Ball da aus war konnte ich nicht sehen. Dann gibt es einen Elfer, wo ein Spieler von uns den Ellenbogen eines Elversbergers auf die Nase bekommt. Wir konnte da nicht eingreifen und in der Folge gibt es einen umstrittenen Elfer, der uns weiter in Rückstand brachte. Dann waren wir kurzzeitig aus dem Spiel, machen dann, als wir nach drei Gegentreffern wieder da waren, das 1:3. Ich wusste, dass eine Reaktion kommt, wir haben uns aufgebäumt, kamen auf 2:3, hatten weitere Chance zum Ausgleich. Der nächste Elfer und zwei Platzverweise brachten uns weiter aus der Bahn, dennoch kommen wir auf 3:4 heran, fünf Minuten vor Schluss. Doch auch dieser Treffer wurde uns genommen, da war das Thema gegessen, auch wenn wir in der Nachspielzeit nochmal treffen.

Aufrufe: 021.1.2023, 20:30 Uhr
FriedAutor