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Tabellenführer DJK Südwest "auch weil wir keine Nebengeräusche haben"

Daniel Errens zieht sein Fazit seines ersten halben Jahres bei der DJK Südwest Köln

von Andreas Santner · 22.01.2026, 14:07 Uhr · 0 Leser
14 Spiele ohne Niederlage in Serie konnte die DJK Südwest feiern.
14 Spiele ohne Niederlage in Serie konnte die DJK Südwest feiern. – Foto: Marie Piorkowski

Die DJK Südwest Köln hat eine bemerkenswerte Hinrunde hinter sich. Nach dem Abstieg aus der Landesliga steht die Mannschaft zur Winterpause an der Tabellenspitze der Bezirksliga 1. Verantwortlich für diese Entwicklung ist Trainer Daniel Errens (38), der den Verein erst im Sommer übernommen hatte. Mit 33 Punkten, nur einer Niederlage und einer Serie von 14 Ligaspielen ohne Niederlage belohnte sich Südwest am vorletzten Spieltag der Hinrunde erstmals mit Platz eins – und verdrängte den bisherigen Spitzenreiter SV Schönenbach. Dahinter lauert mit Deutz 05 ein weiterer Verfolger, der ebenfalls 33 Punkte auf dem Konto hat.

Der Saisonstart verlief dabei nicht unbedingt reibungslos. Errens übernahm das Team kurz vor Beginn der Sommervorbereitung. „Entsprechend stand diese Phase ganz im Zeichen des Kennenlernens: die Jungs, ihre Stärken und Möglichkeiten, aber auch die Analyse, welche Spielidee zu uns passen könnte“, erklärt der Coach. Vieles sei noch von Ausprobieren geprägt gewesen, manches habe sich „noch holprig“ angefühlt. Doch schon gegen Ende der Vorbereitung zeichnete sich eine klare Richtung ab.

Diese Entwicklung setzte sich im Ligabetrieb fort. Zwar kassierte Südwest früh Rückschläge, etwa die 6:3-Niederlage in Hoffnungsthal, doch das Team hielt Anschluss an die Spitzengruppe. „In der ersten Hälfte der Hinrunde war es ergebnistechnisch nicht immer rosig, trotzdem konnten wir uns in Schlagdistanz zu den Top fünf halten“, so Errens. Entscheidend sei gewesen, dass sich die Mannschaft nicht aus der Ruhe bringen ließ.

Taktisch variabel

Mit fortschreitender Saison kam Südwest immer besser in Tritt. „In der zweiten Hälfte der Hinrunde konnten wir unsere Formkurve dann deutlich steigern“, betont Errens. Die Abläufe seien stabiler geworden, die Umsetzung der Spielidee klarer. Besonders bemerkenswert: Gegen alle Teams aus den Top fünf zeigte Südwest überzeugende Leistungen. Dank einer hohen Variabilität in der taktischen Ausrichtung kletterte das Team Schritt für Schritt nach oben – bis zur Tabellenführung.

Neben der Konstanz ist es vor allem die Offensivkraft, die Südwest auszeichnet. Mit 43 erzielten Toren stellt der Spitzenreiter die beste Offensive der Liga. Hendrik Graf und Leonhard Breer sind mit jeweils sieben Treffern die erfolgreichsten Torschützen. Dennoch sieht Errens weiterhin Verbesserungspotenzial. „Zum einen wollen wir häufiger zu Null spielen“, sagt er und verweist darauf, dass es bislang nur selten eine weiße Weste gab. Auch bei Standards gebe es noch Luft nach oben: „Standards können ein wichtiges Mittel sein, um Spiele zu entscheiden.“

Verstärkung im Trainerteam

Für Errens persönlich ist es die erste Saison bei Südwest – und bislang eine sehr angenehme. „Die Zusammenarbeit mit der Abteilungsleitung, der Geschäftsstelle und den Verantwortlichen im Verein ist unkompliziert und immer darauf ausgerichtet, gemeinsam Lösungen im Sinne der Mannschaft und des Vereins zu finden“, beschreibt er das Umfeld. Besonders hebt er den Charakter der Mannschaft hervor. Viele Spieler seien schon lange im Verein, der Umgang sei erwachsen und verantwortungsbewusst. „Es macht große Freude, mit dieser Gruppe zu arbeiten, auch weil wir keine Nebengeräusche haben und uns voll auf den Fußball konzentrieren können.“

Auch im Trainerteam wurde nachjustiert. Neben Co-Trainer Jan Hardelauf, der bereits zuvor im Verein tätig war, verstärkt nun Niklas Schubert das Team. „Wir haben ihn als weiteren Co-Trainer dazugeholt, um insbesondere im Gruppen-, Individual- und Spezialtraining zusätzliche Impulse zu setzen“, erklärt Errens. Zudem wurde mit Markus Klütsch ein Torwarttrainer installiert. Aus zwei Trainern wurden so vier – ein Schritt, der sich bereits bezahlt mache: „Nach der ersten Woche der Vorbereitung kann ich sagen, dass die Trainingsgestaltung noch einmal ein neues Niveau erreicht hat.“

Keine Neuzugänge, aber Rückkehrer

In der Winterpause verzichtet Südwest bewusst auf externe Neuzugänge. Abgänge gibt es ebenfalls keine. Stattdessen kehren drei Spieler zurück, die Errens fast wie Neuzugänge bewertet: Konstantin Sturm, der aufgrund eines Praktikums in der Vorrunde für Hertha BSC III auflief, Kaan Kenarci, der ein halbes Jahr in der Türkei war, sowie Moritz Berger, der nach langer Pause wieder zur Verfügung steht. „Diese drei Personalien bringen offensiv viel Qualität und Wucht mit“, sagt Errens. „Ich freue mich sehr, dass sie in der Rückrunde wieder dabei sind und unser Angriffsspiel zusätzlich beleben werden.“

Mit einer gefestigten Mannschaft, breitem Trainerteam und klarer Spielidee geht Südwest selbstbewusst in die Rückrunde. Tabellenführer zur Winterpause – das ist für Daniel Errens vor allem Ausdruck eines Prozesses, der noch lange nicht abgeschlossen ist.