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Spielbericht

SVR: Die Nerven liegen blank - "Am Ende geht es nur um den Klub"

Rödinghausen kassiert Last-Minute-Pleite gegen Köln II.

von Softik Miller · 09.11.2025, 08:37 Uhr · 0 Leser
– Foto: Jochen Classen

In Rödinghausen überschlugen sich am Samstagnachmittag die Ereignisse, erst ging Köln verdient in Führung, bestimmte die erste Hälfe, brach dann in der zweiten ein und kassiert folgerichtig das 1:1. In der 85. Minute brachte Probst seine Elf in Führung, nur um Minuten später mit einem 2:3 in der Nachspielzeit und zwei Gegentoren in wenigen Minuten mit leeren Händen dazustehen. Wie schon gegen Schalke gibt der SV Rödinghausen damit eine 2:1-Führung noch aus der Hand. Im Kampf um den Verbleib in der Regionalliga West eine äußerst bittere Niederlage.

Alleine schon die erste Hälfte wirft Fragen auf. Tief in der eigenen Hälfte wollte Rödinghausen überhaupt nicht nach vorne spielen, war zu passiv und ging kaum in die Zweikämpfe. Die spielfreudigen Kölner hatten keine Mühe damit, die schwache Verteidigung zu umspielen, machten über außen mächtig Dampf und erspielten sich gute Möglichkeiten. "Köln hat uns schon mächtig überrascht, vor enormen Aufgaben gestellt und sind dann zu Recht in Führung gegangen" musste Dennis da Silva feststellen.

Malek El Mala angeschlagen

Ohne den angeschlagenen Malek El Mala (Oberschenkel) "Er hatte nach dem Abschlusstraining leichte muskuläre Probleme am Oberschenkel gehabt. Da wollten wir auch mit der Belastung der langen Auswärtsfahrt kein Risiko gehen" so der Kölner Coach und Kujovic (Gelbsperre) waren sie direkt präsent, dominant und das ballführende Team. Die Bereitschaft hier an die eigenen Grenzen zu gehen, waren bei den Spielern des SV Rödinghausen nicht vorhanden. Da muss die Frage schon berechtigt sein, was eigentlich der Matchplan gewesen war? "Wir wollten die Tempospieler von Köln, wie Toure aus dem Spiel nehmen. Leider ist der Plan nicht aufgegangen."

"Natürlich wollen wir alle das es funktioniert"

Es war schon phasenweise Arbeitsverweigerung wie die Mannschaft von Trainer Dennis da Silva die Zweikämpfe nicht annehmen wollte, man war zu weit weg vom Gegenspieler und hielt sich läuferisch auf einem Minimum. Als außenstehender hatte man nicht das Gefühlt gehabt, als wolle die Mannschaft hier um den Job ihres Trainers kämpfen, denn auch er weiß, dass am Ende nur die Ergebnisse zählen. Mentalität und Kampf völlig Fehlanzeige gewesen. "Am Ende kämpfen die Jungs nicht für mich, als Trainer, sondern auch für sich selbst"betont der Trainer und führt weiter aus:" Ich habe bewusst das Umfeld in Rödinghausen gewählt, als junger Trainer. Ich weiß wie es wild zugehen kann in der Regionalliga West bei anderen Traditionsvereinen. Natürlich wollen alle im Umfeld, die Sponsoren, die sportliche Leitung, die Mannschaft das es funktioniert."

"Unser Matchplan ist nicht aufgegangen"

Ein Dreifachwechsel zur Halbzeitpause war ein klares Statement des Trainers, dabei hätte er auch jeden aus dem Spiel nehmen können und gleich zehn neue bringen müssen. Zur Halbzeitpause gab es sogar vereinzelte Pfiffe von den Zuschauern. Mit einem 0:1 war die Mannschaft noch gut bedient gewesen. Toure brachte die Kölner in Front. "Ich musste was verändern und der Halbzeitpause einige Korrekturen vornehmen. Unser Matchplan ist leider nicht aufgegangen. Die drei Jungs, die dann heruntermussten, waren natürlich bedient gewesen. Am Ende mache ich ihnen da keinen Vorwurf, wir sind alles nur Menschen. Leistungsbedingt musste ich da einfach reagieren"stellte er klar.

In der zweiten Hälfte und durch den Dreifachwechsel wendete sich auf einmal das Blatt. Es war nun Rödinghausen, die aktiv das Spiel machten, tonangebend waren und in den Zweikämpfen nun deutlich aggressiver zu Werke gingen. Für die zweite Hälfte fand Rödinghausen Coach dann auch lobende Worte: "Speziell in der zweiten Halbzeit hat meine Mannschaft eine starke Moral bewiesen"

"Probst erzielt fünf Minuten vor dem Ende das wichtige 2:1"

Probst brachte seine Mannschaft hochverdient nach einer hohen Druckphase in Führung(85.) "Wir haben danach noch zwei, drei Abschlüsse, wo wir das 3:1 machen müssen" so da Silva. Köln reagierte sofort und brachte drei frische Spieler und im direkten Gegenzug glich Labenz für Köln aus. In der Nachspielzeit pennte die Hintermannschaft und ließ einen Freistoß des erfahrenen Adamyan durchrutschen. Am zweiten Pfosten stand Lechner ungedeckt und schickte Rödinghausen mit seinem Treffer noch tiefer in die Krise.

"Es nervt einfach. Wir machen immer die selben Fehler"

Rödinghausen Trainer Dennis da Silva war nach der Niederlage entsprechend genervt und bedient: "Wieder ein bitterer Ausgang gegen eine U-Mannschaft. Ich bin da entsprechend bedient. Es sind immer wieder die gleichen Szenen, bei den Gegentoren, die sich ständig wiederholen. Wir müssen eigentlich zwingend das 3:1 nachlegen und das Momentum auf unsere Seite ziehen, so kriegen wir dann einfach keine Ruhe rein. Dann hat Köln mit Spielern wie Adamyan und den Wechseln von der Bank die Qualität, um spät zurückzukommen. Wir schalten dann einfach ab. Bei uns fehlt die Cleverness am Ende. Die Qualität von Köln will ich dann am Ende aber auch nicht unter den Teppich kehren."

Mit der Geduld ist der Trainer schon langsam am Ende:
"Es ist einfach brutal, bitter. Wenn meine Spieler die Fehler über die Trainingsarbeit nicht wegbekommen und immer wieder die gleichen Fehler machen, dann muss ich an den Charakter, den Willen der Spieler appellieren. Es geht um Charakter und Wille, wie ich einen Ball hinausköpfe, oder wie ich in den Zweikampf gehen. Es kann nich sein, dass ich als Trainer für die Spieler die Zweikämpfe führen müssen, dass müssen die Spieler schon selber machen"

"Am Ende geht es nur um den Klub. Ich gebe alles, damit wir die Punkte einfahren"

Die sportliche Situation bleibt damit prekär. Seine Truppe schafft es nicht Konstanz in die Ergebnisse zu bringen. Verschaffte man sich mit den Erfolgen gegen Velbert und Bocholt noch etwas Luft, scheint man dies nun wieder zu verspielen mit den unnötigen Niederlagen gegen die Reserven von Schalke und Köln. "Über Strecken bringen wir gute Leistungen. Natürlich spielen auch die Ausfälle eine wichtige Rolle. Fußball ist auch ein Stück Momentum. Am Ende geht es aber nur um den Club. Meine Aufgabe ist der SV Rödinghausen. Ich gebe hier täglich alles, damit wir die Punkte einfahren."