
Die Reserve des TSV 1860 München ist wieder Bayernliga-Spitzenreiter. Gegen Türkgücü München drehten die Junglöwen einen 1:2-Rückstand. Der SV Kirchanschöring feiert einen klaren Auswärtssieg. Die Stimmen zum 25. Spieltag der Bayernliga Süd.
Andreas Pummer, Trainer des FC Deisenhofen: »Es war das erwartete schwere Spiel, wobei wir sehr gut in die Partie gestartet sind. Wir haben direkt in der Anfangsphase unsere ersten beiden Chancen genutzt – einmal durch Lukas Kretschmar, einmal durch Tobi Seidl zum 2:0. Kurz darauf hatten wir sogar die Möglichkeit auf das 3:0, aber der Torwart von Ismaning hat stark gehalten, unter anderem einen Schuss von Niclas Groß. Ähnlich wie im Hinspiel, in dem wir ebenfalls eine sehr gute erste Halbzeit gezeigt haben, konnten wir in der zweiten Hälfte kein gutes Gesicht mehr zeigen. Der Gegner wurde stärker und hatte mehr Spielanteile, auch wenn die klaren Chancen anfangs noch ausblieben. Nach vorne ging bei uns kaum noch etwas, jeder Ball ist verpufft. In der 80. Minute mussten wir dann eine Rote Karte hinnehmen und bekamen in derselben Aktion einen Elfmeter gegen uns, was das 2:1 für Ismaning bedeutete und gleichzeitig deren Startschuss war, mit einem Mann mehr alles zu versuchen. Wir hatten in der Folge schwierige Phasen zu überstehen, aber letztlich sind wir froh und glücklich, dass wir den Sieg in Unterzahl über die Zeit bringen konnten.«
Thomas Leberfinger, Trainer des SV Kirchanschöring: »Für uns war es natürlich ein optimaler Start, weil wir nach 18 Minuten bereits mit 3:0 in Führung lagen. Wir waren zu Beginn sehr effektiv und haben hinten absolut sicher gestanden, sodass wir das Spiel früh beruhigen konnten. In der Halbzeit war uns bewusst, dass Kottern alles versuchen würde, um zurückzukommen. In den ersten zehn bis fünfzehn Minuten nach der Pause hatten sie viele Ecken und Standards, die wir aber sehr gut verteidigt haben. Leider haben wir unsere Umschaltmomente und Kontersituationen nicht sauber ausgespielt – hätten wir das vierte Tor gemacht, wäre das Spiel früher entschieden gewesen. So kann nach einem Gegentor immer etwas Hektik aufkommen, aber insgesamt haben wir sehr gut verteidigt und völlig verdient in dieser Höhe gewonnen. Kottern hat es dennoch ordentlich gemacht. Ich wünsche dem Verein alles Gute und hoffe, dass sie die nötigen Punkte für den Klassenerhalt holen.«
Alper Kayabunar, Trainer des TSV 1860 München II: »Es war aus unserer Sicht ein schwieriges Spiel. Türkgücü hat sehr tief mit einer Fünferkette um den eigenen Sechzehner verteidigt. Gerade hier auf dem Kunstrasen, den ich ja auch sehr gut kenne, ist es dann besonders schwer, durchzukommen. In der ersten Halbzeit hatten wir drei, vier Aktionen, in denen wir vielleicht ein Tor machen können, schaffen es aber nicht, früh in Führung zu gehen. Typisch für so ein Spiel ist dann, dass eine Aktion nach vorne reicht, der Ball irgendwie durchrutscht, ein Elfmeter entsteht und plötzlich liegt die Mannschaft zurück. Das beflügelt natürlich den Gegner zusätzlich.
In der Halbzeit haben wir unseren Plan noch einmal klar angesprochen: das Tempo hochhalten und mehr Bälle in die Box bringen. Das ist uns dann auch gelungen, wir haben das Spiel mit dem Elfmeter und dem schnellen 2:1 gedreht. Danach hatten wir Chancen auf das 3:1 liegengelassen, es aber insgesamt clever zu Ende gespielt. Aus unserer Sicht war es einfach wichtig, hier die drei Punkte mitzunehmen – ein dreckiger Sieg, aber trotzdem Respekt an Türkgücü, wie sie es verteidigt haben. Sie haben definitiv nicht wie ein Tabellenletzter gespielt. Ich hoffe, sie können das in den nächsten Wochen auch so abrufen.«
Rainer Elfinger, Trainer von Türkgücü München: »Wir haben uns eigentlich gut auf den Gegner eingestellt und aus meiner Sicht taktisch sehr gut agiert. Natürlich sieht das Alexander Benede ganz anders, weil er Fußball spielen will, aber wir haben es taktisch super gelöst. In der ersten Halbzeit bekommen wir den Elfmeter, den wir zum Glück auch veredeln. Es war ein gutes Gefühl, seit Langem mal wieder in Führung zu gehen und nicht immer einem Rückstand hinterherlaufen zu müssen. Uns war klar, dass in der zweiten Halbzeit mehr Wucht auf uns zukommt, aber wie das Ausgleichstor fällt, war ein totaler Witz. Es war ein Pressschlag und kein Foul, aber das musst du dann wohl akzeptieren. Danach haben wir leider fünf Minuten die Ordnung verloren – das hat der Gegner gut ausgenutzt.
Ich bin zum Schluss noch All-In gegangen, aber uns hat das Quäntchen Glück oder die Qualität gefehlt, um die Zielspieler passgenauer anzuspielen. Die Box war gut besetzt, wir haben hinten komplett aufgelöst und waren mit vier, fünf Leuten im Strafraum, aber der entscheidende saubere Ball kam nicht. So gehst du leider raus, jeder klopft uns auf die Schulter, dass du als Letzter gegen den Tabellenersten ein super Spiel gemacht hast – aber leider haben wir wieder nichts Zählbares geholt.«
Maximilian Sammereier, spielender Co-Trainer des SV Erlbach: »Der Start war für uns durch den frühen Rückstand sehr schwierig. Der Gegner hat dann sehr tief verteidigt und wir waren zu unsauber in unserem Spiel. Nach der Pause haben wir aber Moral gezeigt und vor allem unsere Einwechselspieler haben für mächtig Schwung gesorgt. Am Ende geht der Sieg in Ordnung, wenngleich wir kein gutes Spiel gemacht haben. Das ist aber auch an Hauzenberg gelegen. Der Sturm war sehr aggressiv und hat hervorragend verteidigt.«