– Foto: Clemens Budde

Am Ende wird es emotional

KLA & KLB BIEDENKOPF: +++ Scheidender Kreisfußballwart Heinz Schmidt verabschiedet sich auf Restrundentagungen von den Vereinsfunktionären +++

Erdhausen/Buchenau. Heinz Schmidt hat auch seine beiden letzten Rundenbesprechungen reibungslos über die Bühne gebracht. Beim Abschiedsgruß des scheidenden Hinterländer Kreisfußballwarts an die Vereinsfunktionäre wurde es am Ende emotional – insbesondere am Donnerstagabend im Sportheim seines Heimatvereins FSV Buchenau.

„Ich musste gestern in Erdhausen schon schlucken“, verriet Heinz Schmidt, bevor er sich bei seiner letzten Sitzung als Klassenleiter, die auf seinen eigenen Wunsch in der neuen, schmucken guten Stube des FSV Lahnlust abgehalten wurde, von den Vertretern der 14 Hinterländer A-Ligisten verabschiedete. „Es hat Spaß gemacht, all die Jahre mit euch zu arbeiten“, setzte Schmidt an, „aber irgendwann muss auch mal Schluss sein“. Dann schoss ihm das Wasser in die Augen. Emotionen auch auf der Seite der Adressaten: Buchenaus Spielausschussobmann Ulrich Freund ergriff spontan das Wort und richtete es auch an die weiteren Mitglieder des Kreisfußballausschusses, die auf dem Kreisfußballtag am 20. März in Wallau nach einer halben Ewigkeit nicht mehr zur Wiederwahl antreten werden, Kreisjugendwart Herbert Schöck, Kreispressewart Herbert Lenz und der Sportgerichtsvorsitzende Erhard Fuchs. „Die Arbeit, die ihr all die Jahre für uns geleistet habt, da muss man schon – im positiven Sinne – bekloppt sein. Herzlichen Dank!“

Für Heinz Schmidt gab es von den beiden Vorsitzenden des FSV, Armin Tiemann und Tobias Freund, eine Ehrung, die den Boss der Hinterländer Fußballer überraschte: die Ernennungsurkunde zum Ehrenmitglied. „Darüber freue ich mich sehr“, entgegnete Heinz Schmidt strahlend und gestand, „in meinen zehn Jahren als Kreisfußballwart habe ich den FSV Buchenau bewusst oft hinten angestellt“. Das konnte der langjährige Lahnlust-Vorsitzende Lothar Dönges nicht unkommentiert lassen: „Und mit Siggi Hoedt haben wir davor auch schon zehn Jahre den Kreisfußballwart gestellt. Ihr habt die anderen Vereine immer bevorzugt“, flachste Dönges, „der FSV Buchenau hat sich für euch geopfert“; und dann ganz im Ernst: „Gleichwohl sind wir stolz auf euch“.

Gearbeitet wurde in Buchenau und tags zuvor bei der B-Liga-Besprechung im Vereinsheim des SV Kickers Erdhausen natürlich auch, wobei die Terminabsprache in beiden Klassen flugs über die Bühne ging. Es gab nur wenige Verlegungswünsche und Nachholspiele waren ganze zwei im B-Liga-Spielplan unterzubringen. Im Unterhaus endet die Winterpause bereits am 1. März mit dem Derby zwischen dem Tabellenzweiten SG Dautphetal und der SG Friedensdorf/Allendorf. Die Reserven der SG Silberg/Eisenhausen und des SV Eckelshausen holen ihr Kräftemessen erst am 22. April nach.

Für Sonntag, 8. März, ist in beiden Klassen der erste komplette Spieltag des Jahres angesetzt. Beendet wird die Punktrunde in dieser Saison wieder einmal ganz offiziell an einem abschlussfeierfreundlichen Samstag, am 30. Mai. Ob danach noch eine Relegation zwischen A- und B-Liga über die Bühne geht, steht noch nicht fest. Der Spielausschuss des Hessischen Fußball-Verbandes hat genehmigt, dass, „sollte nach Abschluss der Relegation die Zahl von 14 Mannschaften in der Kreisliga A Biedenkopf nicht erreicht werden, aus der Relegation aufgefüllt wird.“ Übersetzt aus dem Sportverbands-Deutsch heißt das: Steigt keiner der vier Hinterländer Kreisoberligisten ab, bleibt der A-Liga-Vorletzte drin und der B-Liga-Vizemeister steigt auf. Sollte die Relegation doch notwendig sein, genießt letzterer zunächst Heimrecht. Das ergab die Auslosung am Donnerstag in Buchenau.

Auch die anderen Ligaleitungsfunktionäre konnten sich kurzfassen. Erhard Fuchs hatte insgesamt nur drei Verfahren abzuwickeln. Je ein schriftliches in der A-Liga wegen unsportlichen Verhaltens von Zuschauern und in der B-Liga wegen Schiedsrichterbeleidigung. Nur einmal musste das Sportgericht zusammentreten, um nach einem gepfefferten Sonderbericht eines B-Liga-Referees den Sachverhalt einer Beleidigung durch Spieler sowie einen Vereinsverantwortlichen zu klären. Ein Dorn im Auge sind Fuchs weniger die elf plus neun Einzelrichterurteile wegen roter Karten, sondern eher jene zehn wegen Nichtantretens in den Reserverunden.

Nichts Negatives hatte Schiedsrichteransetzer Lars Braun zu berichten. Er hielt die Vereine aber an, zum Neulingslehrgang (14. bis 21. März) „vernünftige Leute zu schicken, mit denen wir danach alle gut arbeiten können“. Diether Achenbach, Koordinator für Qualifizierung, verwies auf den zwischen dem 22. und 28. März stattfindenden C-Lizenz-Lehrgang, für den bislang zwölf Anmeldungen vorliegen. Achenbach erinnerte die 15 Hinterländer Vereine, die in diesem Jahr ein Jubiläum feiern, dass ihnen je ein Fortbildungsgutschein zusteht, der für diesen Lehrgang genutzt werden kann. Heinz Schmidt und Herbert Schöck wiesen nachdrücklich darauf hin, dass ab der Saison 2020/2021 der digitale Spielerpass Pflicht wird und dafür Fotos der Spieler ins DFB-Netz eingestellt werden müssen. Sieben A- und vier B-Liga-Vereine hätten dies bislang nicht getan.

Und last but not least hatte Heinz Schmidt auch noch ein Novum in seiner Funktionärslaufbahn zu verkünden. Das Kreispokalendspiel zwischen Titelverteidiger FV Breidenbach und dem SSV Bottenhorn steigt am Gründonnerstag (9. April) ab 18.30 Uhr. Das Los bescherte dem A-Ligisten das Heimrecht. „Ein Finale auf einem Hartplatz“, so Schmidt, „das hatte ich noch nie“.

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Aufrufe: 024.1.2020, 18:01 Uhr
Jens Kauer (Hinterländer Anzeiger)Autor

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