
Wiesbaden. Die Dauerbrenner in der Coachingzone sind im Fußball zu einer eher seltenen Spezies geworden. Aber es gibt sie. Rund in Wiesbaden absolviert Nazir Saridogan beim Verbandsligisten FV Biebrich 02 gerade sein 13. Spieljahr, möglicherweise folgt ein weiteres. Beim Gruppenligisten SV Erbenheim hat Spielertrainer Karim El Bakkaoui die Zugehörigkeit zum Verein in Jahren ebenfalls bereits auf zweistellig geschraubt, während sich Daniel Löbelt beim SV Wiesbaden anschickt, diese Marke zu erreichen.
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Gleich um zwei Spielzeiten - beim Sportverein in der Ära Löbelt nichts Ungewöhnliches - haben die Verantwortlichen mit Clubchef Markus Walter an der Spitze nun mit dem 44-Jährigen verlängert, der die Verbandsliga bereits zu seinen Zeiten als Spieler bestens kennengelernt hat. Wird die nun getroffene Abmachung bis Mitte 2028 beiderseits erfüllt, hätte Daniel Löbelt die Dekade beim Traditionsverein von 1899 erreicht. „Und das beim SV Wiesbaden“, mag es Markus Walter angesichts der jetzt schon langen Amtszeit kaum glauben. Wo doch der Trainerstuhl in der bewegten Vergangenheit des Sportvereins nicht immer mit einer Stammplatz-Garantie verbunden war. Hartmut Freudenberg, der als Spieler und Trainer beim SVW Großes geleistet hat, habe es auf drei Amtszeiten als Coach gebracht, aber nicht auf zehn Jahre, erläutert Walter. Daniel Löbelt wird damit beim aktuellen Verbandsliga-Zehnten, der am 1. März bei SF/BG Marburg ins Jahr startet, zum Rekordtrainer.
Der A-Schein-Inhaber habe es „fachlich einfach drauf“, sagt Markus Walter. Um gleichermaßen die charakterlichen Eigenschaften des Trainers zu schätzen: „Er kommt authentisch rüber und versteht es aufgrund seiner Persönlichkeit, sehr gut mit Menschen umzugehen. Er kann sie so führen, dass er alle mitnimmt, ohne dass sich jemand vor den Kopf gestoßen fühlt.“ Mit dem Sportlichen Leiter Yildirim Sari und Markus Walter ist Löbelt darüber hinaus zu einem Dreigestirn geworden, das extrem vertrauensvoll zusammenarbeitet. Dazu zählten auch Diskussionen bei unterschiedlichen Standpunkten. Als das Team in der laufenden Runde ins Ergebnistief rutschte, zudem im Pokal beim SV Erbenheim ausschied, habe man im Rahmen eines „zweieinhalbstündigen Gesprächs jeden Stein umgedreht. Mit unterschiedlichen Ansätzen. Aber am Ende haben wir einvernehmlich eine Strategie gefunden“, schildert Markus Walter.
Während sich die drei Lenker auf sich verlassen können, kann Daniel Löbelt auf die Unterstützung von Co-Trainer Marcel Heilmann, Torwartcoach Umut Gündogan und Physiotherapeut Daniel Wartenberg bauen, der sich ferner als Athletikcoach einbringt. Auch in dieser Hinsicht stimme der Faktor Teamwork, lässt Markus Walter anklingen. Davon abgesehen sei Daniel Löbelt – zwei seiner Töchter spielen beim SVW – längst weit über den Spiel- und Trainingsbetrieb hinaus im Verein fest verankert. Und sprühe weiter vor Tatendrang: „Er sieht Perspektiven, ist total ambitioniert und sieht beim SVW die Grenze noch nicht als erreicht an“, findet Steuermann Walter noch einen weiteren Positivpunkt, der für den Rekordcoach spricht.