
Der Kölner Kreispokal schreibt im Viertelfinale seine ganz eigenen, verrückten Gesetze. Für die Sensation sorgte der C-Ligist SV Westhoven-Ensen, der mit einer leidenschaftlichen Leistung den drei Klassen höher spielenden Bezirksligisten CfB Ford Niehl mit 3:1 aus dem Wettbewerb warf. Und was macht Marten Imping vom SC Germania Ossendorf, der bereits im Achtelfinale alle sieben Tore schoss? Er avancierte auch beim 4:2-Erfolg gegen Zollstock mit einem Viererpack zum unumstrittenen Matchwinner.
In einem spannenden Viertelfinale des Kreispokals hat der favorisierte Landesligist SC Blau-Weiß Köln einen drohenden Knockout gegen den A-Ligisten SC Weiler Volkhoven erst in letzter Sekunde abgewendet. Der Außenseiter schnupperte kurzzeitig an der Sensation, musste sich jedoch der individuellen Qualität des Vorjahresfinalisten geschlagen geben.
Der SC Blau-Weiß Köln startete druckvoll in die Begegnung und ging in der 32. Minute verdient in Führung, als Maik Spiekermann einen Steckpass von Mirko Wiersch erlief und zum 0:1 verwandelte. Der SC Weiler Volkhoven agierte als souveräner Kreisliga-Spitzenreiter jedoch keineswegs eingeschüchtert und glich in der 76. Minute durch einen sehenswerten Distanzschuss von Sinan Musliov aus rund 25 Metern aus. Nur drei Minuten später drehte der Underdog die Partie komplett, nachdem Joey Söntgen ein Zuspiel von Simon Geertschuis zur 2:1-Führung verwertete.
Die Gäste fanden jedoch spät zurück in die Spur – erneut war es Spiekermann, der in der 85. Minute eine Vorlage von Niklas Lohrer im Rückraum zum 2:2-Ausgleich nutzte. Die endgültige Entscheidung fiel tief in der Nachspielzeit, als Tilman Demmer nach einer Ecke von Simon Bloess am zweiten Pfosten zum 2:3-Endstand einschob. Trotz der leidenschaftlichen Leistung des A-Ligisten zog der Landesligist damit mühsam ins Halbfinale ein.
"Das war ein echter Kampf und ein Krimi in Weiler. Am Ende haben wir durch eine absolute Mannschaftsleistung gewonnen. Nach den Rückschlägen in der vergangenen Woche hat die Mannschaft Charakter gezeigt. Für die Stimmung im Team ist das ein enorm wichtiger Sieg", bilanzierte BW-Coach Sven Henke nach dem Spiel.
Der Aufsteiger SC Germania Ossendorf hat den SV Rot-Weiß Zollstock beim 4:2-Auswärtserfolg aus dem Pokal gekegelt. Herausragender Akteur war erneut Marten Imping, der die Gäste bereits in der Anfangsphase mit einem Hattrick in Führung schoss, wobei er bei seinen Treffern in der 10. und 23. Minute von Godwin Onwuneme und Carmelo Comandatore bedient wurde. Zollstock meldete sich jedoch kurz vor der Halbzeitpause durch einen verwandelten Foulelfmeter von Jonas Bockermann und einen weiteren Treffer von Robin Kliemt eindrucksvoll zurück.
Die Partie drohte in der 70. Minute vollends zu kippen, als Nour Hamid Trabelsi nach einer Notbremse die Rote Karte sah und die Germania die Schlussphase in Unterzahl bestreiten musste. Doch es war erneut Imping, der in der 84. Minute mit seinem vierten Tor des Tages für die Entscheidung sorgte. Dank des Torjägers, der bereits im Achtelfinale siebenmal erfolgreich war, feiert Ossendorf den Einzug ins Pokal-Halbfinale.
Der krasse Klassenunterschied zwischen der Kreisliga C und der Bezirksliga war am Dienstagabend nur auf dem Papier existent. In einem intensiven Viertelfinale triumphierte der SV Westhoven-Ensen über den CfB Ford Niehl. Nach dem Erfolg gegen Merheim in der vorangegangenen Runde kegelte der C-Liga-Primus nun auch den drei Klassen höher spielenden CfB Ford Niehl mit einem 3:1-Sieg aus dem Wettbewerb.
Die Begegnung begann mit einer druckvollen Phase der Gastgeber. Die Elf von Trainer Rene Koura agierte von Beginn an mit viel Einsatz und Zielstrebigkeit, wodurch der Gegner früh unter Druck gesetzt wurde. Die Belohnung folgte in der 27. Minute, als der bereits in der Anfangsphase eingewechselte Sarhat Tsheri zur verdienten 1:0-Führung traf. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit fanden die Gäste aus der Bezirksliga besser in die Partie und nutzten eine ihrer Gelegenheiten zum Ausgleich.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb es ein umkämpftes Spiel, in dem die Hausherren vor allem mit Leidenschaft und mannschaftlicher Geschlossenheit überzeugten. Anstatt das Spiel lediglich zu kontrollieren, setzte Westhoven immer wieder gefährliche Nadelstiche über Konter. In der 63. Minute führte genau ein solcher Angriff zur erneuten Führung: Ein Vorstoß der Gastgeber wurde durch ein Foul im Strafraum unterbrochen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Rojwar Hassan Abd sicher zur 2:1-Führung.
In der Schlussphase kämpften die Hausherren aufopferungsvoll gegen den Bezirksligisten und verteidigten den Vorsprung mit großem Willen. In der Nachspielzeit wurde schließlich ein weiterer Konter konsequent zu Ende gespielt, als der eingewechselte Nils Hunold in der 92. Minute den 3:1-Endstand markierte.
Entsprechend bedient zeigte sich Niehl-Trainer Dogan Oymak nach dem Schlusspfiff: „Wir sind verdient aus dem Pokal ausgeschieden. Westhoven war in allen Belangen aktiver – sowohl gegen den Ball als auch mit dem Ball. Wir haben es nicht geschafft, unsere Leistung auf den Platz zu bringen und waren in vielen Situationen zu harmlos und nicht konsequent genug.“ Für den CfB-Coach war der Auftritt seiner Mannschaft auch eine Frage der Mentalität. „Da müssen wir uns auch selbst hinterfragen, gerade was Intensität und Auftreten angeht. So wird es gegen solche Gegner einfach schwierig. Glückwunsch an Westhoven – sie haben es gegen uns sehr gut gemacht und sich den Sieg absolut verdient“, konstatierte Oymak.

Trotz der jüngsten Erfolgsserie des A-Ligisten Borussia Kalk erwies sich die SpVg Rheindörfer im Pokal-Viertelfinale als eine Nummer zu groß. Bereits in der 16. Minute eröffnete David Meyes nach Zuspiel von Joel Heuter den Torreigen, bevor Tom-Luca Klein per Handelfmeter und erneut Meyes per Kopf nach Heuter-Flanke noch vor der Pause auf 0:3 stellten.
"Eine außergewöhnliche Kulisse in Kalk, getragen von beiden Fanlagern, hat diesem Pokalabend einen ganz besonderen Rahmen gegeben. Für den Amateursport war das wirklich etwas Besonderes. In der Anfangsphase war es noch ein klassisches Abtasten, aber wir hatten früh etwas mehr Kontrolle und mehr Spielanteile. Dass wir dann schon mit 3:0 in die Halbzeit gehen, lag vor allem an unserer hohen Effizienz", so Co-Trainer Patrick Melis, der Sebastian Tillmann an der Seitenlinie vertrat.
Unmittelbar nach dem Seitenwechsel erhöhte Heuter auf Vorlage von Klein auf 0:4, woraufhin der eingewechselte Manuel Montag sowie Julian Potisk, bedient von Meyes, das Ergebnis weiter in die Höhe schraubten. In der Schlussphase machten erneut Montag nach Vorarbeit von Marcel Dawidowski und schließlich Meyes mit seinem dritten Treffer nach Zuspiel von Maximilian Reuten den 0:8-Endstand perfekt.
"Mit dem frühen Treffer direkt nach Wiederanpfiff war die Partie dann im Grunde entschieden. Was meine Mannschaft an diesem Abend gezeigt hat, war extrem erwachsen, konzentriert und professionell. Ich bin unfassbar stolz auf die Jungs und genauso auf unsere Fans, die uns mit einem überragenden Support durch diesen Abend getragen haben. Unser Verein hat sich gestern von seiner besten Seite präsentiert – auf und neben dem Platz. Jetzt wollen wir natürlich mehr und haben ganz klar das Ziel, den Pokal zu gewinnen" zeigte sich Melis hochzufrieden und wittert jetzt den Coup: "Jetzt wollen wir natürlich mehr und unser klares Ziel ist es, den Pokal nach Hause zu holen."
Die Gastgeber fühlten sich von Schiedsrichterentscheidungen benachteiligt und machten ihrem Ärger in einem Posting auf Instagram Luft: "Der Hauptschiedsrichter sowie seine Assistenten waren klar aufseiten von Rheindörfer. Eindeutige Aktionen für Kalk wurden abgepfiffen, während klare Vergehen des Gegners ungeahndet blieben. In der zweiten Halbzeit müssen wir uns allerdings auch selbst hinterfragen. Wir haben am Ende alles nach vorne geworfen und sind in Konter gelaufen. Insgesamt hätten wir über die gesamte Spielzeit hinweg mehr investieren müssen", heißt es in der Mitteilung.