– Foto: Volkhard Patten

SV Wesenitztal lieferte Favorit Plauen einen harten Kampf

Oberligist konnte Sachsenpokal-Match nur knapp für sich entscheiden

Vielleicht bereits das vorweggenommene Saisonhighlight – 2. Runde im Sachsenpokal gegen den Oberlisten aus Plauen. Die Vorzeichen schienen klar. Der zwei Ligen höher spielende Gast hatte zweifelsohne die Favoritenrolle inne. Die Ihrerseits mit maximaler Punktausbeute in die Landesklasse gestarteten Hausherren, wollten es dem VFC jedoch so schwer wie möglich machen.

Die Gäste verzeichneten direkt vom Anstoß weg den ersten Torschuss. Doch der Versuch war zu ungenau und kein Problem für Torhüter Eric Droßel, der auch in der Folge immer wieder im Mittelpunkt stand und nach einem Abschluss des auffälligen Spranger klasse parierte. Aus der darauffolgenden Ecke entwickelt sich ein schnelle Tempogegenstoß der Hausherren. Die Abwehr der Vogtländer unterläuft in der 10. Minute den langen Ball, Martin Schiefner behält unter Bedrängnis die Nerven und schiebt am herausgeeilten Schussmann vorbei zum 1:0 ein. Trotz des Rückstandes war es erwartungsgemäß der Oberligist, der mit mehr Ballbesitz und Abschlussgelegenheiten aufwarten konnte. Aber die Heimmannschaft machte es dem Gegner mit viel Engagement und Geschlossenheit sehr schwer. Immer wieder wurden die Angriffsbemühungen im Aufbau gestört oder die Schuss- und Flankenversuche durch die gut organisierte Defensive um Felix Graage und Rico Rudolph abgewehrt. Und wenn es der Hintermannschaft mal nicht gelang, sprang Eric Droßel, ob mit Faustabwehr gegen Bibaku oder Blitzreflex gegen Spranger, für seine Vorderleute ein. Offensiv blieb dem Gastgeber die Rolle der Kontermannschaft. Immer mal wieder gelang es sich aus dem Druck der Vogtländer zu befreien. Allerdings gerieten die häufig aus Standards resultierenden Abschlüsse zu ungenau. Kurz vor dem Pausenpfiff die wohl größte Chancen für den VFC Plauen. Doch nach Kopfballablage von Bibaku verzieht Spranger aus Nahdistanz, sodass es mit 1:0 für den SVW in die Halbzeit geht.

Die Gäste kamen ohne Wechsel aus der Kabine. Auf Seiten der Wesenitztaler wurden die Torleute getauscht. Im zweiten Abschnitt stand nun Alf Leuner gegen den Oberligisten zwischen den Pfosten. Und auch dieser wurde bereits nach wenigen Minuten erstmals auf die Probe gestellt bzw. parierte sehenswert beim Distanzschuss von Albert in der 56 Minute. Nur kurze Zeit später (60.) wurden die Gäste letztendlich für ihre fortwährenden Angriffsbemühungen belohnt. Nach einem Eckball ist abermals Albert zur Stelle und köpft zum 1:1 Ausgleich ein. Weiterhin drückte der Oberligist, wenngleich die Plauener teilweise auch zu einfallslos agierten. Immer wieder waren es Leuner oder die vielbeinige Abwehr, die im letzten Moment klären konnten. In der 62. dann der vermeintliche Führungstreffer für den VFC. Doch Bibaku stand bei seinem Abschluss im Abseits. Offensiv war es für die Hausherren in dieser Phase schwierig. Nur selten gelang es in der sehr kräftezehrenden Partie für Entlastung zu sorgen. Aber dafür gab es für die Zuschauer Qualität statt Quantität. Mit einem Freistoß der Marke Tor des Monats, trifft Maik Kühn in der 76. Minute aus 25 Metern, über die Mauer hinweg, ins obere Toreck zum umjubelten 2:1. Nur noch 15 Minuten und die faustdicke Überraschung wäre perfekt. Die Spannung war nun greifbar. Die Mannschaft warf alles in die Waagschale. Leider fehlten zum Schluss ein bis zwei Minuten, denn als alle Wesenitztaler mit Anbruch der 90. Minute sehnlichst auf den Abpfiff warteten, war Lucas Will (90.+1) zur Stelle und drückt den Ball aus Nahdistanz zum Ausgleich über die Linie.

Verlängerung - nochmals 30 Minuten und nochmals jede Menge Lauf-/Abwehrarbeit. Plauen weiterhin mit mehr Ballbesitz und bis auf den Abschluss von Kretzer mit weniger zwingenden Chancen, ehe sich in der 116. Minute die Möglichkeit per Foulstrafstoß ergibt. Kyriakos Andreopoulos lässt sich die Gelegenheit nicht entgehen. Alf Leuner ist zwar im bedrohten Eck, muss den scharfen und platzierten Abschluss jedoch passieren lassen. Wesenitztal mobilisiert nun nochmals die letzten Reserven. Und tatsächlich bieten sich in der Schlussphase noch Chancen zu abermaligen Ausgleich. Zuerst ist Torhüter Kuhl gegen Schiefner per Fussabwehr zur Stelle. Anschließend zielt Rudolph per Kopf zu ungenau, ehe sich Martin Schiefner kurz vor Toresschluss nochmals im Strafraum durchsetzt und das anvisierte lange Eck knapp verfehlt.

Am Ende steht eine überaus anerkennenswerte und engagierte Leistung unserer 1. Mannschaft, die dem Oberligisten aus Plauen über 120 Minuten Paroli geboten und an den Rand einer Niederlage geführt hat.

Tore SVW: Martin Schiefner, Maik Kühn

SVW mit: Droßel (46. Leuner) – Graage, Plodek, Rudolph, Leuner (115. Steglich), Lauterbach, Kühn, Nguyen, Hoppadietz, Born (115. Schuster), Schiefner

Aufrufe: 06.9.2022, 11:47 Uhr
Henry Eisold / SVWAutor