Seit Anfang Januar für den SVWW am Ball: Linus Schulte-Wissermann hat sich schnell auf dem Halberg eingelebt und könnte schon am Sonntag in Heidenheim auf dem Platz stehen. 	Foto: svww.de/ Rodzinski
Seit Anfang Januar für den SVWW am Ball: Linus Schulte-Wissermann hat sich schnell auf dem Halberg eingelebt und könnte schon am Sonntag in Heidenheim auf dem Platz stehen. Foto: svww.de/ Rodzinski

180 Kilometer täglich pendeln für Bundesliga

U19-BUNDESLIGA: Koblenzer Neuzugang Linus Schulte-Wissermann nimmt die lange Anfahrt für sein großes Ziel gerne in Kauf

Taunusstein. Linus Schulte-Wissermann sitzt jeden Tag mindestens zwei Stunden im Auto, um am Training der U 19 des SV Wehen Wiesbaden teilnehmen zu können. Rund 90 Kilometer lang ist die einfache Strecke von seiner Heimatstadt Koblenz auf den Halberg. „Aber das geht schon. Meine ganze Familie unterstützt mich. Sie wechseln sich mit dem Fahren ab“, erklärt der 17-Jährige, der in der Winterpause vom TuS Koblenz zum SVWW wechselte. Mitte März wird er 18 Jahre. „Ab da kann ich dann auch alleine fahren. Den Führerschein habe ich bereits“, sagt er und in seinen Worten klingt ein enormer Tatendrang durch.

Der defensive Mittelfeldspieler wirkt ehrgeizig. Sein Tagesablauf ist nämlich nicht nur durch die lange Anfahrt zum Training eng getaktet. An manchen Tagen hat er bis 17 Uhr Schule. „Mein Alltag ist schon ziemlich vollgepackt. Aber das ist das, was ich wollte: Ich wollte die Chance nutzen, in der Bundesliga zu spielen. Und die habe ich bei Wehen Wiesbaden bekommen“, freut er sich. Im nächsten Jahr will er sein Abitur machen. Da darf natürlich auch das Lernen nicht zu kurz kommen. „Das bekomme ich bisher aber sehr gut hin. Ich habe in der Schule keine Probleme.“

Genauso wenige Probleme hatte Schulte-Wissermann, sich bei seinem neuen Club einzufinden. Er ist zum Trainingsauftakt Anfang Januar zur Mannschaft gestoßen und hat sich schon gut eingelebt. „Das ist mir leicht gefallen, da mich die Mannschaft und das Trainerteam sehr gut aufgenommen haben. Es macht mir Spaß. Es sind alle total nett zu mir“, berichtet er. Und so ist ihm auch bereits das angestrebte Saisonziel der Mannschaft von Trainer Nils Döring in Fleisch und Blut übergegangen: „Für uns geht es einzig und allein um den Klassenerhalt. Das ist unser großes Ziel.“ Er möchte sich im Team „auf Dauer durchsetzen“ und ihm mit seinen Stärken helfen. „Ich bin kopfball- und zweikampfstark. Außerdem habe ich ein gutes Passspiel“, zählt der 17-Jährige seine Vorzüge auf und weiß aber auch, welche Dinge er noch verbessern muss: „Manchmal fällt es mir ein bisschen schwer, Kritik anzunehmen. Aber dessen bin ich mir bewusst und daran arbeite ich. Sportlich muss ich noch an meiner Dynamik feilen.“ Trainer Döring ist mit dem Neuzugang jedenfalls sehr zufrieden. „Linus ist sehr gut in der Mannschaft angekommen. Er ist ein total positiver Typ und ein absoluter Gewinn für uns“, lobt der Coach.

Da Schulte-Wissermann Döring in der Vorbereitung bisher überzeugt habe, „ist er auf jeden Fall eine ernst zu nehmende Option, die auch beim Rückrundenstart in Heidenheim eventuell schon auf dem Platz stehen kann“. Der SVWW trifft am Sonntag (14 Uhr) auf den Tabellensechsten der A-Junioren-Bundesliga, der am vergangenem Samstag Ligaprimus Bayern München in einem Nachholspiel die erste Saisonniederlage zufügte.

Marc-André Kositzki fällt bis zum Saisonende aus

Vielleicht darf dann auch der zweite Winterneuzugang der Taunussteiner – Yoel Yilma – mitmischen. Der gebürtige Erbenheimer, der zuletzt in der A-Jugend von Borussia Dortmund spielte, stieß schon Anfang Januar als Testspieler zum Döring-Team und wurde nun mit einem Vertrag beim SVWW bis Saisonende ausgestattet. In Heidenheim nicht mit dabei sein wird definitiv Innenverteidiger Marc-André Kositzki. Der 18-Jährige, der den SVWW im Sommer in Richtung Dortmund verlässt, hat sich einen Meniskusriss zugezogen und wird bis Saisonende ausfallen.



Aufrufe: 1.2.2018, 07:00 Uhr
Nadine PeterAutor

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