– Foto: Thomas Rinke

Bitburger Lokalkonkurrenten streiten sich um den Aufstieg

Die Lage in den beiden Fußball-C-Ligen zur Winterpause: Bongard und Kirchweiler wollen nach vielen Jahren wieder hoch. Enges Rennen auch in der Parallelstaffel.

Kreisliga C I

Die SG Bongard/Brück-Dreis/Waldkönigen/Dockweiler führt das Klassement an (28 Punkte /13 Spiele). „Was wir bis jetzt erreicht haben, stimmt uns super zufrieden. Unser Ziel war, von Anfang an vorne mitzuspielen. Das haben wir geschafft. Die gute Ausgangsposition wollen wir im Frühjahr bestätigen. Der Aufstieg ist realistisch“, sagt Trainer Dietmar Zimmer. 2016 war die SG aus der B-Klasse abgestiegen. Joshua Wheaton, dessen Bruder Melvin beim B-Ligisten SV Fortuna Nohn und beim Handball-Oberligisten TuS Daun aktiv ist, hat elf Treffer erzielt und rangiert damit in der C-I-Torjägerliste gemeinsam mit Andreas Becker-Marxen von der SG Weinsheim II auf Platz zwei. Zuletzt ging der Zimmer-Elf aber etwas die Luft aus, denn beim 0:2 in Burbach gegen Lasel und beim 1:2 zuhause gegen den FC Demerath kassierte das Team zwei Niederlagen am Stück, ehe es abschließend noch zu einem 3:0 bei der SG Pronsfeld II reichte.

Verfolger FC Kirchweiler (27/13) verfügt über die bislang stabilste Abwehr, hat erst zwölf Gegentore kassiert. Die beiden erfahrenen Trainer Hubert Runge und Matthias Kaspers wollen das Team zum langersehnten Aufstieg führen. Nach dem Abstieg 2013 ist der FCK mehrfach knapp gescheitert. „Wir haben eine gute Hinrunde gespielt. Zusammenhalt und Kommunikation stimmen“, zeigt sich Daniel Weber, 2. Vorsitzender und Offensivspieler in Kirchweiler, für die Restrückrunde gewappnet. Zumal der FCK mit Christian Lenzen (zwölf Treffer) den besten Torjäger der Liga hat. Die zwei Niederlagen gab es gegen Bongard (0:2) und Demerath (1:2). Mit Tobias Marx, Tom Panzer sowie auch Daniel Weber und Christian Lenzen, die zeitweise wegen Verletzungen oder aufgrund von beruflichen Verpflichtungen fehlten, stehen wichtige Spieler im Frühjahr wieder bereit. Lediglich Christian Theisen fällt wegen eines Kreuzbandrisses länger aus.

Dritter ist die SpVgg Struth (26/12). Coach Christian Britzius ist mit der Entwicklung sehr zufrieden: „Wir haben uns neu aufgestellt, das Kollektiv ist gefestigt. Vor allem defensiv stehen wir sehr stabil. Natürlich wollen wir so lange wie möglich oben dran bleiben. Wir machen uns aber keinen Druck.“ Mit Leon Labonde hat ein junger Spieler besonders auf sich aufmerksam gemacht. Sechs Tore erzielte der Youngster meist als Joker. „Leon ist ein junger Kerl mit ganz viel Qualität. Wir werden hoffentlich noch sehr viel Spaß an ihm haben.“ Nachdem er sich drei Spieltage vor der Winterpause beim 1:1 gegen Kirchweiler einen Innenbandanriss zugezogen hat, wird Lucas Grötz zur Vorbereitung wieder bereitstehen, ehe es am 16. April zum Kracher-Auftakt zur SG Lasel geht. Britzius: „Wir haben gegen Lasel im Pokal und in der Liga bislang zweimal verloren und hoffen jetzt auf ein Erfolgserlebnis.“

Der eigentliche Titelfavorit SG Lasel-Feuerscheid/Schönecken/Burbach (24/12) rangiert nur auf Rang vier. Das Ziel Meisterschaft und Wiederaufstieg in die Kreisliga B, aus der das stets ambitionierte Team nach der Saison 2015/16 abgestiegen war, wäre beinahe schon aus den Augen verloren worden, als man nach zehn Spieltagen mit zwei Niederlagen und drei Unentschieden nur Sechster war. Trainer Johann Reifers bot nach rund fünfjähriger Tätigkeit seinen Rücktritt an, die Trennung erfolgte nach dem 1:1 in Kelberg in „beiderseitigem Einvernehmen“, so Lasels Geschäftsführer und SG-Vorstandsmitglied Thomas Disch. Reifers’ Nachfolger Manfred Hamper brachte das Team um Torjäger Fabian Geimer (neun Treffer) mit drei Siegen in Folge wieder auf Schlagdistanz zur Spitze. Disch: „Da hat die Mannschaft gezeigt, dass sie Teamgeist, Einsatz und Kampf gut miteinander verbinden kann und bereit ist, noch mal oben anzugreifen.“ In der Vorbereitung wird auch Jannik Rings wieder dabei sein, der eine schwere Knieverletzung wieder auskuriert haben dürfte. Neu-Coach Hamper, der zuvor Mitglied des Trainerteams des FC Bitburg war, fühlt sich wohl beim Ex-Bezirksligisten: „Es macht sehr viel Spaß. Ich kann mich hier sehr gut einbringen, und habe es mit ganz feinen Menschen zu tun.“

Kreisliga C II

Die SG Stahl/Mötsch II steht nicht umsonst auf der Pole Position. Denn die Truppe des bisherigen Trainers Claudio Zornio (wechselte zu Jahresbeginn zu Bezirksligist SG Baustert, TV berichtete) hat sowohl die beste Abwehr (14 Gegentreffer) als auch den durchschlagskräftigsten Angriff (52 Tore) der Liga. Bagok Akpinar und Yannick Mutsch trafen schon jeweils neun Mal. Während der 4:0-Auswärtssieg bei der SG Seinsfeld große Beachtung fand, musste die Zornio-Elf beim 1:2 gegen Herforst II eine überraschende Schlappe einstecken. Im Stadtderby gegen den FC Bitburg II unterlag man ebenfalls mit 1:2. Um vor Weihnachten auf der Pole Position zu überwintern, war der 3:1-Sieg gegen die SG Spangdahlem eminent wichtig. Erste-Mannschaft-Coach Heiko Ewen sagt: „Das vereinsinterne Ziel, mit der zweiten Mannschaft aufzusteigen, ist mehr als realistisch. Da werden wir alles in die Waagschale werfen, auch was die Unterstützung aus meinem Team angeht.“ Während Mutsch wegen eines Schien- und Wadenbeinbruchs noch ausfallen wird, stehen in der Vorbereitung Julian Green und Tim Gillen wieder bereit. Nach Angaben von Jörg Hoffmann, Vorsitzender des TuS Mötsch, gibt es aktuell noch keinen Nachfolger für den gewechselten Zornio.

Der FC Bitburg II ist relativ gesehen sogar Spitzenreiter, hat die Rheinlandliga-Zweite doch aus nur 13 Spielen ebenfalls 32 Zähler gesammelt. Trainer Christian Fernandez hat lediglich eine Niederlage zu beklagen (1:3 bei der SG Arzfeld II) und ist mit der Saison sehr zufrieden: „Die Unterstützung aus der Rheinlandligamannschaft ist zugesichert. Wenn die Jungs weiter so gut mitziehen, haben wir gute Chancen aufzusteigen. Genau das sollte unser Anspruch sein.“ Wermutstropfen: Toptorschütze Anthony Delgado, (17 Treffer) will den Club in der Winterpause verlassen (siehe auch den Artikel auf Seite 18). Der erst 18-jährige Aaron Matondo hat neun Tore auf dem Konto. Pikant: Während der FCB im Pokal gegen Seinsfeld ausschied (2:4), korrigierte man das Ergebnis vier Tage später und gewann im Punktspiel mit 5:2. Ob die Mitte Oktober beim Stande von 3:0 abgebrochene Partie zwischen Herforst II und Bitburg II nun wiederholt wird (so entschied die Kreisspruchkammer in erster Instanz), ist immer noch offen: Die Herforster Berufung will die Bezirksspruchkammer nun am 20. Januar behandeln. Mit dem früheren Schleider Hasan Özdemir und dem auf der Air-Base in Spangdahlem arbeitenden US-Amerikaner Leon Wahome (24) stehen zwei Neuzugänge fest. Nach auskurierten Verletzungen sind mit Nadir Ramadani (Zehenbruch) und Alexandru Roca (Knie) zwei Akteure wieder fit. Lediglich Rene Koch (Kreuzbandriss) und Waldemar Kasemir (Sprunggelenk) fallen längerfristig aus. Mika Stojicevic wechselte indes zum A-Ligisten SG Nattenheim-Bickendorf.

Auch die drittplatzierte SG Arzfeld/Daleiden/Dasburg-Dahnen II (31/14) möchte unbedingt aufsteigen. Trainer Karsten Klein sagt: „Ziel vor der Saison war, oben mitzuspielen und die Jugendspieler bestmöglich zu integrieren. Das ist uns bislang sehr gut gelungen. Der Aufstieg ist unser Ziel.“ Vor allem mit dem Start war Klein sehr einverstanden, dennoch relativiert der 37-Jährige: „Mit den drei Niederlagen in Rittersdorf (0:2), gegen Stahl II (0:1) und in Seinsfeld (1:3) hatten wir einen kleinen Durchhänger, sind dann aber wieder aufgestanden.“ Mit dem 20-jährigen Dustin Jakobi haben die Westeifeler einen durchsetzungsfähigen Angreifer, der bereits zwölf Mal getroffen hat. „Dustin ist unglaublich schnell und auch robust. Er fackelt nicht lange und agiert sehr geradlinig in Richtung gegnerisches Tor.“ Nach der Winterpause kommen mit Simon Eckertz, Tobias Keil, Felix Hoffmann, Lukas Urfels, Janek André, Nico Marbach und Marius André sieben Spieler aus Verletzungen und beruflichen Verpflichtungen ins Team zurück.

Auf Rang vier in Lauerstellung rangiert die SG Seinsfeld/Oberkail (29/14). Das von Thomas Mayer gecoachte Team hatte vor der Saison die meisten Neuzugänge zu integrieren. Prominenteste Neuverpflichtung war der frühere Ellscheider Rheinlandligaspieler Johannes Endres. Kapitän Michael Jegen ist mit 14 Treffern bester Torschütze. „Bis auf ein, zwei Spiele, in denen wir nicht die Leistung gebracht haben, kann ich sehr zufrieden sein mit der bisherigen Saison“, sieht Mayer wenig Anlass zur Kritik. Die Chancen aufzusteigen, haben für ihn alle „vier Mannschaften, die da oben stehen. Wir liegen nur drei Punkte auseinander. Die Aufstiegschancen stehen und fallen mit dem Start nach der Winterpause.“ Weil er auf Weltreise geht, wird Simon Müller zumindest vorerst nicht mehr zur Verfügung stehen. Mit Lars Elsen, Alex Pauly, Lukas Thielen, Christoph Lehnert, Andreas Densborn und Thomas Mayers kommen einige Spieler aus Verletzungen zurück.

Auf- und Abstieg in der C-Liga

Die beiden Staffelsieger ermitteln den Kreismeister und steigen in die Kreisliga B auf. Die Tabellenzweiten, bei deren Verzicht die Tabellendritten, bestreiten Relegationsspiele um eventuelle freie Plätze in der B-Klasse. Der Letzte und Vorletzte steigen jeweils ab, wobei das Teilnehmerfeld in der C-I-Liga durch den Rückzug der SG Schneifel III bereits reduziert wurde.

Aufrufe: 06.1.2022, 12:56 Uhr
Lutz SchinköthAutor

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