Jung und dynamisch: Hermann Unholzer 1985 als Akteur der SpVgg Plattling.
Jung und dynamisch: Hermann Unholzer 1985 als Akteur der SpVgg Plattling. – Foto: Archiv Unholzer

Dorfplatz-Idol (18): Der ganze Stolz Wallerfings

Im Rahmen der Serie "Dorfplatz-Idol" blickt FuPa auf die Vereinslegenden von A-Klassisten +++ Teil 18: Hermann Unholzer vom SV Wallerfing +++

Zu einem typischen Sonntagnachmittag gehört ein Spiel der Dorfmannschaft auf dem örtlichen Sportplatz. Abgerundet wird das Ganze durch das obligatorische Zuschau-Bier und die vielen, vielen Diskussionen rund um die 90 Minuten. Besonders im Fokus stehen dabei die sog. Vereinslegenden, also Spieler, die sich besonders verdient machen bzw. gemacht haben. Im Rahmen der Serie "Dorfplatz-Idol" blickt FuPa auf eben jene Ikonen der A-Klassen-Vereine, die entweder noch aktiv sind - oder längst ihre Karriere beendet haben. Teil 18: Hermann Unholzer vom SV Wallerfing.

"Hermanns höherklassige Karriere hat in Wallerfing begonnen. Dass er Bayernliga gespielt hat, macht uns alle stolz. Dass es trotz seiner Erfolge seine Wurzeln nie vergessen hat, spricht für ihn. Er ist ja nicht nur einfach so zum SV zurückgekehrt, sondern hat sogleich Verantwortung übernommen. Und nicht nur das: Standen bzw. stehen irgendwelche Arbeiten an, ist er noch heute stets vor Ort. Hermann ist SV - und ein sehr gerne gesehener Gast am Sportgelände." (Stefan Gaschler, Abteilungsleiter SV Wallerfing)


Er spielte gegen Bayer Leverkusen, Fortuna Düsseldorf und die Löwen

Gratulation, Du bist das Dorfplatz-Idol Deines Vereins. Der Vorsitzende hat Dich auserkoren. Was bedeutet Dir diese Auszeichnung?
Wenn man vom Heimatverein auf diese Art und Weise ausgezeichnet wird, ist das natürlich was Besonderes. Es ist schön, so ein Aushängeschild zu sein.

Von wann bis wann warst Du für Deinen Verein aktiv? Wie viele Spiele hast Du in dieser Zeit bestritten? Welche Erfolge hast Du gefeiert?
Meine ersten Schritte auf einen Fußballplatz habe ich in Wallerfing gemacht. Bereits in der Schüler bin ich aber nach Plattling gewechselt. Bei der Spielvereinigung habe ich unter Alfred Kohlhäufl später Bayernliga gespielt, genauso wie kurz in Vilshofen. 1988, nach dem Abstieg von Plattling, habe ich dort das Spielertrainer-Amt übernommen, ehe ich 1992 in selber Funktion zu meinem Heimatverein zurückgekehrt bin. 1993 bin ich nach Deggendorf gewechselt, wo ich ebenfalls spielender Trainer war. Dort bin ich aber nur kurz geblieben. Bis 1999 war ich dann noch als Spieler für den SV Wallerfing aktiv.

Den Vereinspullover vom SV Wallerfing trägt Hermann Unholzer mit Stolz.
Den Vereinspullover vom SV Wallerfing trägt Hermann Unholzer mit Stolz. – Foto: Unholzer

Welche Aufgaben rund um Deinen Verein hast Du bisher über Dein Spieler-Dasein hinaus übernommen?
Gleich nach meinem Karriereende wurde ich beim Sportverein Abteilungsleiter, was bei uns gleichbedeutend ist mit dem Amt des 2. Vorsitzenden. Nach drei Jahren habe ich mich endgültig zurückgezogen. Inzwischen bin ich nur noch leidenschaftlicher Fan vom SVW. Und nicht zu vergessen: Für die AH war ich noch im Einsatz.

Warum ist der Verein Deine große Herzensangelegenheit? Was zeichnet Deinen Verein aus? Welche Alleinstellungsmerkmal hat er?
Hier in Wallerfing hat alles begonnen. Der SV ist mein Heimat- und Herzensverein. Es war eine sehr schöne Sache, hier meine Karriere ausklingen lassen zu können. Den Verein zeichnet eine Kameradschaft aus, die ihresgleichen sucht. Auch deshalb bin ich nur gerne vor Ort.

Welche Spiele oder gar Spielzeiten sind Dir besonders in Erinnerung geblieben?
Da gibt es einige. Mit Plattling durfte ich gegen Bayer Leverkusen, Fortuna Düsseldorf und 1860 München spielen. In Vilshofen waren mal 11.000 Zuschauer bei einem Spiel. Ich habe gegen alle bayerischen Topteams außer Nürnberg und Bayern gespielt. Doch auch in Wallerfing habe ich ein absolutes Highlight erlebt: Nach dem Aufstieg in die damalige A-Klasse (heutige Kreisliga) waren wir drauf und dran durchzumarschieren. Leider ist uns im Saisonendspurt etwas die Puste ausgegangen.

Gibt es irgendein (Sieges-)Ritual, an das Du Dich mit Freude erinnern kannst?
Nein, da fällt mir eigentlich nichts ein. Die obligatorische Halbe Bier nach dem Spiel ist ja kein besonderes Ritual, sondern Alltag (schmunzelt).

Hattest Du höherklassige Angebote? Wenn Ja: Aus welchen Liga? Und: Warum hast Du diese abgelehnt?
Nach dem Abstieg der SpVgg Plattling waren die dortigen Verantwortlichen bei mir Zuhause. Sie wollten mich als Spielertrainer haben. Ich habe auch zugesagt. Aber noch in der selben Sekunde hat das Telefon geläutet. Der FC Augsburg wollte mich als Spieler holen. Doch ich bin zu meinem Wort gestanden und habe Plattling übernommen.

Die Plattlinger Bayernliga-Mannschaft im Jahr 1977 mit Hermann Unholzer (stehend 5.v.l).
Die Plattlinger Bayernliga-Mannschaft im Jahr 1977 mit Hermann Unholzer (stehend 5.v.l). – Foto: Archiv Unholzer

Wie hat sich Dein Verein aus Deiner Sicht entwickelt, seitdem Du mit an Bord bist?
Sportlich schaut es wieder nicht so gut aus. Seit einiger Zeit spielt die Erste nur in der A-Klasse - es waren schon bessere Zeiten da. Was mich sehr freut, ist, dass alle zusammenhalten und helfen, wenn Hilfe gebraucht wird. Aufstiege sind auf Kreisebene auch etwas Glückssache. Der Verein steht gut da, wird gut geführt und ist finanziell gut aufgestellt. Vor einiger Zeit haben sogar drei Mannschaften am Spielbetrieb teilgenommen. Es ist immer wieder schön, beim SV vorbeizuschauen.

Gibt es in der aktuellen Mannschaft aus Deiner Sicht jemanden, der ebenfalls das Potenzial zum Dorfplatz-Idol hat?
Spontan fällt mir da leider keiner ein. Ich muss zugegeben, dass mir auch etwas der unmittelbare Einblick fehlt..

Abschließend der obligatorische Blick in die Zukunft: Wo siehst Du Deinen Verein in 10-15 Jahren?
Schwierig zu sagen - gerade und vor allem wegen Corona. Ich hoffe, dass Wallerfing wieder einmal in die Kreisklasse aufsteigen kann.

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Euer Verein spielt in der A-Klasse? Und auch ihr habt den einen Spieler, der als Legende gilt (egal ob noch aktiv oder längst passiv)? Dann schreibt uns bitte an niederbayern@fupa.net!

Im Diensten des SV Wallerfing. Rund um die Jahrtausendwende war der 63-Jährige (stehend, ganz links) Abteilungsleiter bei seinem Heimatverein.
Im Diensten des SV Wallerfing. Rund um die Jahrtausendwende war der 63-Jährige (stehend, ganz links) Abteilungsleiter bei seinem Heimatverein. – Foto: Archiv Unholzer

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Helmut WeigerstorferAutor

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