– Foto: Maximilian Wirkus

Rot-Weiße aus Wittlich machen nach der Pause ernst

Bezirksliga West: Der vierte Spieltag im Überblick. BILDERGALERIEN

SV Speicher – SG Nusbaum 4:4 (2:2) Acht Tore und ein turbulentes Finale sahen 230 Zuschauer in Speicher. „Wir haben extrem gut begonnen, haben schon nach sieben Minuten mit 2:0 in Führung gelegen, doch dann haben wir durch einen krassen Torwartfehler den Faden verloren“, sprach Speichers Coach Martin Wagener von einer durchwachsenen ersten Halbzeit. Schon nach fünf Minuten hieß es 1:0 für die Heimelf, als Thomas Schütz nach einen Schuss von Artur Poloshenko zum 1:0 abstaubte. Zwei Minuten später knallte Tim Roth das Leder zum 2:0 unter die Torlatte. Bedingt durch den Speicherer Abwehrschnitzer fand Nusbaum in die Partie und erzwang durch Treffer von Timur Crnovrsanin (18.) und Noah Prinz (22.) binnen vier Minuten den 2:2-Ausgleich. Jannick Böwen schoss die Gäste nach der Pause sogar mit 3:2 in Führung (53.). Speicher bewies aber Moral und fand durch den 3:3-Gleichstand von Andrey Pertsch in die Partie zurück. Nun war Nusbaum wieder am Zug und Eldin Hodzic besorgte den 4:3-Führungstreffer (70.). Doch den letzten Akkord spielten die Gastgeber, für die Tim Roth in der dritten Nachspielminute der „Lucky Punch“ zum 4:4 gelang. „Nach der Pause war es ein ausgeglichenes Spiel. Wir haben in den letzten Minuten alles nach vorne geworfen und haben bis zum Schluss an den Punkt geglaubt“, sagte Speichers Coach Wagener.

SV Konz – SG Wittlich 2:4 (1:2) Nach drei sieglosen Auftaktspielen fand die SG Wittlich in Konz zu alter Stärke zurück und feierte den ersten Dreier. Mann des Tages war Nils Thörner, der dem Gästespiel seinen Stempel aufdrückte und an drei Treffern der Gäste beteiligt war. Konz legte los wie die Feuerwehr, doch im Laufe der ersten Halbzeit übernahmen die Gäste das Zepter. Die Wittlicher Führung von Nils Thörner, die dieser auf Zuspiel von Mattis Thörner erzielte (13.), glich Michel Kupper-Stöß für Konz aus (37.), doch kurz vor der Pause legten die Gäste nach schöner Kombination durch Raphael Ney (45.) das 2:1 vor. „Im zweiten Abschnitt hat keine Mannschaft mehr verteidigt; es war ein tolles Kampfspiel mit offenem Visier“, sprach der Konzer Pressesprecher Jens Tossing von aufregenden 45 Minuten, in denen die Gäste zu ihrer gewohnten Offensivkraft zurückfanden. Nils Thörner leitete das 3:1 durch Matthis Thörner ein (53.), Nils Thörner war es auch, der die Vorlage zum vorentscheidenden 4:1 von Lukas Follmann gab (67.). In der Nachspielzeit konnte der Konzer Michel Kupper-Stöß noch auf 2:4 verkürzen. Für seinen Teamkollegen Nils Noner war die Partie nach „Gelb-Rot“ schon in der 66. Minute beendet.

SG Ralingen – FSG Ehrang 1:1 (0:1) In Ralingen war man zufrieden mit dem Zähller gegen den starken Aufsteiger. „Der Punkt ist verdient; Ehrang hatte nicht seinen besten Tag. Da hat es sich gelohnt, dass wir unseren starken Stürmer Jonas Pallien haben einfliegen lassen“, sprach Ralingens Pressesprecher Stefan Quiering schmunzelt vom nützlichen Heimbesuch des bei einem Sportartikelherstellers in Herzogenaurach beschäftigten Stürmers. Die Anfangsphase gehörte dem Aufsteiger, der in der 17. Minute einen Foulelfmeter durch Michael Henzel zur Führung nutzte. Andreas Huwer hatte danach wiederholt die Gelegenheit zu erhöhen. Danach kam Ralingen besser ins Spiel, und Jonas Pallien hatte kurz vor der Pause mit einer Großchance Pech. Nachdem wiederum Pallien und Jannik Stadler nach der Pause weitere Chancen vergeben hatten, gelang dann dem Duo doch noch das Remis. Stadler legte auf und Jonas Pallien vollendete zum 1:1 (81.). Vier Minuten vor Schluss vergab Michael Henzel die letzte Ehranger Siegchance.

SG Wallenborn – SV Zeltingen-Rachtig 3:4 (0:3) Mit dem Sieg sorgte der Aufsteiger aus Zeltingen für den Hammer des Spieltags.. „Wir haben wie aus einem Guß gespielt. Die erste Halbzeit war extrem gut“, freute sich Zeltingens Trainer Karl-Heinz Gräfen über den ersten Sieg in der Liga. Gefeierter Matchwinner bei den Moselanern war der dreifache Torschütze Yannik Dietz, der innerhalb von 13 Minuten ein Hattrick zur 3:0-Führung gelang (18./23./31.). Wallenborn kam entschlossen aus der Kabine und startete binnen zwei Minuten mit den beiden Anschlusstreffern von Niklas Koch (48.) und Bastian Blasius (49.) die Aufholjagd. „Wir haben die schlechteste erste Halbzeit gespielt, seitdem ich in Wallenborn Trainer bin“, war Stephan Zimmer sauer, doch die Gäste beanspruchten auch das bessere Ende für sich. Florian Blesius erhöhte nach 74 Minuten auf 4:2 für Zeltingen, Wallenborns Spielertrainer Andreas Hesslein hatte zuvor mit einem Lattenschuss Pech. Die Aufholjagd der Heimelf endete in der 88. Minute mit dem Anschlusstreffer zum 3:4, die Siegpunkte gingen aber an die Mosel.

SG Ruwertal – SG Daleiden 2:3 (0:1) Eine bittere Heimniederlage mussten die ersatzgeschwächt angetretenen Ruwertaler einstecken, die auf sieben Stammkräfte verzichten mussten. „Der Sieg ist letztendlich verdient, obwohl wir in der ersten Halbzeit viele Chancen hatten und wiederholt allein vor dem Gästetorwart aufgetaucht sind“, bilanzierte Ruwertals Trainer Gerd Morgen. Mehr Glück hatten die Gäste aus der Eifel, für die Matthias Ewertz den 1:0-Pausenvorsprung erzielte (36.) Die „Standpauke“ des Ruwertaler Trainers zur Halbzeit fruchtete erst verspätet, nachdem Daleidens Spielertrainer Andreas Theis auf 2:0 erhöht hatte (67.). Zwei Minuten später verkürzte Pascal Neumann auf 1:2 (69.), doch schon im Gegenzug erhöhte Marius Lempges für die Gäste auf 3:1 (70.). Der Anschlusstreffer zum 2:3 durch Marvin Renner war das Signal zur finalen Ruwertaler Aufholjagd, die jedoch nicht von Erfolg gekrönt war.

TuS Schillingen – SG Kyllburg 3:2 (2:1) Auf dem Hochwald hatte Schillingen die Gäste zunächst im Griff und führte schon nach einer Viertelstunde durch den Doppelschlag von Christoph Becker (5.) und Torsten Schuh (15.) mit 2:0. „Wir haben gut begonnen, doch unser Spiel war bis zur Pause von Nervosität geprägt. Ein Rückpassfehler hat Kyllburg nach 35 Minuten zum Anschlusstreffer durch Daniel Robertz genutzt, doch dann haben wir ins Spiel zurückgefunden und nach einer Stunde durch Mark Münker auf 3:1 erhöht. Leider haben wir dann die Vorentscheidung zum 4:1 verpasst“, sprach Schillingens Trainer Sascha Freytag von einer unbequemen Schlussphase, nachdem die Gäste durch einen Elfmetertreffer von Damian Machon auf 2:3 verkürzen konnten (80.). „Wir haben es uns unnötig schwer gemacht“, freute sich Freytag dann doch über den zweiten Heimsieg.

SV Rot-Weiß Wittlich – SG Saartal Irsch 5:1 (0:0) Zumindest eine Halbzeit lang konnten die Gäste aus dem Saartal die Partie in Wittlich offen gestalten, danach setzte sich die spielerische Klasse der Rot-Weißen durch. „Irsch hat uns lange Zeit das Leben schwer gemacht; über eine Stunde haben wir eine katastrophale Leistung geboten, es war eine Bezirksligapartie auf unterem Niveau. Ich war sehr unzufrieden mit meiner Elf“, sah Wittlichs Coach Frank Meeth einen wenig ereignisreichen ersten Abschnitt, in dem sich den Gästen durch Lukas Kramp und Christopher Boesen noch die besten Möglichkeiten boten. Auch der zweite Abschnitt begann für Wittlich wenig erbaulich, nachdem Fabian Müller im Anschluss an einen Freistoß die Irscher per Kopfball mit 1:0 in Führung geköpft hatte (48.). Dann aber rollte der Rot-Weiß-Express und fuhr letztlich noch einen ungefährdeten Sieg ein. Fjoraldo Celanji leitete mit dem 1:1-Ausgleich die Wende ein (62.). In den letzten zehn Minuten kam es durch die Wittlicher Treffer von Tilmann Meeth (79./92.), Aliu Albutrin (84., Foulelfmeter) sowie Philip Meeth (90.) zum 5:1-Endstand für die Gäste noch knüppeldick.

TuS Mosella Schweich – SG Mont Royal Reil 2:2 (0:2) Die Gäste aus Reil boten auch dem Tabellenführer erfolgreich Paroli. Die erst Chance zur Führung bot sich aber der Mosella, für die Torjäger Stephan Schleimer in der elften Minute nur den Torpfosten traf. Danach überraschten die Gäste mit couragierten Angriffen und überrumpelten die Gastgeber binnen zwei Minuten durch die Treffer von Burak Sözen (22.) und Stefan Caspari (43.) zum schnellen 2:0-Vorsprung. „Reil hat tief in der Abwehr gestanden und mit langen Bällen nach vorne operiert. Die Elf war ein unangenehmer Gegner“, sprach Mosella-Coach Jochen Weber zwar von den größeren Spielanteilen für seine Elf, doch erst nach der Pause fanden die Schweicher das passende Rezept. 58 Minuten waren gespielt, als Moritz Neufang mit dem 1:2 die Aufholjagd der Gastgeber einleitete und Marc Pitsch erzwang mit seinem Treffer zum 2:2-Endstand die Punkteteilung (73.) Für Jochen Weber war es ein verdientes Remis.

Aufrufe: 021.9.2020, 01:16 Uhr
Josef WeirichAutor

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