F: Krämer
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"Kein großes Kino" - aber Kyllburg feiert den Klassenerhalt

Bezirksliga: Die Zusammenfassung des 27. Spieltages

SG Kyllburg – SG Buchholz 5:2 (5:2) In der turbulenten Partie in Kyllburg fielen in den ersten 45 Minuten sieben Treffer, nach der Pause hatten beide Teams ihr Pulver dann verschossen. „Es war ein torreiches, aber kein gutes Spiel. Wir haben unsere Gäste vom Tabellenende nicht auf die leichte Schulter genommen. Der Sieg ist aber mehr als verdient“, kehrte Kyllburgs Trainer Roger Reiter nach dem 2:3-Ausrutscher im Saartal wieder in die Erfolgsspur zurück. Mann des Tages war der vierfache Torschütze Daniel Robertz, der mit einem Hattrick innerhalb einer Viertelstunde (4./8./15.) die Eckpfeiler zum klaren Sieg setzte. Nach dem Anschlusstreffer des Buchholzers Yannic Nau (18.) bedeutete das 4:1 von Robertz schon nach 23 Minuten die Entscheidung. Wiederum Nau konnte nach einer halben Stunde für die Gäste auf 2:4 verkürzen, doch Kyllburgs Christopher Keil beendete den torreichen ersten Abschnitt mit dem Treffer zum 5:2-Endstand (40.). Nach der Pause verwalteten die Gastgeber den klaren Vorsprung. Roger Reiter: „Es war zwar kein großes Kino, doch mit dem Sieg haben wir den Klassenerhalt gesichert.“

SG Geisfeld – SG Daleiden 0:0 Harmonisch und in freundschaftlicher Atmosphäre verlief die Partie im Hochwald, wo das Remis der Fanfreundschaft zwischen beiden Clubs in die Karten spielte. „Jedes Team hatte seine starken 30 Minuten. Zuerst haben wir die Partie dominiert, dann hatte Daleiden auf dem Platz das Sagen“, geht für Geisfelds Obmann Uwe Cronauer die Punkteteilung völlig in Ordnung. Marvin Plunien hatte aufseiten der Gastgeber die beste Chance zum Führungstreffer, im zweiten Durchgang ließ Joschka Trenz für die Eifeler die aussichtsreichste Gelegenheit zum Sieg aus. Beeinträchtigt wurde die Partie durch starke Schneeschauer, die das Spielfeld zeitweise in eine Winterlandschaft verwandelten.

SG Geichlingen – SV Leiwen-Köwerich 2:3 (2:1) Im Dunst des Abstiegskampfes fand die Partie in Wallendorf statt, wo die Gastgeber gegen den Tabellen-Dreizehnten aus Leiwen einen Befreiungsschlag in Richtung Klassenerhalt verpassten. „Mit einem Sieg wären wir aus dem Schlamassel raus gewesen; nun müssen wir weiter zittern“, ärgerte sich Geichlingens Trainer Frank Hermes über das Auslassen der vorhandenen Siegchancen seiner Elf. Schon in der sechsten Minute schockten die Gäste von der Mosel die Eifeler mit der frühen Führung durch Heiko Schmitt. Geichlingen antwortete postwendend mit dem 1:1-Ausgleich von Pascal Müller (8.) und schien nach dem Führungstreffer von Andre Röll (15.) auf Siegkurs einzudrehen. „Danach haben wir uns selbst geschlagen. Leiwen hatte im zweiten Abschnitt kaum Chancen, hat aber zwei Tore gemacht“, sprach Hermes von einer effektiven Spielweise der Gäste, die zwei Minuten nach Wiederbeginn durch Axel Thomas zum 2:2 ausgleichen konnten und nach einer Stunde Spielzeit durch Pascal Lex mit 3:2 in Führung gingen. „Danach hat Leiwen mit Mann und Maus den Vorsprung verteidigt. Wir haben uns durch dumme Fehler selbst den Weg zum Sieg verbaut“, verteilte Hermes die besten Leistungsnoten nicht an sein Team, sondern an den Schiedsrichter Ingo Kreutz.

SG Ralingen – SG Saartal 1:3 (0:2) Nach dem Auswärtssieg an der Sauer kann die SG Saartal in Sachen Klassenerhalt beruhigt den restlichen Saisonspielen entgegensehen. Der Erfolg beim Drittletzten der Tabelle fußte auf der Routine und Cleverness der beiden Leistungsträger Nicolas Jakob und Lukas Kramp, die maßgeblich am Erfolg der Gäste beteiligt waren. Schon in der neunten Minute machte Saartals Christopher Boesen mit der 1:0-Führung die Richtung klar. Noch vor der Pause erzwang die Elf von Heiko Niederweis die Vorentscheidung. Lukas Kramp kam im Ralinger Strafraum zu Fall, und Nicolas Jakob verwandelte den von Schiedsrichterin Helena Euskirchen verhängten Strafstoß zur 2:0-Pausenführung (38.). „Das war niemals ein Elfmeter“, haderte Ralingens Pressesprecher Stefan Quiring mit der Entscheidung der Unparteiischen, die auch beim dritten Gästetreffer für die Sauertaler im Zentrum der Kritik stand. Als „äußerst zweifelhaft“ wertete Quiring die Szene, die in der 65. Minute zum direkten Freistoß und dem daraus resultierenden 3:0 der Gäste durch Nicolas Jakob führte. Erst danach besann sich die Heimelf auf ihre kämpferischen Tugenden und antwortete zwei Minuten später nach Großchancen von Joe Schilz und Felix Denkinger mit dem Anschlusstreffer zum 1:3 von Daniel Barth. „Es war eine vermeidbare Niederlage. Wir sind erst nach 70 Minuten so richtig aufgewacht“, müssen sich die Sauertaler nach Überzeugung von Quiring im Abstiegskampf nun mächtig strecken.

FC Bitburg – TuS Schillingen 4:1 (2:1) Der erste Verfolger aus Bitburg ließ bei der Jagd auf den Tabellenführer aus der Schneifel nichts anbrennen und wahrte mit einem ungefährdeten Sieg gegen Schillingen seine Titelchancen. „Wir haben den ersten Abschnitt bis auf wenige Szenen unsere Gäste komplett dominiert und hätten zur Pause in Anbetracht der beiden Lattentreffer deutlich führen müssen“, sprach Bitburgs Coach Fabian Ewertz von vielen verpassten Möglichkeiten seiner Elf. Immerhin lagen die Bierstädter durch die Treffer von Simon Floß (18.) und Daniel Braun (26.) schon nach knapp einer halben Stunde mit 2:0 in Front, doch Schillingen wehrte sich. Tobias Anell traf in der 33. Minute zum 1:2-Anschlusstreffer für die Gäste, und das Ergebnis hatte bis in die Schlussviertelstunde Bestand. Erst dann nutzte Davis Spruds eine Standardsituation zum vorentscheidenden 3:1 (72.). Das Torgebälk stand auch in der Folge weiteren Bitburger Treffern im Weg, so prallte das Leder nach einem satten Schuss von Simon Floß am Alu ab. Erst in der Schlussminute rundete Andrew Salter mit seinem Tor zum 4:1-Endstand den verdienten Erfolg über den Tabellenzwölften ab.

SG Wallenborn – SV Niederemmel 2:1 (1:1) Knapper als erwartet fiel der Heimsieg der favorisierten Wallenborner gegen den Tabellenvorletzten aus Niederemmel aus. „Unser Gegner hat sich teuer verkauft; insgesamt kann man den Sieg sogar als etwas glücklich bezeichnen“, war Wallenborns Trainer Stephan Zimmer über den Siegtreffer seiner Elf acht Minuten vor Schluss erleichtert. Die Gäste von der Mosel spielten frech und kess auf und gingen in der zehnten Minute durch Benedikt Vogedes sogar mit 1:0 in Führung. Erst nach einer halben Stunde rappelten sich die Gastgeber auf und erzwangen durch das 1:1 von Sebastian Zimmer das Pausenremis (30.). Weiteren Torerfolgen standen zunächst die Alu-Gehäuse auf beiden Seiten im Weg. Niederemmel traf den Torpfosten gleich doppelt, auch Wallenborn scheiterte am Aluminium. Acht Minuten vor dem Abpfiff dann das versöhnliche Ende für die Eifeler, als Daniel Zunk den Siegtreffer zum 2:1 erzielte.

Der Bezi-Fokus:

Buden im Viererpack: Die Partie gegen Schlusslicht Buchholz wird Kyllburgs Stürmer Daniel Robertz nicht so schnell vergessen. Gegen die Vulkaneifeler schoss der 22-jährige Knipser vier Tore, drei davon als Hattrick im ersten Abschnitt binnen elf Minuten. Robertz absolvierte seine Ausbildung in der Regionalliga-A-Jugend von Eintracht Trier und wechselte 2015 zum damaligen Rheinlandligisten an die Kyll. Aktuell ist Robertz mit 15 Toren der erfolgreichste Kyllburger Schütze.

Remis in Halbzeit drei: Harmonie pur herrschte bei der Nullnummer in Geisfeld, wo die Fanfreundschaft zwischen Hochwald und Eifel gefeiert wurde. „Auch in der dritten Halbzeit gab es keinen Sieger“, kommentierte SG-Fußballchef Uwe Cronauer die „Nachspielzeit“.

Zimmer gebucht: In der Eifel setzt man auf das Bewährte und Vertraute. So auch beim Überraschungsvierten aus Wallenborn, wo man den Kontrakt mit dem Trainerduo Stephan Zimmer und Andreas Hesslein für die nächste Saison verlängerte. Trainerlegende Zimmer steht damit im zehnten Jahr beim Traditionsclub in der Verantwortung. ⇥J.W.

1432 Aufrufe5.5.2019, 22:49 Uhr
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