Schiedsrichter Chrsitof Guensch zeigt Michael Koellner die Gelbe Karte.
Schiedsrichter Chrsitof Guensch zeigt Michael Koellner die Gelbe Karte. – Foto: Imago

Köllner genervt: „Ist die Saison vorbei, wenn wir nur drei oder vier Punkte holen?“

TSV 1860: Erst Mannheim, dann Magdeburg

Fünf Saisonsiege stehen für den TSV 1860 zu Buche, allesamt gegen tabellarische Leichtgewichte. Trotzdem sagt Köllner: „Wir können jede Mannschaft schlagen!“

Die 19, die 13, die 11, die 18 und die 20. Was klingt wie Lottozahlen, gezogen mit ungewöhnlicher Häufung im Zehnerbereich, ist in Wahrheit eine Zahlenfolge, die den Aufschwung des TSV 1860 relativiert. Denn: Sämtliche fünf Saisonsiege haben die Löwen gegen Gegner jenseits von Platz 10 geholt – gegen Würzburg, Köln, Freiburg II, Duisburg und Havelse. Leichtgewichte, die in der Tabelle entsprechend der eingangs genannten Zahlen platziert sind.

TSV 1860
1:3
SV Waldhof

Und jetzt? Kommen nacheinander der Vierte und der Tabellenerste ins Grünwalder Stadion. Los geht’s mit dem Dienstagabend-Nachholspiel gegen Waldhof Mannheim (19 Uhr), ehe am Samstag das Kräftemessen mit Spitzenreiter 1. FC Magdeburg ansteht. Zwei Großkaliber, gegen die sich 1860 strecken muss, wenn man bedenkt, wie die bisherigen Duelle mit besser platzierter Gegnerschaft verliefen. Die triste Bilanz: dreimal ein 1:1 (Braunschweig, Meppen, Saarbrücken) – dazu die deutlichen Niederlagen in Kaiserslautern (0:3) und Osnabrück (1:3).

Der Vorjahresvierte geht als Tabellenneunter in die „Woche der Wahrheit“, die Michael Köllner aber nicht als solche bezeichnen würde. Genervt sagte der Trainer auf der Zoom-Pressekonferenz: „Von drei Wochen sind hier gefühlt zwei Wochen der Wahrheit dabei. Es ist ein wichtiges Spiel, keine Frage, aber deshalb eine Woche der Wahrheit auszurufen, wäre aus meiner Sicht fatal. Was, wenn wir statt sechs nur drei oder vier Punkte holen – ist die Saison dann vorbei?“

Es ist ein wichtiges Spiel, keine Frage, aber deshalb eine Woche der Wahrheit auszurufen, wäre aus meiner Sicht fatal.

Michael Köllner vor dem Heimduell mit dem Tabellenvierten Mannheim.

Köllners Strategie: Druck rausnehmen, das eigene Team stark- und den Gegner schwächer reden, als er sich zuletzt präsentiert hat. „Mannheim hat eine starke Mannschaft, die sich mit Schnatterer gut verstärkt hat. Da steht viel Erfahrung auf dem Platz, aber es ist auch ein Gegner, der schlagbar ist. Das Gerüst ist das gleiche wie letztes Jahr – und da haben wir hoch gewonnen (5:0/Red.). Es ist eine schwere Aufgabe, aber wir können sie lösen, wenn wir zu 100 Prozent unsere Leistung abrufen.“

Gelbe Gefahr: Mölders, Neudecker und Steinhart von Sperre bedroht, ebenso der Trainer

Kleines Problem: In Sascha Mölders, Richard Neudecker und Phillipp Steinhart gehen drei Leitlöwen gelbbelastet ins Spiel – ebenso der Trainer, der bei drei Verwarnungen steht und bereits beim nächsten Zwischenfall gesperrt wäre. Anweisungen an Mölders und Co., im Zweifel zurückzuziehen, gebe es nicht, betonte Köllner. Er selber hingegen nimmt sich fest vor, ab sofort brav zu sein: „Man kann eine Saison auch mit drei Gelben Karten beenden“, sagt er: „Ich gehe davon aus, dass bei mir nichts mehr passieren wird.“

Sportlich dagegen wollen Köllners Löwen schon heute ein Zeichen setzen. „Ich bin mir sicher, dass wir jede Mannschaft innerhalb der Liga schlagen können – zu Hause sowieso“, sagte der Trainer auf die Frage nach der ausbaufähigen Bilanz gegen Top 10-Teams. Köllner sieht es so: „Wir befinden uns seit Wochen in einer Aufwärtsentwicklung, haben aus den letzten beiden Spielen sechs Punkte geholt. Unser Ziel ist, bis Weihnachten konstant zu punkten und damit eine gute Basis zu legen für 2022.“ Da wäre für die Löwen dann eine Zahl zwischen 1 und 3 ein Sechser im Lotto.

Aufrufe: 030.11.2021, 06:00 Uhr
Uli KellnerAutor

Verlinkte Inhalte