– Foto: PIX

Die Sensation lag in der Luft

Beim BFV-Halbfinale gab es nur Gewinner

„Der Waldhof im Odenwald – Im Wohnzimmer des SV Wagenschwend“, so lautete das Motto des ungleich anmutenden Pokalfights am Samstag in Wagenschwend.
Die Profis des SV Waldhof sollten aber recht schnell zu spüren bekommen, dass das Wohnzimmer der Wagenschwender nicht so gemütlich ist, wie zuvor vielleicht erhofft.

Die zusammengewürfelte Elf der Mannheimer hatte nämlich große Probleme, den engen 5-4-1 – Abwehrriegel des Landesligisten zu knacken.
Konnten die Außenspieler wie z.B. Donkor oder Kother mal zur Grundlinie durchbrechen, fehlte es an der Besetzung im Strafraum.
So dauerte es bis zur 35. Minute, bis Deter im Tor von Wagenschwend eingreifen musste, dass dann aber so richtig. Der ehemalige Jugendspieler des SV Waldhof musste dabei sein ganzes Können aufzeigen.

Die Außenseiter aus Wagenschwend waren griffig in den Zweikämpfen und verstanden es hervorragend, die Räume eng zu machen und den Waldhöfern den Spaß am Fußball zu nehmen.
Nach einem Freistoß des umtriebigen Sven Berberich, hatte Torben Brenneis sogar eine Halbchance kurz vor der Pause, doch er konnte den Kopfball nicht mehr gezielt auf den von Jan-Christoph Bartels gehüteten Kasten bringen.

Jubel beim Pausenpfiff

Als der Pausenpfiff ertönte, brandete Jubel am vollbesetzten Sportgelände auf. Stadionsprecher Benjamin Sigmund erlaubte sich gar den Spaß, die Waldhöfer zum Außenseiter zu ernennen und ihnen zum 0:0-Pausenstand zu gratulieren.

Nach dem Seitenwechsel und mit der Hereinnahme von Adrien Lebeau, bekam das Waldhof-Offensivspiel mehr Kreativität und Tempo.
Der Druck auf die Wagenschwender Defensive wurde größer, ohne das den Hausherren dabei die Kraft oder Konzentration abhanden ging.

In Minute 56 reagierte Deter abermals hervorragend gegen Butler, ein weiterer Abschluss von Kother wurde auf der Linie entschärft.

Wagenschwend konnte sich im Verlauf der 2. Halbzeit gar zwei tolle Freistoßmöglichkeiten erspielen, doch diese blieben erfolglos.

Jan Just, der in der bisherigen Saison noch ohne Ligaeinsatz blieb, erlöste dann den mitgereisten Anhang mit dem Treffer zum 0:1. Apropos mitgereister Anhang: Darunter waren auch die Stars der Stammelf wie Höger, Seegert, Schnatterer und Co. Diese schrieben fleißig Autogramme, machten Selfies und standen sowohl während als auch nach dem Spiel für einen Smalltalk bereit.
Kapitän „Cello“ Seegert ließ es sich auch nicht nehmen, eine der heiß begehrten Bratwürste zu probieren und war voll des Lobes.

Der Rest des Spiels ist schnell erzählt. Justin Butler erhöhte in der 82. Minute mit einem glücklichen Kopfballtreffer auf 0:2 und sorgte somit für die Entscheidung und den Finaleinzug der „Buwe“.
Nach Schlusspfiff hieß es sich „in Sicherheit zu bringen“ für die Spieler des SV Waldhof. Allen voran Niklas „Willy“ Sommer wurde von den kleinen Autogrammjägern belagert. Doch der bekannte Streamer und Youtuber behielt den Überblick und konnte alle Wünsche erfüllen.


Mehr als erfüllt hat auch der SV Wagenschwend alle Erwartungen. Dafür gab es auch vom Gästetrainer Patrick Glöckner im vereinseigenen Youtube-Kanal im Interview ein großes Lob: „Meinen riesen Respekt. Sie haben das toll vorbereitet, uns hat es an nichts gefehlt und wir haben uns sehr auf dieses Event gefreut. Als wir vor dem Spiel ankamen und gesehen haben, wie viel Mühe sich der Heimatverein gegeben hat, da haben wir uns richtig gefreut hier spielen zu dürfen.“

Profifeeling kam in Wagenschwend auf

Die Verantwortlichen und ihre ca. 150 Helfer hatten wirklich an alles gedacht. Von der Spielstandsanzeigetafel, über den VIP Bereich, eigens bedruckte Trikots mit Namen der Spieler, Spieltags-Flyer mit den Fakten über die beiden Kontrahenten, den blauen Teppich vor der Kabine, etlichen Essens- und Getränkeständen, bis hin zur professionell abgehaltenen Pressekonferenz. Es kam tatsächlich ein wenig Profifeeling in Wagenschwend auf.

Auch die Polizei bescheinigte dem Veranstalter ein hervorragendes Zeugnis und so konnte nach Schlusspfiff ausgelassen gefeiert werden.

Aber nicht zu lange, denn am Mittwoch wartet bereits ein wichtiges Ligaspiel gegen den TSV Höpfingen auf die Blau-Weißen.
Dann vor 180 anstatt 1.800 Zuschauer, dann ohne blauen Teppich und ohne Liveübertragung auf Youtube, aber hoffentlich mit der gleichen kämpferischen Einstellung und Leistung der Mannschaft.
Denn dann, so bescheinigte Waldhofs Vizepräsident Horst Seyfferle dem Gastgeber, steht einem weiteren Jahr Landesliga in Wagenschwend nichts im Wege!

Aufrufe: 029.3.2022, 08:55 Uhr
nir / Red. MosbachAutor