Egon Doblhofer (rechts) wird künftig nicht mehr beim SV Untergriesbach an der Linie stehen.
Egon Doblhofer (rechts) wird künftig nicht mehr beim SV Untergriesbach an der Linie stehen. – Foto: Robert Geisler

Bittere Corona-Folgen: Trainer-Ende aus »wirtschaftlichen Gründen«

In Folge der Corona-Krise verkleinert A-Klassist Untergriesbach sein Trainerteam +++ Egon Doblhofer muss gehen, Heinz Knollmüller wird alleiniger Chef +++

Der Amateurfußball ächzt unter der Corona-Pandemie. Nicht nur, weil weiterhin nicht gespielt werden darf, sondern auch, weil vielerorts die Einnahmen komplett weggebrochen sind. Kein Fest, keine Zuschauereinnahmen, sparsame Sponsoren - der SV Untergriesbach kann dies leidvoll bestätigen. Deshalb hat sich der A-Klassist zu einem unpopulären, aber angesichts der aktuellen Lage nicht vermeidbaren Schritt entschieden - und sein Trainerteam verkleinert. Das heißt konkret: Das bisherige Trainerduo wird gesprengt. Egon Doblhofer muss gehen, Heinz Knollmüller wird alleiniger Chef.

Abteilungsleiter Tobias Wöß ist im FuPa-Gespräch deutlich anzumerken, dass ihm die Entlassung des 61-jährigen Ex-Bayernliga-Spieler sehr schwer gefallen ist. Der junge Funktionär war aber Kraft seines Amtes dazu gezwungen, so zu handeln, wie er gehandelt hat. "Uns sind sämtliche Einkünfte weggebrochen. Zudem weiß keiner, wann und wie es weiter bzw. aufwärts geht", berichtet der 28-Jährige. Noch sei die Vereinskasse solide aufgestellt, es droht, wie Wöß betont, kein finanzieller Kollaps. Damit das aber in ungewissen Zeiten weiterhin so bleibt, hat sich "Griasbo" dazu entschieden, die Ausgaben zu reduzieren, also eine Trainer-Entschädigung einzusparen.

Abteilungsleiter Tobias Wöß: »Entscheidung für Heinz, aber keinesfalls gegen Egon«

Weil der ehemalige Bezirksliga-Spieler Heinz Knollmüller ein Einheimischer ist und zudem noch selber aufläuft, fiel letztlich die Wahl auf ihn. "Es war eine Entscheidung für Heinz, aber keinesfalls gegen Egon", versichert Tobias Wöß, dem es am Herzen liegt, klar zu machen, dass das Ende von Doblhober bei den Weiß-Blauen keinerlei sportliche Gründe hat. Von der menschlichen und fachlichen Qualität des 61-Jährigen sei man nach wie vor voll überzeugt - aber, wiederholt sich der SV-Fußballchef: "Wir müssen uns zukunftsfähig aufstellen."

Es ist ein schmaler Grat für Wöß, die jüngste Entscheidung der Vereinsführung zu kommunizieren. Es ist ihm nicht nur ein Anliegen, den Scheidenden einen angemessen Abschied zu bereiten, sondern auch den Bleibenden zu stärken. Die vorgebrachten Argumente der Doblhofer-Entlassung würden keine Rückschlüsse darauf zulassen, dass Heinz Knollmüller ein Notnagel sei. "Er ist kein Provisorium. Wir sehen uns mit ihm gut aufgestellt."

Während sich Egon Doblhofer gegenüber FuPa nicht zu seinem Ende in Untergriesbach äußern wollte, begegnet Heinz Knollmüller den jüngsten Entwicklungen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits blickt er bereits jetzt mit etwas Wehmut auf die Zusammenarbeit mit seinem Partner zurück. "Ich war mit Egon immer auf einer Wellenlänge und konnte viel von ihm lernen. Deshalb finde ich es schade, wie es gekommen ist." Andererseits freut sich der 35-Jährige auf die kommende Aufgabe, ist, wie er verlautbaren lässt, voll motiviert.

Heinz Knollmüller (blaues Trikot) ist von nun an alleinverantwortlicher blau-weißer (Spieler-)Trainer.
Heinz Knollmüller (blaues Trikot) ist von nun an alleinverantwortlicher blau-weißer (Spieler-)Trainer. – Foto: Robert Geisler

Aufrufe: 019.5.2021, 04:00 Uhr
Helmut WeigerstorferAutor

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