Aufsteiger Oberstdorf (weiße Trikots), hier Kapitän Daniel Geiger, jubelt – der TSV Bobingen schaut nur zu. Ein Bild mit Symbolcharakter, denn für die Singoldstädter lief im Spitzenspiel nichts zusammen.
Aufsteiger Oberstdorf (weiße Trikots), hier Kapitän Daniel Geiger, jubelt – der TSV Bobingen schaut nur zu. Ein Bild mit Symbolcharakter, denn für die Singoldstädter lief im Spitzenspiel nichts zusammen. – Foto: Elmar Knöchel

Ein gebrauchter Tag

Der TSV Bobingen bekommt beim Spitzenspiel gegen den Aufsteiger FC Oberstdorf keinen Zugriff +++ Empfindliche Euphoriebremse für Türkgücü Königsbrunn +++ Kaufering siegt mit Glück und gutem Keeper +++ David Kienle schießt Viktoria Augsburg ab

Nach gutem Saisonstart stottert nun der Bobinger Motor. Dabei erschien der FC Oberstdorf im Verfolgerduell eine Nummer zu groß und entführte beim 4:1-Sieg die drei Punkte. Der BSK Olympia Neugablonz ist wieder zurück in der Erfolgsspur. Nach den beiden Niederlagen gegen Kaufbeuren und Mindelheim konnten die Schmuckstädter im Heimspiel gegen den FC Thalhofen einen 4:1-Sieg feiern. Die Euphorie des SV Türkgücü Königsbrunn nach dem Derbysieg gegen Bobingen wurde im Auswärtsspiel bei der 1:2-Niederlage gegen den TSV Babenhausen empfindlich gebremst. Der Ausfall von acht Stammspielern konnte eben doch nicht so einfach ausgeglichen werden. Manchmal braucht man ein bisschen Glück – und einen starken Keeper: Mit 3:0 holt sich der VfL Kaufering in Bad Grönenbach den nächsten Dreier. Dabei hätte es zum Schluss aber noch mal spannend werden können. Null Punkte, keine Tore – diese maue Auswärtsbilanz hatte der TSV Mindelheim vor der Partie in Augsburg vorzuweisen. Doch dank Stürmer David Kienle sieht die Welt beim Aufsteiger nun auch auswärts deutlich besser aus.

TSV Bobingen
1:4
Oberstdorf

Den 75 Zuschauern im Bobinger Sportpark bot sich immer wieder dasselbe Bild. Ein ums andere Mal verlor der Gastgeber den Ball zu einfach in der gegnerischen Hälfte. Ein ums andere Mal spielten die Oberstdorfer schnell nach vorne und überspielten und überliefen dabei die Defensive der Bobinger. In der 13. Minute resultierte das im 0:1 Rückstand durch Oberstdorfs Daniel Geiger. Vor allem der starke Jiochiro Shibata, Christian Lingg und Jakob Hasselberger entwischten der Heimelf immer wieder. Hasselberger scheiterte in der ersten Halbzeit gleich mehrmals an Bobingens Torhüter Adrain Schlotterer. Erst gut zehn Minuten vor der Pause fingen sich die Bobinger etwas und kamen prompt zu Chancen. Nach einer schönen Flanke von Nicolas Prestel köpfte Florian Gebert zum 1:1 (41.) Doch die Erleichterung über den Ausgleich war nur kurz. Praktisch im Gegenzug stellte Christian Lingg auf 1:2 (42.). Nach der Pause verbesserte sich das Bild aus Sicht der Heimelf kaum. Jakob Hasselberger umkurvte nach einer kurz abgewehrten Ecke drei Bobinger im Strafraum und brachte den Ball von der Grundlinie in die Mitte, wo er von einem Bobinger Verteidigerbein ins Tor kullerte (49.). Die Gelb-Rote-Karte für Paul Simler komplettierte den gebrauchten Tag (63.). Nun war die Bobinger Gegenwehr endgültig gebrochen. Der eingewechselte Benedikt Eder setze in der 78. Minute den Schlusspunkt zum 1:4. (AZ) Lokalsport SZ
Schiedsrichter: Marvin Bihler (Neuburg a.d. Donau) - Zuschauer: 75
Tore: 0:1 Daniel Geiger (13.), 1:1 Florian Gebert (41.), 1:2 Christian Lingg (42.), 1:3 Marco Bonauer (49.), 1:4 Benedikt Eder (78.)
Gelb-Rot: Paul Simler (63./TSV Bobingen)

TV Erkheim
1:2
Kaufbeuren

Erkheim hatte nur in der ersten Hälfte ein optisches Übergewicht, konnte aber die wenigen guten Chancen von Manuel Merk und Fabian Krogler nicht nutzen. Bis auf wenige Weitschüsse blieben die Gäste aus Kaufbeuren harmlos. Dank einem Eigentor von Paboy Camara, der einen Schuss von Valentin Wiest ins eigene Tor abfälschte, gingen die Hausherren in der 54. Minute glücklich mit 1:0 in Führung. Danach ruhten sich die Erkheimer auf ihrer Führung aus und Michael Uhrmann traf für die nun immer stärker auftretenden Kaufbeurer in der 67. Minute zum Ausgleich. In der 81. Minute setzte Bora Imamogullari per verwandelten Foulelfmeter den Schlusspunkt. In den letzten Minuten boten sich den Gästen noch weitere Chancen, um die Führung noch weiter auszubauen.

Schiedsrichter: Jannis David Fischer (Augsburg) - Zuschauer: 240
Tore: 1:0 Paboy Camara (54. Eigentor), 1:1 Michael Uhrmann (67.), 1:2 Bora Imamogullari (81. Foulelfmeter)

TG Viktoria
2:3
Mindelheim

Erneut ohne etatmäßigen Torhüter – stattdessen stand Torwarttrainer Dominik Eckers zwischen den Pfosten – und Stammkräfte wie Sebastian Schwegle, Quirin Mack und Tom Wölfle musste der TSV Mindelheim beim Tabellennachbarn TG Viktoria Augsburg antreten. Schwache Auswärtsbilanz hin oder her: Drei Punkte waren das erklärte Ziel beim TSV Mindelheim, um sich von den Abstiegsrängen absetzen zu können. Doch schon nach zehn Minuten schien diese Zielsetzung zu bröckeln. Mert Akkurt brachte die Gastgeber in Führung. Allerdings hielt auch diese nicht lange, denn nach einem Eckball klärte ein Augsburger den Ball im Strafraum mit der Hand. Den fälligen Strafstoß verwandelte David Kienle (14.). Und es sollte nicht sein einziger Treffer bleiben. Kurz nach dem Seitenwechsel ging Viktoria erneut in Führung, diesmal traf Simon Spicker (51.). „An den Gegentoren konnte Dominik nichts ausrichten“, sagte Trainer Benedikt Deigendesch nach der Partie. Wiederum ein Strafstoß, diesmal nach einem Foul, brachte den Mindelheimern den Ausgleich. Erneut trat Kienle an, erneut landete der Ball im Netz (58.). Und weil es an diesem Tag für den jungen Stürmer so gut lief, sorgte er in der 88. Minute mit einem abgefälschten Schuss für den Mindelheimer Siegtreffer. „Vom Ergebnis her ist es top, aber insgesamt war es kein gutes Spiel. Von beiden Mannschaften“, sagte Deigendesch. „Wir hatten zwar die besseren Chancen, haben aber letztlich schon etwas glücklich gewonnen.“ Angesichts der bisherigen Auswärtsbilanz fragt danach aber keiner. (axe) Lokalsport MZ

Schiedsrichter: Abdullah Carman (Hollenbach) - Zuschauer: 70
Tore: 1:0 Mert Akkurt (10.), 1:1 David Kienle (14. Handelfmeter), 2:1 Simon Spicker (51.), 2:2 David Kienle (56. Foulelfmeter), 2:3 David Kienle (88.)
Gelb-Rot: Vincent Priewe (90./TSV Mindelheim)

Neugablonz
4:1
FC Thalhofen

Die Hausherren legten gleich los wie die Feuerwehr. Benjamin Maier verwandelte bereits in der dritten Minute einen Strafstoß zum frühen 1:0. Zwei Minuten später schoss Thalhofens Dominik Dürr knapp am langen Pfosten vorbei. Besser machte es Daniele Sgodzaj. Der Neuzugang der Neugablonzer setzte sich auf der linken Seite durch und beförderte die Kugel aus spitzem Winkel zur 2:0-Führung. Glück hatte der BSK, als Torwart Christopher Lang in der 32. Minute den Ball nicht unter Kontrolle brachte, Dürr aber aus kurzer Entfernung über das Tor drosch. Besser machte es der erfahrene Mittelfeldspieler aber in der 58. Minute, als er den Anschlusstreffer für Thalhofen markierte. Allerdings schwächten sich die Ostallgäuer eine Minute später selbst, als Nicolas Steger mit Gelb-Rot vom Platz flog (59.). Das spielte den BSK in die Karten. Keine 60 Sekunden später war Mathias Franke zur Stelle und versenkte seinen getretenen Freistoß aus rund 25 Meter ins kurze Eck zum 3:1. Nach einem schönen Zuspiel von Manuel Maier machte Benjamin Maier mit dem 4:1 den Deckel drauf (68). (Günter)

Schiedsrichter: Felix Hoffmann (Kirchdorf) - Zuschauer: 300
Tore: 1:0 Benjamin Maier (3. Foulelfmeter), 2:0 Daniele Sgodzaj (10.), 2:1 Dominik Dürr (58.), 3:1 Mathias Franke (60.), 4:1 Benjamin Maier (68.)
Gelb-Rot: Nicolas Steger (59./FC Thalhofen)
Gelb-Rot: Daniele Sgodzaj (73./BSK Olympia Neugablonz)

Ottobeuren
3:0
TSV Haunst.

Die Hausherren legten gut los und gingen früh in Führung. Vezaj setzte sich auf der linken Seite durch, Torhüter Fabian Seewald konnte noch parieren aber Marcus Harzenetter stand goldrichtig und staubte ab. Danach ergaben sich noch weitere Möglichkeiten durch Fatlind Vezaj und Alexander Honold. Kurz vor der Halbzeit wurde Haunstetten immer stärker und übernahm das Kommando. Die größte Ausgleichschance hatten sie dann in der 38. Minute nach einem Eckball, doch der Kopfball aus fünf Metern wurde von Michael Raith mit einem Reflex entschärft. Nach der Pause plätscherte das Spiel zunächst dahin; dann sorgte Stefan Maier in der 55. Minute für den ersten Aufreger, als er nach einer Tätlichkeit an Honold die rote Karte erhielt. Wer jetzt gedacht hätte, dass der Gastgeber jetzt das Spiel in den Griff bekommen würde, hatte sich getäuscht. Der Gast war immer präsent und gefährlich, so auch in der 66. Minute, als Yilmaz einen Freistoß am kurzen Eck direkt abfasste, aber wiederum konnte Raith den Ausgleich verhindern. Es dauerte bis zur 78. Minute als Vezaj nach einer tollen Einzelleistung das 2:0 erzielte. Haunstetten gab nicht auf, musste aber im Anschluss an einem Eckball, das 3:0 vom freistehenden Harzenetter kassieren. (Albert)

Schiedsrichter: Felix Wagner (Glött) - Zuschauer: 100
Tore: 1:0 Marcus Harzenetter (2.), 2:0 Fatlind Vezaj (78.), 3:0 Marcus Harzenetter (86.)
Rot: Stefan Maier (55./TSV Haunstetten)

B.Grönenbach
0:3
Kaufering

Schon nach drei Minuten gab es Elfmeter für Kaufering und Felix Mailänder verwandelte sicher zur Führung. Das brachte die Gastgeber aber nicht aus dem Konzept – auch sie hatten ihre Chancen und haderten mehrmals mit den Entscheidungen des Unparteiischen. Mit der knappen Führung für Kaufering ging es dennoch in die Kabine. Im zweiten Abschnitt verlegte sich das Team von Trainer Benjamin Enthart auf Konter, aber es dauerte bis zur 79. Minute, dann gelang Daniel Müller das 2:0. Kurz danach die große Chance zum Anschluss: In der 83. Minute gab es Elfmeter für die Gastgeber – den VfL-Keeper Wölfl hielt. Das war die Vorentscheidung, in der Nachspielzeit traf Müller noch zum 3:0. „Bad Grönenbach war bislang unser stärkster Gegner“, sagte Enthart nach dem Spiel. Wie erwartet, war die Mannschaft stark in den Zweikämpfen, umso mehr freute es ihn, dass sein Team dagegenhielt und Keeper Michael Wölfl zur Stelle ist, wenn er gebraucht wird. „Er hatte zuletzt eher ruhige Spiele, aber diesmal hat er schon in der ersten Halbzeit zwei Hundertprozentige gehalten und dann noch den Elfmeter.“ Und was Enthart noch freut: Obwohl er vier Mal verletzungsbedingt wechseln musste, gab es keinen Bruch im Spiel, das Team wachse immer mehr zusammen. (mm) Lokalsport LT

Schiedsrichter: Julian Bunk (Augsburg) - Zuschauer: 240
Tore: 0:1 Felix Mailänder (3. Handelfmeter), 0:2 Daniel Müller (77.), 0:3 Daniel Müller (90.+2)

Babenhausen
2:1
Türk Königs.

Babenhausen ging die Partie mit forschen Angriffen an und wurde schon nach 15 Minuten belohnt, als Kai Reinert einen zunächst abgewehrten Ball vor die Beine bekam und flach zum 1:0 einschoss. Danach musste Königsbrunns Torwart Burak Parlak bei Schüssen von Adrian Graf und Fatih Ademi retten, ehe Kerem Cakin bei einem Konter die erste Ausgleichschance bekam. Er lief alleine auf den Babenhauser Torwart Marius Staiger zu, doch der konnte den Ball mit Fußabwehr zur Ecke ablenken. Bis zur Halbzeit hatten die Fuggermärktler ein Übergewicht an Chancen, doch die Abwehr der Gäste um die wieder ins Team zurückgekehrten Serkan Demharter und Tolga Özkan hielt stand. Kurz nach Wiederanpfiff musste Özkan aber wegen Verletzung ausgewechselt werden. Nun brachte aber besonders Özgün Kaplan durch seine Vorstöße auf der rechten Seite Gefahr vor das Babenhauser Tor, doch die beste von ihm herausgespielte Chance vergab Kerem Cakin, der den Ball nicht voll traf und übers Tor schoss. Kurz danach drangen Fatih Cosar und Kerem Cakin in den Strafraum ein und wurden gerade noch von Roland Pfister abgegrätscht. Trotz aller Beteuerungen der Babenhauser, dass dabei der Ball gespielt wurde, entschied Schiedsrichter Florian Pioch auf Strafstoß. Co-Spielertrainer Burak Tok ließ sich diese Chance nicht entgehen und verwandelte den Elfer sicher zum 1:1-Ausgleich. Die Freude darüber währte aber nicht lange, denn schon eine Minute später traf Fatih Ademi nach einer scharfen Hereingabe volley zur erneuten Führung der Platzherren. Als dann der schon mit Gelb belastete Sem Michel nach einem Foul die gelb-rote Karte sah, geriet Türkgücü in Unterzahl stark unter Druck. Keeper Parlak rettete mehrmals und hatte Glück, als der Babenhauser Torschütze Ademi einen Ball an die Unterkante der Latte knallte. Die wenigen Entlastungsangriffe von Türkgücü, besonders über Özgün Kaplan, brachten keine entscheidende Torgefahr mehr hervor und so musste sich das Team mit 1:2 geschlagen geben. (Schneider) Lokalsport SZ

Schiedsrichter: Florian Pioch (Achsheim) - Zuschauer: 150
Tore: 1:0 Kai Reinert (15.), 1:1 Burak Tok (56. Foulelfmeter), 2:0 Fatih Ademi (59.)
Gelb-Rot: Sem Michel (61./SV Türkgücü Königsbrunn)

Aufrufe: 012.9.2021, 19:24 Uhr
Bernhard MeitnerAutor

Verlinkte Inhalte