Für die neue Saison sucht sich Oliver Überall als Coach eine neue Herausforderung.
Für die neue Saison sucht sich Oliver Überall als Coach eine neue Herausforderung. – Foto: Markus Schmautz

Überall ist vom Wiederaufstieg überzeugt

Der Spielertrainer des SV Töging liefert sich mit seiner Mannschaft ein enges Titelrennen mit Sinzing.

2017 stieß Oliver Überall als Spielertrainer zum SV Töging. Am Saisonende heißt es Abschied nehmen, denn der 34-jährige Überall wird sich dann einer neuen Herausforderung stellen. Bevor es so weit ist, hat er mit seiner Mannschaft noch ein großes Ziel vor Augen. Dem bitteren Abstieg aus der Kreisliga in der Vorsaison möchten die Kicker aus dem Altmühltal nämlich den direkten Wiederaufstieg folgen lassen. Im Interview spricht Überall über die vergangenen Monate, das Sportliche und die Auswirkungen von Corona auf Mannschaft und Verein.

Ein für uns alle außergewöhnliches Fußballjahr neigt sich dem Ende zu. Wie blickst Du persönlich auf dieses Jahr zurück?

Oliver Überall (34): Es war ein sehr außergewöhnliches Fußballjahr. Beginnend mit der „Zwangspause“ von März bis Juni, dem Training in Kleingruppen mit speziellen Hygieneauflagen und auch die fast zehnwöchige Vorbereitung auf den Rückrundenstart im September verlangte allen Beteiligten große Flexibilität und Frustrationstoleranz ab.


Auch wenn Ihr nur vier Punktspiele absolvieren konntet, bist Du zufrieden mit der sportlichen Ausbeute heuer? Wie sehr schmerzt die abschließende Niederlage in Sinzing?

Zunächst war es uns wichtig, dass wir nach der sehr langen Pause gut aus den Startlöchern kommen, was uns mit drei Siegen aus drei Spielen gelungen ist. Dass wir das letzte Spiel in Sinzing in der letzten Minute verloren haben und die Tabellenführung wieder abgeben mussten, war natürlich bitter. Nichtsdestotrotz ist die aktuelle Tabellensituation nur eine Momentaufnahme.


Ihr liefert Euch ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem SC Sinzing um den direkten Aufstieg – Bist Du überzeugt davon, dass es schlussendlich mit dem Aufstieg klappt?

Ich bin absolut davon überzeugt, dass wir unser großes Ziel - den direkten Wiederaufstieg - erreichen. Für uns als zweitplatzierten „Jäger“ ist es wichtig, dass wir unsere noch vier ausstehenden Spiele gewinnen und so den Druck auf Sinzing erhöhen.


Deine Spieler hätten sicher gern noch ein paar Wochen weitergespielt. Wie halten die Jungs sich in den nächsten Wochen und Monaten fit? Und wie haltet Ihr überhaupt Kontakt in Zeiten von Corona?

In Zeiten von Kontaktbeschränkungen ist es im Moment sehr schwierig, sich persönlich zu treffen. Wie in vielen anderen Bereichen des Lebens tauscht man sich über Whatsapp-Gruppen bzw. andere soziale Medien aus.
Die Spieler haben bewusst keine Trainingspläne für die Winterpause bekommen. Ich glaube, jeder hat zur Zeit beruflich wie privat andere Themen, die wichtiger sind. Die Jungs sollen jetzt erst einmal Abstand zu diesem herausfordernden Jahr bekommen. Außerdem kenne ich meine Spieler und weiß, dass sie verantwortungsvoll mit den Themen Fitness und Ernährung in der Winterpause umgehen. Wenn es die Situation zulässt, werden wir wieder gemeinsam als Mannschaft Anfang Februar in die Vorbereitung auf die Restrückrunde starten. Dann sollen sich die Jungs wieder erholt und mit frischen Kräften auf Fußball freuen können.

Wie bewertest Du die Entscheidung des BFV, als einziger Landesverband in Deutschland die Saison nicht abzubrechen?

Im Sinne des Fairnesscharakters habe ich die Fortsetzung der Saison befürwortet. Für einen Vergleich mit anderen Landesverbänden ist es meiner Meinung nach zu früh, da man erst im Sommer 2021 tatsächlich einschätzen kann, welche Vorgehensweise sinnvoller war. Ich denke, dass man ab März, April, spätestens Mai die restlichen Spiele absolvieren kann und somit die Saison 2019/21 abschließen kann.


Habt Ihr Sorgen, dass einige Spieler im neuen Jahr überhaupt keine Lust mehr auf Fußball haben? Oder haben sich gar schon welche verabschiedet?

Da mache ich mir keine Sorgen. Unsere Spieler sind fußballbegeistert und fiebern dem Trainingsauftakt im Februar mit Sicherheit schon bald entgegen. Eher im Gegenteil, der ein oder andere Spieler, der im Sommer aufhören wollte, möchte nun die Saison natürlich vollständig zu Ende spielen.


Hat Corona negative Auswirkungen im finanziellen Bereich beim SV Töging erzeugt? Wenn ja, könnt Ihr die Ausfälle überhaupt kompensieren?

In den Finanzbereich des Vereins habe ich als Trainer wenig Einblick. Ich denke aber, dass es uns da wie vielen anderen Vereinen in den Kreisklassen- und ligen geht. Auf Grund der wenigen Punktspiele sind Zuschauereinnahmen weggefallen. Darüberhinaus können auch keine Einnahmen aus Festlichkeiten, wie zum Beispiel der Christbaumversteigerung bzw. dem Faschingsball generiert werden, was für viele Vereine nur schwer auszugleichen sein wird. Aus diesem Grund sind in Zeiten von Corona meines Erachtens zum einen Solidarität und zum anderen kreative Ideen zum Kompensieren der finanziellen Einbußen gefragt.

Aufrufe: 8.12.2020, 07:00 Uhr
Florian WürtheleAutor

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