Jubel nach dem spielentscheidenden Treffer: Marinus Estner (2. v. li.) und Sebastian Wagner (re.) gratulieren Riccardo Giacalone, der beim Tölzer 1:0-Führungstor am schnellsten reagiert hat. TuS-Verteidiger Philip Kinder (li.) sieht mit weniger Freude zu.
Jubel nach dem spielentscheidenden Treffer: Marinus Estner (2. v. li.) und Sebastian Wagner (re.) gratulieren Riccardo Giacalone, der beim Tölzer 1:0-Führungstor am schnellsten reagiert hat. TuS-Verteidiger Philip Kinder (li.) sieht mit weniger Freude zu. – Foto: Patrick Staar

Kreisklasse Zugspitze 2: Giacalones „Willenstor“ - Schwere Verletzung überschattet Derby

Rot-Weiß siegt 3:0 gegen TuS II - SV Bad Tölz unterliegt Hausham

Am Wochenende stand der 6. Spieltag der Kreisklasse 2 an. Das Derby zwischen dem SV Ascholding und dem BCF II wurde von einer schweren Verletzung überschattet.

FF Geretsried – DJK Darching 2:1 (0:0)

Als Mannschaft mit zwei Gesichtern präsentierten sich die FF Geretsried. In der ersten Halbzeit hatte Darching mehr Torchancen, letztlich konnten sich die Geretsrieder bei ihrem Torhüter Daniel Schäfer bedanken, dass es zur Halbzeit 0:0 stand. In der Pause forderte Trainer Christos Georgiadis, weniger Fehler zu machen, „damit wir den Gegner nicht immer wieder selbst aufbauen“.

Siehe da: Seine Mannschaft beherzigte die Worte, spielte aggressiver, hatte mehr Ballbesitz, machte weniger Fehler und erarbeitete sich Chance um Chance. Der Lohn: Das 1:0, das Georgiadis per Kopf selbst erzielte. Sein Team war nun richtig in Schwung und ließ sich auch durch den Ausgleich per Elfmeter nicht aus dem Konzept bringen. Die Geretsrieder hielten den Druck aufrecht, und Dominik Zelt gelang in der 83. Minute tatsächlich noch der verdiente Siegtreffer.

SV Bad Tölz – SG Hausham 2:3 (2:0)

Stark angefangen, noch stärker nachgelassen: So lässt sich das Tölzer Spiel zusammenfassen. Die Gastgeber legten einen Blitzstart hin. Bereits nach drei Spielminuten schloss Anton Bernwieser eine schöne Kombination mit einem strammen Schuss aus 16 Metern zur 1:0-Führung ab. Zwei Minuten später war der Torjäger schon wieder zur Stelle, als er einen Freistoß aus 20 Metern im Kreuzeck versenkte. Das war’s aber auch schon mit den sehenswerten Szenen. Hausham erarbeitete sich immer mehr Torchancen, gewann immer mehr Zweikämpfe. So war es nur eine Frage der Zeit, wann die Gegentreffer fallen würden. Zwischen der 57. und 67. Minute machten die Gäste aus dem Zwei-Tore-Rückstand ein Unentschieden. Und in der dritten Minute der Nachspielzeit gelang ihnen sogar noch der Siegtreffer. „Es ist bitter, wenn man so verliert“, kommentierte Pressesprecher Johannes Waldherr. „Wenn man ein Spiel so herschenkt, darf man sich aber auch nicht beschweren.“ Trainer Daniel Heidemann findet es bedauerlich, dass durch den Leistungseinbruch die positiven Aspekte aus dem Blick geraten, wie Bernwiesers schöne Treffer. Ebenfalls bemerkenswert sei, dass Jonas Fottner nach langer Verletzungspause ein überragendes Spiel gezeigt hat.

SV Ascholding – BCF Wolfratshausen II 1:0 (0:0)

Tief saß der Schock bei allen Zuschauern nach dem Derby, was an der schlimmen Verletzung von BCF-Verteidiger Korbinian Mair lag: „Er ist im Rasen hängen geblieben, und plötzlich hat sein Fuß in eine ganz andere Richtung geschaut“, schildert Teamsprecher Tino Klinkmüller seine Eindrücke. „Wir vermuten, dass er einen Schien- und Wadenbruch hat.“ Nach der Verletzung blieb das Spiel lange unterbrochen, Mair musste mit dem Krankenwagen abtransportiert werden. „Wir sind alle Freunde“, sagt Klinkmüller. „Wenn man so was sieht, kriegt man das nicht mehr aus dem Kopf.“ Der sportliche Teil trat angesichts der Ereignisse in den Hintergrund. „In der zweiten Halbzeit hat Ascholding clever gespielt, und uns ist die Luft ausgegangen“, sagt Klinkmüller. Dies sieht SVA-Trainer Heinz Tochtermann ähnlich: „Der Gegner hat nie aufgegeben, aber wir haben keine Chancen zugelassen.“ Das Tor des Tages schoss in der 68. Minute Philip von Jagemann, der nach einer schönen Kombination und einem Wolfratshauser Stellungsfehler völlig frei zum Schuss kam. Tochtermann schnauft durch: „Das ist ein Sieg, der uns weiterbringt. Jetzt haben wir uns ein Punktepolster erarbeitet. Und nun kommen auch noch viele Verletzte zurück.“

SF Egling-Straßlach – TSV Weyarn 1:3 (0:2)

Nur ein passendes Wort fand Trainer Herbert Mühr für den Auftritt seiner Mannschaft: „Erschreckend.“ Von Beginn an zeigten die Eglinger eine ganz schwache Leistung und lagen zur Halbzeit schon mit 0:2 in Rückstand. Nach dem Seitenwechsel wurde es nicht besser, weiter reihte sich Fehler an Fehler. Der einzige Treffer des Tages gelang Egling erst, als das Spiel längst entschieden war – bezeichnenderweise ein Eigentor. „Das Beste am Spiel ist noch das Ergebnis“, stellt Mühr fest, der rätselt, warum sich sein Team derart schwach präsentierte: „Wenn wir’s wüssten, hätten wir’s längst abgestellt.“

SC RW Bad Tölz – TuS Geretsried II 3:0 (1:0)

Der Weg zur Meisterschaft dürfte in dieser Saison nur über den SC Rot-Weiß Bad Tölz führen. Dies machten die Tölzer auch im Derby gegen die Reserve des TuS Geretsried deutlich. An der Disziplin gab es nichts auszusetzen, die Abwehr stand souverän, und im Angriff gelangen immer dann Tore, wenn es notwendig war. Letztlich waren es zwei Spieler, die aus einer Mannschaft ohne Schwachpunkt herausragten: Zum einen Thankgod Asoegwu, der in der ganzen Partie so gut wie keinen Zweikampf verloren hat, zum anderen Riccardo Giacalone, auf dessen Konto die ersten beiden Treffer gingen. Spielentscheidend war wohl das 1:0. Erst scheiterte Marinus Estner mit seinem Schuss am Pfosten. Der Ball sprang zurück ins Feld, ein halbes Dutzend Spieler warf sich ins Getümmel, und schließlich gelang es Giacalone, den Ball aus kurzer Distanz über die Torlinie zu schieben. „Das war ein absolutes Willenstor“, stellte Trainer Tarkan Demir fest.

Zu Treffer Nummer zwei lieferte TuS-Torhüter Eric Nottbusch unfreiwillig die Vorlage, als er den Ball im Strafraum nicht wie gewünscht traf. „Das hat Riccardo gerochen“, kommentierte Demir. Tor Nummer drei ging zum Großteil auf das Konto von Asoegwu, der seine feine Leistung in der 94. Minute mit einem sehenswerten Solo durch den Geretsrieder Strafraum und einer klugen Rückgabe zu Ahmad Abu Swid krönte. Der hämmerte den Ball aus kurzer Distanz zum 3:0-Endstand ins Tor. Demir freute sich anschließend über den klaren Sieg und die starke Leistung. Einziger Kritikpunkt: „Wir hätten in der ersten Halbzeit schneller das 2:0 und 3:0 schießen müssen, dann hätten wir keinen Stress gehabt.“ Nach dem 1:0 habe seine Mannschaft nicht mehr mit 100 Prozent Einsatz gegen den Ball gearbeitet, „und das kann man sich gegen Geretsried nicht leisten, denn Fußball spielen können sie“. Das Derby hätte möglicherweise einen anderen Verlauf genommen, wenn Niko Karpouzidis kurz vor der Tölzer 1:0-Führung aus spitzem Winkel ins Tor getroffen hätte. Tatsächlich scheiterte er aber am Außennetz. „Da haben leider Ruhe und Cleverness gefehlt“, bedauerte TuS II-Trainer Salvatore Scolaro. „Eigentlich waren wir gut im Spiel, aber wir haben es mit individuellen Fehler hergeschenkt.“

SV Bayrischzell – SV Eurasburg-Beuerberg 4:1 (2:1)

Trotz der klaren Niederlage beim SV Bayrischzell wollte SVE-Trainer Andreas Mathäus seiner Mannschaft keine allzu großen Vorwürfe machen: „Bei uns haben extrem viele Leute gefehlt, und dafür haben wir uns gut geschlagen.“ Nach dem 0:2-Rückstand (9./16.) sei sein Team gut ins Spiel gekommen und habe nicht unverdient durch Luca Klein den Anschlusstreffer erzielt: „Aus 25 Metern hat er den Ball ins Kreuzeck gehauen“, schwärmte Mathäus: „Richtig schön, das Tor des Monats.“ Nach dem „richtig blöden“ Gegentreffer zum 1:3 habe sich seine Mannschaft noch mal aufgebäumt, dann aber doch das 1:4 kassiert.

Aufrufe: 023.8.2021, 16:02 Uhr
Patrick StaarAutor