
Hinter Heinrich Losing, Trainer des Oberligisten SV Sonsbeck, liegt eine Woche mit vielen Schmerzen. Wegen eines Bandscheiben-Vorfalls im Lendenwirbel-Bereich liegt er schon seit einigen Tagen im Kamp-Lintforter Krankenhaus. Von dort aus verfolgte Losing bei FuPa den Ticker zur Partie des SVS beim Aufsteiger BW Dingden.
Die Aufstellung hatte er zuvor mit Co-Trainer Christoph Elspaß durchgesprochen. Beim Schlusspfiff waren die Schmerzen kurzzeitig vergessen. Die Rot-Weißen siegten mit 1:0 (0:0) und holten in Hamminkeln wichtige drei Punkte für den Klassenerhalt. Von der Kabine aus schickte die Mannschaft ihrem Chefcoach ein Jubelfoto samt Grußbotschaft mit besten Genesungswünschen.
Wann Losing, der Kortisonspritzen bekommt, seiner Mannschaft wieder zur Verfügung steht, ist noch fraglich. Womöglich wird er wochenlang ausfallen, ihm droht sogar eine Operation. „Geplant ist, dass ich am Dienstag das Krankenhaus verlassen kann. Es geht mir schon besser. Ich konnte vorher nicht mehr sitzen, stehen oder liegen. Sollte die Therapie aber nicht vollends anschlagen, müsste ich über eine OP nachdenken. So oder so dauert es aber, bis ich wieder vollkommen hergestellt bin“, sagte der Chefcoach kurz vor dem Anpfiff in Dingden.
Im Vergleich zur Startformation im Heimspiel gegen Ratingen 04/19 (0:1) fehlten die Namen von Sebastian Leurs, Daniel Gordon Raul sowie Jannis Pütz. Für das Trio spielten Philipp Elspaß, Shadi Ghrayeb und Niklas Binn. Die Sonsbecker traten auf holprigen Rasen im gewohnten 4-4-2 auf. Die Gäste taten sich vor der Pause schwer, der Aufsteiger hatte mehr Spielanteile – sogar in Unterzahl. Denn Mohamed Salman sah bereits in der 26. Minute die Rote Karte wegen groben Foulspiels an Elspaß. „Er hat Philipp anschließend noch auf den Bauch getreten“, sagte Abteilungsleiter Heiner Gesthüsen. Die gefährlichste Möglichkeit vergab Tymoteusz Miller per Kopf (36.).
Auch in der zweiten Hälfte schaffte es der SVS nicht, Dingden über längere Phasen unter Druck zu setzen. Zu allem Überfluss vergab Marco De Stefano in der 67. Minute auch noch einen Foulelfmeter, den Niklas Binn herausgeholt hatte. Erst als die Hausherren nur noch zu Neunt auf dem Rasen standen, klappte es mit dem Pressing. Nach der Ampelkarte gegen Michael Leyking nach einem Foul an Ruben Martens (81.), der mit einer Fußverletzung ausgewechselt werden musste, rückte Linus Krajac noch weiter in die Offensive.
Das entscheidende Tor fiel in der 84. Minute nach einer Ecke. Klaus Keisers köpfte den Ball vom langen Pfosten in die Mitte, wo Elspaß lauerte und das 1:0 erzielte. In der Nachspielzeit hielt Keeper Kenan Mehmedovic mit einer Glanztat den Dreier fest.
Nach dem dritten Auswärtserfolg in diesem Jahr geht’s für den SVS am kommenden Sonntag, 15 Uhr, auf heimischen Rasen gegen die SpVg Schonnebeck weiter. Gesthüsen gab noch bekannt, dass auch Timo Lehmkuhl seinen Vertrag verlängert habe.
Es spielten: Mehmedovic; Meier, Schoofs, P. Elspaß, Ghrayeb (56. Leurs), Miller (56. Pütz), Krajac, Martens (82. Raul), De Stefano (69. Pokora), Keisers, Binn (90.+3 Güngör).