Sebastian Münch (r.) gibt Anweisungen beim 2:1-Heimsieg gegen die SG Untergimpern.
Sebastian Münch (r.) gibt Anweisungen beim 2:1-Heimsieg gegen die SG Untergimpern. – Foto: Harry Hack

Rohrbachs Zweite kämpft tapfer

Kreisklasse A Sinsheim +++ Es ist eine ganz schwere Runde für den SVR +++ Münch rechnet dieses Jahr nicht mehr mit der Rückkehr in den Spielbetrieb

Sebastian Münch kämpft Woche für Woche mit seinen beiden Trainerkollegen Stefan Altmann und Simon Haberland darum, einen ordentlichen Kader auf die Beine zu stellen. "Das ist jedes Mal ein immenser organisatorischer Aufwand", beschreibt der Trainer des SV Rohrbach/S. II diese Aufgabe, "teilweise spielen wir mit Leuten, die nicht trainieren. Wir müssen ganz einfach schauen, immer genügend Spieler an Bord zu haben."

Dementsprechend lesen sich die Ergebnisse in der Kreisklasse A, die Kreisliga-Reserve ist Tabellenletzter mit den wenigsten geschossenen und den meisten kassierten Toren. Immerhin, es gab zwei Lichtblicke mit dem 2:1-Sieg gegen die Untergimpern und der knappen 2:3-Niederlage beim Tabellenführer Türkspor Eppingen. "Gegen Untergimpern haben wir uns den Sieg verdient, wenngleich er dank eines Elfmeters für uns in der Nachspielzeit auch ein wenig glücklich gewesen ist", berichtet Münch über den Sieg vor vier Wochen, der für allgemeine Erleichterung sorgte, "es war schön und wichtig, nicht ganz ohne Punkte dazustehen."

Der andere starke Auftritt Ende September bescherte den Rohrbachern beinahe eine Sensation. Beim aktuellen Tabellenführer Türkspor Eppingen hielten sie auf deren Kunstrasen sehr stark dagegen, führten zu Beginn gar, aber verloren am Ende knapp mit einem Tor Unterschied. "Extrem bitter sind die drei Gegentore, die allesamt nach Standardsituationen gefallen sind, gewesen", erläutert Münch, der darin eine große Schwäche seiner Elf ausmacht, "generell kassieren wir viel zu viele Tore nach Standards."

Sonntag vor einer Woche gab es gegen den TSV Angelbachtal auf eigenem Gelände nichts zu holen (0:4). "Die Angelbachtaler sind eine körperlich unheimlich fitte Mannschaft und ihr Sieg ist absolut verdient gewesen", zollt Münch dem TSV großen Respekt. Zu allem Überfluss mussten die Rohrbacher zwei Mal verletzungsbedingt wechseln, was den ohnehin dünnen Kader zusätzlich belastet. Aufgrund der nun auferlegten Corona-Zwangspause haben die Angeschlagenen reichlich Zeit, um ihre Wunden zu lecken.

Am Ziel der diesjährigen Runde hat sich laut dem Coach nichts geändert. "Wir haben uns gesagt, dass wir so viele Punkte wie möglich mitnehmen, den Mannschafts-Geist am Leben erhalten und kameradschaftlich geschlossen durchkommen wollen", spricht Münch über die Erwartungen an die A-Klassen-Saison, die seine Mannschaft mit einem großen personellen Aderlass in Angriff genommen hat.

Diese Voraussetzungen führen zwangsläufig dazu, dass der SVR in jede Begegnung als Außenseiter geht. Die wäre auch am Sonntag beim VfB Bad Rappenau II der Fall gewesen. Es wäre gleichzeitig das einzige Auswärtsspiel der Saison gewesen, zu dem beide Rohrbacher Mannschaften gemeinsam hätten reisen dürfen.

Bekanntlich ist es anders gekommen, nachdem der Badische Fußballverband am letzten Donnerstag bekanntgeben hat, die Saison mit sofortiger Wirkung zu unterbrechen. "Wir haben zuvor schon im Trainerteam darüber diskutiert, ob wir sonntags überhaupt spielen sollen, dann kam uns der bfv mit seiner Entscheidung allerdings zuvor", erläutert Münch. Dass es im Dezember schon wieder weitergeht mit dem Amateurfußball, glaubt er nicht, "vielmehr denke ich, dass die Saison bis ins Frühjahr unterbrochen bleibt."

Zusammen mit seinen beiden Trainerkollegen stellt er diese Woche einen Trainingsplan zusammen, der für die passende Mischung aus Läufen und Stabilisationsübungen sorgen soll. "Vielleicht machen wir auch mal ein digitales Training", zählt Münch eine weitere Möglichkeit auf, "was sicher nicht den großen sportlichen Effekt hat, sondern eher dabei helfen soll, das Gemeinschaftsgefühl aufrechtzuerhalten."

Bezüglich einer Wintervorbereitung und deren Planung sieht er aktuell keinen Handlungsbedarf. "Das ist momentan überhaupt nicht greifbar. Diese Entwicklung lassen wir auf uns zukommen und denken daher nur von Woche zu Woche", so der 35-jährige Trainer.

Aufrufe: 8.11.2020, 12:00 Uhr
red.Autor

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