– Foto: Rinke/cwa

FuPa Corona-Check SV Rohrbach/S.

Wie ist die Lage bei den Klubs aus dem FuPa Baden Gebiet?

Der Ball ruht. Schon wieder. Das trifft die Fußballklubs in ganz Deutschland hart. Wir wollen von den Vereinen hören, wie sie dazu stehen und was sie glauben, wann und wie es weitergehen kann. Deshalb haben wir den Klubs aus dem FuPa Baden Gebiet einen Fragenbogen mit der Bitte zum Ausfüllen geschickt. Joachim Heger, Trainer des Sinsheimer Kreisligisten SV Rohrbach/S., hat den Corona-Check für seinen Verein gemacht.

Frage 1: Es ist wieder Pause. Ist das die richtige Entscheidung aus Ihrer Sicht?

Angesichts der Tatsache, dass im Zusammenhang mit erneut verschärften Corona-Vorgaben z.B. auch Gaststätten mussten wieder schließen, wäre es nicht vermittelbar gewesen, wenn der Amateurfußball weiterläuft. Auch wenn es erwiesenermaßen fast ausgeschlossen ist, dass sich jemand direkt beim Fußballspielen angesteckt, wären aufgrund der gestiegenen Fallzahlen zwangsläufig auch Spieler und Betreuer bei verschiedenen Mannschaften betroffen gewesen und dadurch wahrscheinlich sehr viele Spiele ohnehin ausgefallen. Die kritischen Situationen sind hier nicht direkt beim Training oder Spiel, sondern vielmehr beim „Drumherum“ (z.B. Kabine, Zuschauerverhalten).

Frage 2: Nun wird es noch schwieriger alle Spiele durchzubekommen. Muss ein alternatives Spielmodell (Beispiel Playoffs) her, oder ist der normale Plan mit Hin- und Rückspiel bis Juni vollständig umsetzbar?

Das ist abhängig davon, wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Auf jeden Fall sollte man über eine Verlängerung der Saison bis mindestens Ende Juni und dann eine kürzere Sommerpause nachdenken. Ich möchte hier allerdings nicht in der Haut des Verbandes stecken, da hier mit sehr kurzer Vorlaufzeit Entscheidungen getroffen werden müssen und man es sowieso nicht jedem rechtmachen kann und folglich viel Kritik einstecken muss. Egal wie man entscheidet.

Frage 3: Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um mit Ihren Spielerinnen und Spielern über die Pause in Kontakt zu bleiben und sie gleichzeitig in Form zu halten? Machen Sie Cybertraining oder ähnliches?

Wir haben auf Initiative meines Co-Trainers Christian Heinlein seit dieser Woche in unserer WhatsApp-Gruppe die Vorgabe gemacht, dass sich jeder Spieler zwei Mal pro Woche sportlich betätigen und dies in der Gruppe dokumentieren muss. Neben dem Fitnessaspekt dient dies vor allem dem Teamgeist, damit man sich mal wiedersieht und den Kontakt hält, auch wenn es leider nur auf Fotos oder Videos und nicht persönlich ist.

Frage 4: Mit Ausblick auf das Jahr 2021/22, sehen Sie generell gravierende Veränderungen für den Amateurfußball und das Vereinsleben?

Die Corona-Krise wird sich auf viele Bereiche des täglichen Lebens nachhaltig auswirken und somit auch auf den Amateurfußball. Während sich viele darauf freuen und es kaum erwarten können bis sie endlich wieder Fußball spielen bzw. sehen dürfen, ist zu befürchten, dass sich einige in dieser Zeit auch anderweitig orientieren und ihre Freizeit künftig nicht mehr auf dem Sportplatz verbringen. Eine weitere Gefahr sehe ich für die Vereine, wenn Sponsoren durch die Krise selbst in wirtschaftliche Probleme geraten und in der Folge die Vereine nicht mehr unterstützen können. Neben Festen und Veranstaltungen, die nicht mehr durchgeführt werden dürfen, würden so noch weitere Einnahmen wegbrechen.

Aufrufe: 24.11.2020, 08:00 Uhr
SV Rohrbach/S./red.Autor

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