
Es könnte das vorläufig letzte Kreisderby in der Bezirksliga zwischen dem SV Rindern und der abstiegsgefährdeten SGE Bedburg-Hau gewesen sein. Denn die SGE will ihr Team – wie berichtet – im Falle eines Klassenerhalts offenbar freiwillig in die Kreisliga A zurückziehen. Die intensive Partie endete in Rindern mit einem am Ende klaren 5:2 (0:2)-Heimsieg für den Gastgeber, der zugleich eine Premiere gegen die SGE Bedburg-Hau feierte.
Denn der SV Rindern gewann gegen die SGE erstmals ein Spiel in der Bezirksliga. Die „Zebras“ mussten auf die gesperrten Maximilian Janssen, Marten Albrecht sowie Robert Boßmann verzichten. Die ersten zehn Minuten vor rund 100 Zuschauern verliefen ausgeglichen, doch dann übernahm die SGE Bedburg-Hau die Spielkontrolle und hatte vor allem durch ihren Torjäger Falko Kersten auch einige Torchancen, die er entweder vergab oder von der Rinderner Abwehr noch rechtzeitig entschärft wurden.
Aber durch einen Doppelschlag kurz vor dem Pausenpfiff gingen die Gäste folgerichtig in Führung. Kersten wurde nicht konsequent angegriffen und versenkte den Ball aus 18 Metern unhaltbar in die rechte untere Ecke (41.). Drei Minuten später fiel das 2:0, als Tim Helmus mit einem Volleyschuss den Ball in den Winkel hämmerte.
Nach der Kabinenansprache des Co-Trainers Marius Krausel kam der SV Rindern wie verwandelt zurück aufs Spielfeld. SGE-Keeper Niklas Puff konnte einen Schuss nicht festhalten, sodass Mika Winkler (49.) zum Anschlusstreffer treffen konnte. Die Elf des scheidenden Trainers Christian Roeskens blieb am Drücker. Peter Mayr (65.) traf mit einem berechtigten Foulelfmeter, verursacht an Winkler, zum gerechten Ausgleich.
Und es ging weiter: Piet Kramer (79.) verwertete eine Vorlage von Philipp Roosen zur 3:2-Führung. Damit war das Spiel endgültig gedreht. Der eingewechselte Florian Engelen (84.) zeichnete für das 4:2 verantwortlich, als er gedankenschnell nach einer Abwehr von Puff schaltete und den Ball einschob. Den Schlusspunkt setzte Leon Müller (88.) nach einer schönen Ballstaffette mit einem trockenen Schuss innerhalb des Strafraums.
„Wir haben in Hälfte eins Biss, Wille und Passgenauigkeit vermissen lassen. Wir waren zu passiv. Die SGE war die bessere Mannschaft, und es sah nicht so aus, dass wir das Spiel noch drehen könnten. Das schnelle 1:2 war der Dosenöffner. Danach haben wir uns in einen Rausch gespielt. Es war ein verdienter Sieg, der vielleicht etwas zu hoch ausgefallen ist“, sagte Rinderns Coach Christian Roeskens, der nur noch vier Spiele an der Seitenlinie stehen wird.
SGE-Trainer Bernard Alijaj, der noch die Gelbe-Rote Karte wegen Meckerns sah, resümierte: „Meine Mannschaft hat wieder Charakter und guten Fußball gezeigt. Ich muss ihr großen Respekt zollen. Wir haben verdient zur Halbzeit geführt, danach aber zu viele individuelle Fehler gemacht. Die letzten Partien wollen wir genauso bestreiten.“ Durch diese Niederlage rutschte die SGE auf den ersten Abstiegsplatz.
SV Rindern: Janßen – Artas (87. Wels), Evrard, Polders (62. Irsch), Gatermann, Mayr, Leon Müller, Ploenes, Al Ahmad (74. Engelen), Kramer (84. Tissen), Winkler (77. Roosen).
SGE Bedburg-Hau: Puff – Gerard, Schümmer (87. Ngesang), Tekaat, Rode (75. Gorißen), Hoenselaar, Deckers, Berntsen, Diedenhofen (75. Pohle), Helmus, Kersten (62. Panke).