Der TSV Kößlarn (weiße Trikots) hat einen großen personellen Umbruch hinter sich
Der TSV Kößlarn (weiße Trikots) hat einen großen personellen Umbruch hinter sich – Foto: Robert Geisler

Riedlhütte und Kößlarn: Totgesagte leben länger

Die beiden Kellerkinder der Kreisliga Passau sendeten beim Punktspiel-Re-Start deutliche Lebenssignale

Erreicht haben der SV Riedlhütte und der TSV Kößlarn noch lange nichts, doch aufgegeben haben sich die beiden Tabellennachzügler der Kreisliga Passau noch lange nicht. Der Ex-Landesligist, der derzeit das Tabellenende ziert, besiegte im heimischen Waldstadion die DJK Vornbach mit 2:1, während die Rottaler auf eigenem Geläuf die DJK Neßlbach mit 3:1 in Schach hielten. Damit haben die beiden Klubs, die schon als designierte Absteiger gehandelt wurden, das rettende Ufer zumindest wieder in Sichtweite.

Speziell der Kößlarner Sieg war nicht unbedingt zu erwarten gewesen, denn in der Corona-Zwangspause musst der kleine Dorfverein aus dem Landkreis Passau Leistungsträger wie Sebastian Niebauer und Elias Cunningham ziehen lassen, Konstantin Horst und David Rösch hängten ihre Schuhe an den Nagel, Ewald Breit hat sich studienbedingt wieder in seine hessische Heimat verabschiedet und Christian Seidl steht seinen Farben verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. "Wir mussten unser Team gewaltig umbauen. Es spielen jetzt ein paar Spieler, die vor einem Jahr niemand auf dem Zettel hatte", sagt Kößlarns Spielertrainer Alexander Delpy, der mit der Entwicklung seiner Truppe absolut zufrieden ist: "Wir sind mittlerweile einigermaßen eingespielt und es geht Schritt für Schritt bergauf." Der langjährige Bayern- und Landesligaspieler weiß allerdings, dass viel zusammenpassen muss, damit Huber, Plattner und Kameraden das Abstiegsgespenst noch vertreiben können: "Wir dürfen nicht mehr viel liegen lassen. Trotzdem werden wir die Tabellensituation ausblenden und von Spiel zu Spiel denken. In unserer Situation ist es ohnehin egal, ob wir daheim oder auswärts spielen oder wie der jeweilige Gegner heißt. Uns helfen nur Siege weiter, schon Unentschieden-Spiele sind gefühlte Niederlagen."

Delpy: »Uns helfen nur Siege weiter, schon Unentschieden-Spiele sind gefühlte Niederlagen.«

Beim SV Riedlhütte war die Erleichterung nach dem Heimerfolg gegen die DJK Vornbach ebenfalls groß. "Wir haben eine junge und spielstarke Vornbacher Mannschaft mit Kampf und Disziplin niedergehalten. Diese Eigenschaften werden wir jetzt aber Woche für Woche brauchen, wenn wir das Unmögliche noch wahr machen wollen", weiß Riedlhüttes Abteilungsleiter Christian Sterr. Der erfahrene Funktionär gibt sich trotz des Achtungserfolg keinen Illusionen hin: "Der Sieg darf keine Eintagsfliege sein. Wenn wir die Hoffnung aufrechterhalten wollen, brauchen wir aus den drei verbleibenden Partien vor der Winterpause noch mindestens vier Punkte. Und das ist eigentlich fast schon zu wenig." Wo der Hund begraben ist, weiß der 43-Jährige nicht erst seit gestern: "Wir haben die vergangenen Herbstrunde mit elf Zählern abgeschlossen. Wenn es am Ende des Tages nicht für den Klassenerhalt reicht, wird das vermutlich der Hauptgrund sein. Aber es sind noch 27 Punkte zu vergeben und wir werden alles probieren, um die Liga zu halten."


Aufrufe: 014.10.2020, 13:02 Uhr
Thomas SeidlAutor

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