Michael Miedl hat in seiner langen Karriere bei einigen Vereinen gespielt - und jede Menge erlebt.
Michael Miedl hat in seiner langen Karriere bei einigen Vereinen gespielt - und jede Menge erlebt. – Foto: Robert Geisler

Pacults legendärer Wiener Schmäh und Kuschelrock mit Sebastian Kehl

Meine Top-11: Der gebürtige Schöfweger Michael Miedl (39) war Profi in der 2. Liga +++ Für FuPa stellt er eine erlesene Auswahl zusammen

Er war Junioren-Nationalspieler und kickte später in der 2. Liga: Michael Miedl aus Schöfweg im Bayerischen Wald hat in seiner Laufbahn so einige bemerkenswerte Kicker kennengelernt. Für FuPa hat er seine Top-11 zusammengestellt. Viel Spaß!



Torhüter:

Manuel Baum (Cheftrainer U20-Nationalmannschaft): "Mit Manuel habe ich zusammen in der Niederbayern-, Bayernauswahl und bei 1860 gespielt. Er war damals der kleinste Torwart mit den längsten Haaren. Konnte sich am allermeisten über Lupfertore im Training aufregen."

Abwehr:

Martin Stranzl (ehemals 1860, VfB Stuttgart, Borussia Mönchengladbach): "Martin war ein eisenharter Verteidiger und ein absoluter Musterprofi."

Waldemar Aulinger (ehemals SV Schöfweg, SV Zenting, FC Tittling): "Waldemar war der beste Libero in Niederbayern und der Oberpfalz:-) Er war extrem kopfballstark und hatte einen Wahnsinns-Schuss."

Michael Rauch (ehemals BCF Wolfratshausen): "Eine Marke und ein Charakterkopf im Oberland. Zimmerer von Beruf und immer noch mein bester Kumpel beim BCF. Auf meiner Hochzeit ist er samt Rotweinflasche vom Stuhl gefallen, die allerdings nicht zu Bruch ging:-)"



Mittelfeld:

Sebastian Kehl (ehemals Borussia Dortmund, Nationalmannschaft): "In der U17 und U18 Nationalmannschaft habe ich mit ihm zusammengespielt. Unvergessen bleibt das Erlebnis U17-Weltmeisterschaft in Ägypten. Sebastian war mein Zimmerpartner. Ich habe von damals immer noch eine Kuschelrock-CD von ihm."

Daniel Bierofka (Cheftrainer FC Wacker Innsbruck): "Biero war bei der deutschen Meisterschaft mit der Bayernauswahl mein Zimmerpartner. Er war damals schon ein Musterprofi und mein Vorbild in Sachen Trainingsfleiß."

Karl Murböck (ehemals BCF Wolfratshausen): "Kapitän beim BCF, Skilehrer und Legende im Oberland. Wir haben ihn immer Langbein genannt wegen seiner ungefähr zwei Meter langen Haxen. Keine Technik, trotzdem hat er immer viele Tore gemacht. Erstaunlicherweise aber keine Kopfballtore, trotz seiner Größe. Damit haben wir ihn immer aufgezwickt."

Daniel Kaatz (SV Riedlhütte): "Als Sechser vor der Abwehr Gold wert. Reißt die 100 Meter in 10 Sekunden ab. Nur manchmal ist er auch schneller als der Ball:-). Er war einer der Garant für den Aufstieg des SV Riedlhütte in die Bezirksliga 2014."

Sturm:

Benny Lauth (ehemals TSV 1860, Hamburger SV, VfB Stuttgart, Hannover 96): "Ein geiler Stürmer. War eiskalt vor der Kiste und hat jedes Tor gemacht. Im Trainingslager unschlagbar an der Playstation bei Formel 1 und FIFA."

Christian Schwankl (SV Schöfweg): "Sturmlegende beim SVS und eiskalt vor dem Tor wie Papa Fred. Garant für diverse Aufstiege, von der Kreisklasse bis in die Bezirksliga, und den Erfolg in Schöfweg in den letzten Jahren. Super Typ wie die ganze Schwankl-Family."

Christian Danzer (ehemals DJK SB Schönbrunn a. Lusen): "Mein Lieblingsmitarbeiter und Mitglied des Fußballteams der Thomas Krenn AG. Alias 'Bruno der Bär' - Sturmtank und sauschnell. Schafft die 100 Meter in 30 Sekunden:-) Zuständig für die ganz wichtigen Toren bei Betriebsturnieren. Bei allen beliebt."

Trainer:

Peter Pacult (ehemals TSV 1860, Dynamo Dresden): "Hat mich damals bei den Löwen schon von der Jugend zur zweiten Mannschaft hochgezogen. Absolut geiler Typ mit komischer Sprache:-) Vor einer Einwechslung hat er mal zu mir gesagt: 'Geh herst, scheiß da nix und moch a boa Budn!':-)"


Zur Person: Michael Miedl wurde am 10. Juli 1980 geboren und stammt gebürtig aus Schöfweg (Lkr. Freyung-Grafenau). Seine frühen Jugendjahre verbrachte er beim SV Schöfweg, beim FC Tittling und beim FC Vilshofen, ehe es für den talentierten Kicker 1995 zum TSV 1860 München ging. Bei den Löwen verbrachte er sechs Jahre. 2001 folgte der Wechsel zum 1. FC Schweinfurt 05. Bei den Schnüdeln schnupperte Miedl Zweitligaluft. Drei Spielzeiten lang blieb er in Unterfranken. Über die Stationen Aindling, Ismaning, Solln und Wolfratshausen kehrte er im Jahr 2011 in den Bayerischen Wald zum SV Schöfweg zurück. Von 2012 bis 2016 agierte er als Spielertrainer des SV Riedlhütte.

Michael Miedl mit Tochter Anna.
Michael Miedl mit Tochter Anna. – Foto: Privat


Unvergessen wird für ihn die U17-Weltmeisterschaft 1997 in Ägypten bleiben. "Im Halbfinale sind wir gegen Brasilien mit Ronaldinho ausgeschieden. Die haben uns sauber hergespielt", muss er noch heute schmunzeln. Auch das Spiel um Platz 3 ist ihm bestens im Gedächtnis geblieben: "Gegen Spanien haben wir verloren. Da waren tolle Kicker dabei, unter anderem Xavi." Heute lebt der bald 40-Jährige zusammen mit seiner Frau und der gemeinsamen Tochter Anna, die die erste Klasse besucht, in Spiegelau. Beruflich ist der Wirtschaftsingenieur bei der Firma Thomas Krenn in Freyung als Prokurist beschäftigt. Nach der aktiven Fußballerkarriere hat ihn nun eine zweite Leidenschaft gepackt: der Ausdauersport. Als Triathlet hatte er sich für den bekannten Ironman im fränkischen Roth angemeldet, der aber aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste. "Ganz früher habe ich Langlauf intensiv betrieben, das ist also von jeher schon eine Passion von mir. Durch einen Studienkollegen bin ich zum Triahtlon gekommen. Beim Schwimmen hapert`s allerdings noch ein wenig", muss der sympathische Ex-Fußballprofi aus dem Bayerwald lachen.

Neue Leidenschaft: Michael Miedl trainiert für den Ironman.
Neue Leidenschaft: Michael Miedl trainiert für den Ironman. – Foto: Privat
Aufrufe: 014.6.2020, 12:00 Uhr
Mathias WillmerdingerAutor

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