Vom Vorstopper zum Stürmer: Sigi Busch (r.) erlebte in seiner aktiven Karriere - unter anderem beim SV Pulling - eine erstaunliche Wandlung.
Vom Vorstopper zum Stürmer: Sigi Busch (r.) erlebte in seiner aktiven Karriere - unter anderem beim SV Pulling - eine erstaunliche Wandlung. – Foto: Archiv

„Eher der Typ Haaland“ - SV Pulling-Stürmer Sigi Busch erinnert sich

Lewandowski und der Torrekord - Sigi Busch lebte von seiner Schnelligkeit

Ein Typ wie Lewandowski war er eher nicht, eher einer wie Haaland, sagt Sigi Busch, früher gefürchteter Torjäger im Landkreis Freising.

Freising – 41 Tore hat er nie geschossen, aber Sigi Busch war ein gefürchteter Stürmer bei seinen Gegnern. Für seine Mannschaften gab er immer alles, und das ist auch der Berührungspunkt zu Robert Lewandowski. Dessen Wandlung zum Teamspieler machte ihn erst vollkommen. „Ich hätte nie gedacht, dass ein Spieler den Rekord von Gerd Müller mit den 40 Toren knackt“, sagt Sigi Busch.

Als Grund für diesen letzten Schritt sieht Busch die Wandlung des Bayern-Stürmers: „Vor zwei bis drei Jahren war er noch egoistischer. Jetzt legt er auch einmal Bälle für seine Mitspieler ab, und die danken es ihm dann auch mit Vorlagen.“

Beim FC Bayern* habe der neue Teamplayer auch die Nebenleute, die ihn reichlich mit Bällen füttern. „Ich war als Stürmer eher der Typ Haaland*“, sagt Sigi Busch und lacht. Er war schnell und warf sich als Naturgewalt in jedes Getümmel. „Filigrane Technik hatte ich nie“, sagt Busch, „ich habe immer von meiner Schnelligkeit gelebt.“

„Ich bin bei Hereingaben immer auf den kurzen Pfosten gegangen, denn das mag kein Verteidiger.“

Sigi Busch, zu seiner aktiven Zeit gefürchteter Torjäger im Landkreis Freising.

Sigi Busch war am Anfang seiner Laufbahn Vorstopper der alten Schule. Er erinnert sich noch gut daran, wie ihn Trainer Karl Pflügler beim SV Pulling umfunktionierte wegen seines schnellen Antritts. Pflügler war überzeugt, mit dem Stürmer Busch über schnelle Konter Tore schießen zu können. Der Wandel vom harten Verteidiger zum angstfreien Stürmer machte Busch erst so richtig gefährlich. „Ich bin bei Hereingaben immer auf den kurzen Pfosten gegangen“, sagt Busch, „denn das mag kein Verteidiger. Das wusste ich zu gut aus meiner Zeit als Vorstopper.“ Wenn der Stürmer dann mit vollem Einsatz den Kontakt sucht, besteht immer auch die Gefahr eines elfmeterreifen Kontaktes. Und wenn der Schiedsrichter gepfiffen hat, überließ Busch seinen Mannschaftskameraden den Abschluss.

Da wäre dann auch wieder der Unterschied zu Lewandowski, der sich das Elfmeterschießen bis zur Perfektion beigebracht hat.

Aktuell in der Corona-Pandemie ist Busch vereinslos und hat in seinem Leben das eine oder andere geändert. So entdeckte er den Individualsport Tennis für sich. Als Fußballtrainer liegt ihm die eine oder andere Anfrage vor, und jetzt muss Sigi Busch für sich entscheiden, ob er wieder mit einer Funktion an den Fußballplatz zurückkehren möchte.

(Nico Bauer)

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Aufrufe: 03.6.2021, 11:45 Uhr
Nico BauerAutor

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