Hinter dem Einsatz von Brunnthals Routinier Maximilian Kornbichler (M.) steht noch ei dickes Fragezeichen.
Hinter dem Einsatz von Brunnthals Routinier Maximilian Kornbichler (M.) steht noch ei dickes Fragezeichen. – Foto: bro

SV Pullach empfängt TSV Brunnthal: Zeitenwende oder eine kurze Phase?

Englische Woche in der Landesliga Südost

Im Landesliga-Derby ist der TSV Brunnthal gegen den SV Pullach in der Favoritenrolle

Pullach/Brunnthal – Vor dem heutigen Landkreis-Duell der Landesliga Südost zwischen dem SV Pullach und dem TSV Brunnthal (Anstoß 18.30 Uhr) dürfte sich die Stimmung in beiden Lagern deutlich unterscheiden. Während die Gäste dank zwei später Treffer mit dem 2:0 beim Aufsteiger ASV Dachau einen blitzsauberen Start hinlegten, kassierten die Hausherren von der Gistlstraße beim TSV 1880 Wasserburg eine 0:2-Niederlage, die gerade deshalb so bitter schmeckte, weil auch hier die Tore erst kurz vor Schluss fielen.

SV Pullach
2:0
Brunnthal

„Natürlich ist die Mannschaft enttäuscht“, sagt SVP-Coach Fabian Lamotte, dessen größtenteils blutjunge Truppe 85 Minuten lang auf einen Punktgewinn hoffen durfte, der in der momentanen Situation so gut getan hätte. Denn angesichts der Personalknappheit wäre ein Unentschieden beim Mitabsteiger aus der Bayernliga fast schon einer Sensation gleichgekommen. „Sie haben alles gegeben“, lobte der Trainer den Einsatz seiner Spieler, doch neben den fehlenden Alternativen auf der Bank im schmalen 14-Mann-Kader, der noch dazu mit dem eigentlich pausierenden Daniel Brändle aufgefüllt war, spielte am Ende auch der Mangel an Routine eine Rolle. „An Erfahrung fehlt es einigen Spielern noch“, weiß Lamotte, der gegen Brunnthal aber auf den Einsatz von zwei in Wasserburg aus beruflichen Gründen fehlenden Leistungsträgern setzen kann: Mathis Horndasch soll die Defensive stabilisieren, Maximilian Stapf für Torgefahr sorgen. Der Ur-Pullacher und Rückkehrer vom TSV Grünwald brachte es in seiner besten Spielzeit (2017/18) bei den Grün-Weißen auf 16 Landesliga-Treffer, in der vergangenen Saison waren es immerhin acht. Zudem bringt er mit seinen 32 Jahren jede Menge der bei den Raben so dringend nötigen Erfahrung mit.

Für den TSV Brunnthal war das erste Jahr Bayernliga ein Riesenerlebnis und da knüpft Trainer Raphael Schwanthaler nun an: „Pullach war vor nicht allzu langer Zeit sogar Meister in der Bayernliga. Wer hätte denn gedacht, dass wir hier ein Ligaspiel bestreiten werden? Auch wenn Pullach zuschauertechnisch nicht der Krösus ist, so hat dieses Auswärtsspiel in der Nachbarschaft für den stolzen Dorfclub ein besonderes Gefühl.

Schwanthaler macht auch deutlich, dass seine Mannschaft klarer Außenseiter ist und man gerade nach dem Auftaktsieg in Dachau unbeschwert auftreten könne. „Mit den Siegen im Pokal in Grünwald und nun dem Ligasieg in Dachau haben wir Selbstvertrauen getankt“, sagt der Brunnthaler Trainer. Zu der unfassbaren Siegesserie der vergangenen Rückrunde sei das aber noch kein Vergleich.

Die wichtigste Frage der Brunnthaler wird die neuerliche Improvisation in der Abwehr. Der als Innenverteidiger eingesetzte Ludwig Böhme fehlt wegen seiner Roten Karte und bei Maximilian Kornbichler („vielleicht bekommen wir eine Wunderheilung hin“) hat er leise Hoffnung. Marc Nagel könnte zentral verteidigen, nachdem er diese Rolle in der Vergangenheit schon spielte. Gerade beim defensiven Personal darf aktuell gar nichts mehr passieren. (Nico Bauer)

Aufrufe: 018.7.2022, 15:25 Uhr
Nico BauerAutor