Hier geblieben! Uffings Abteilungsleiter Klaus Staltmeier will Pollings Trainer Roland Färber an der Seitenlinie nach einer strittigen Geste zur Rede stellen. 	foto: mayr
Hier geblieben! Uffings Abteilungsleiter Klaus Staltmeier will Pollings Trainer Roland Färber an der Seitenlinie nach einer strittigen Geste zur Rede stellen. foto: mayr

SV Uffing geht unter: Harte Gefechte auf und neben dem Platz

Uffing geht mit 0:3 in Polling unter und hadert mit dem Schiedsrichter

SV Polling
3:0
SV Uffing



Der SV Uffing geht mit 0:3 in Polling unter und hadert mit dem Schiedsrichter.

Polling
Den Namen sprach Thomas Neumeier nicht aus. Er sagte nur „die betreffende Person“ und meinte damit Schiedsrichter Michael Sepp. Der Offizielle hatte es fertiggebracht, keine einzige Gelbe Karte zu zeigen – in einem „rassigen Spiel“ wohlgemerkt, wie der Pollinger Coach Robert Färber anmerkte. Man muss so ehrlich und hart sein: Der Unparteiische und seine Pfiffe wurden diesem Fußball-Kreisliga-Duell Polling gegen Uffing nicht gerecht. Es geht nicht darum, dass ein Team besonders grob oder aggressiv aufgetreten wäre, da schenkten sich beide Seiten nichts. Sepp griff aber bei den harten Attacken nicht durch, entschied obendrein eine spielentscheidende Szene falsch. Trotzdem hat der SV Uffing nicht wegen des Schiedsrichters 0:3 (0:1) verloren, sondern weil er größte Probleme im Torabschluss offenbarte.

Viermal, das ist nicht übertrieben, stand nur noch Matthias Schuster zwischen Uffing und dem Tor. Viermal hielt er spektakulär – oder, das ist die andere Sicht: „Wir scheitern an uns selbst“, wie Trainer Neumeier es ausdrückt. Er schwärmt von Schuster als „super gegnerischen Torwart“. Eine Randnotiz dazu: Die Pollinger haben in der gesamten Saison kein einziges Mal zu Null gespielt. Nun die Premiere. Neumeier war mit seiner Mannschaft dennoch „absolut zufrieden“, sah sie als das „fußballerisch bessere“ Team, wobei auch Färber diesen Titel für seinen Klub beanspruchte.

Das war dann nicht die einzige Meinungsverschiedenheit der beiden Coaches. Das Zwiegespräch startete irgendwann Mitte der ersten Hälfte mit ein paar harmlosen Kommentaren und gipfelte in einem Disput zwischen Färber und dem ganzen Uffinger Fanblock nach dem 0:3. Klaus Staltmeier, Abteilungsleiter der Gäste, stürmte auf Färber zu, der zuvor eine Geste Richtung Uffinger Bank gezeigt hatte. Die Gäste sahen sich provoziert, den Fairnessgedanken verletzt.

Der Pollinger Coach klärt auf: „Ein komplettes Missverständnis. Ich habe meinem Keeper die Faust gezeigt. Wer mich kennt, weiß, dass ich kein Provokateur bin.“ Staltmeier sah’s anders. „Wenn ich als Torwart so eine Handbewegung gezeigt bekomme, würde ich mich wundern.“

Während die Pollinger ihr Bier schlürften, saßen Neumeier und Staltmeier regungslos auf einer Bank. Zu tief saß der Frust über Niederlage und Schiedsrichter. Die Situation vor dem 0:2 spulten ihre Köpfe immer wieder ab. Der Ball hatte den Offiziellen getroffen, Uffing forderte eine Unterbrechung, wie es neuerdings die Regeln verlangen. Er pfiff nicht und verweigerte den Gästen obendrein kurz danach einen Elfmeter. Neumeier beobachtete, wie Michael Schöttl den Ball „beidhändig durch den 16er mitnahm“. „Das ist schon brutal, dass du den Elfer nicht kriegst.“ Doch nach so vielen Rückschlägen hat sich Uffing eines angewöhnt. Niederlagen zu verkraften. Neumeier sagt: „Das wird es nicht geben, dass wir weinend in der Kabine sitzen.“

VON ANDREAS MAYR

Aufrufe: 012.10.2020, 12:30 Uhr
Garmisch-Partenkirchner Tagblatt / Andreas MayrAutor

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