– Foto: Ömer Tok

Op­pum: Streit um Pri­vat-Li­ga spitzt sich zu

An der Fra­ge, ob Hob­by-Fuß­bal­ler ei­nen Bolz­platz für ei­ne pro­fes­sio­nell auf­ge­zo­ge­ne Frei­zeit-Li­ga nut­zen dür­fen, schei­den sich die Geis­ter. Bei An­woh­nern lie­gen die Ner­ven blank, die CDU for­dert so­gar ein Spiel-Ver­bot.

Die Fron­ten im Streit um die Nut­zung des Bolz­plat­zes an der Op­pu­mer Her­bertz­stra­ße sind ver­här­tet: Jetzt for­dert die CDU Op­pum-Linn ein Platz­ver­bot für die Spie­ler der Frei­zeit-Fuß­ball­li­ga (FFL), die das Ge­län­de an 18 Sonn­ta­gen pro Jahr für das Aus­tra­gen ih­rer Hob­by­li­ga-Spie­le nutzt.

CDU-Frak­ti­ons­spre­cher Thi­lo For­kel geht so­gar so weit, den Platz als „rechts­frei­en Raum“ zu be­zeich­nen. For­kel will er­rei­chen, dass der Platz nur noch von Kin­dern und Ju­gend­li­chen bis zu 14 Jah­ren be­spielt wer­den darf und nicht, wie ak­tu­ell, von in der Mehr­zahl er­wach­se­nen Hob­by-Ki­ckern.

Hin­ter­grund: Der Aschen­platz grenzt di­rekt an das Neu­bau­ge­biet, das die Wohn­stät­te neu ent­wi­ckelt hat. An­woh­ner füh­len sich von dem re­gel­mä­ßi­gen Spiel­be­trieb am Sonn­tag ge­stört. Die Ner­ven lie­gen blank. „Wir füh­len uns auch von der Wohn­stät­te hin­ter­gan­gen, die uns die La­ge als kin­der­freund­li­ches „Traum-Wohn­ge­biet“ prä­sen­tiert hat“, be­rich­tet ei­ne An­woh­ne­rin. Von ei­nem Fuß­ball-Li­ga­be­trieb in un­mit­tel­ba­rer Nä­he sei nie die Re­de ge­we­sen. „Wir ha­ben uns mit dem Bau un­se­res Hau­ses bis an un­ser Le­bens­en­de ver­schul­det und sol­len nun sonn­tags und an an­de­ren Ta­gen un­se­re Gär­ten nicht mehr un­ge­stört nut­zen und un­se­re Fens­ter we­gen des Lärms nicht mehr öff­nen kön­nen?“, fragt ei­ne an­de­re Haus­be­sit­ze­rin, Mut­ter von zwei klei­nen Kin­dern. Die An­woh­ner stel­len auch die Fra­ge: „Für wen ist der Platz ge­dacht?“ Denn die vie­len Kin­der des Wohn­ge­biets ha­ben nach ih­rem Emp­fin­den kei­ne Chan­ce, auf dem Ge­län­de zu ki­cken, wenn dort der Spiel- oder Trai­nigs­be­trieb läuft.

Vor dem Ge­län­de steht ein Schild, das das Are­al als Spiel­platz für Kin­der bis 14 Jah­ren aus­weist. Die An­woh­ner lei­ten dar­aus her, dass der Bolz­platz nicht von Er­wach­se­nen ge­nutzt wer­den darf. Die Stadt teil­te auf An­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on mit: „Da das Schild mit der Auf­schrift ‚Spiel­platz für Kin­der bis 14 Jah­ren’ auch das Ball­spie­len un­ter­sagt, kann die­ses grund­sätz­lich nicht für ei­nen Bolz­platz gel­ten. Das hier ab­ge­bil­de­te Schild ist dem­nach für den an­gren­zen­den Spiel­platz ge­dacht.“ Ein wei­te­res Schild, das ei­ne Auf­schrift „Ru­he­zeit von 13 bis 15 Uhr an Sonn­ta­gen“ aus­weist, re­gelt nach Aus­kunft der Stadt den Be­trieb auf dem Bolz­platz. Die An­woh­nern sa­gen: „Ei­ne pro­fes­sio­nell or­ga­ni­sier­te Hob­by-Li­ga hat auf ei­nem Bolz­platz in ei­nem Wohn­ge­biet nichts zu su­chen.“

Da­ni­el Zille­ckens ist Grün­der und Or­ga­ni­sa­tor der Frei­zeit Fuß­ball­li­ga. Er be­stä­tigt, dass der Platz an Sonn­ta­gen für die Li­ga­spie­le ge­nutzt wird. „Fünf der zehn Mann­schaf­ten in un­se­rer Li­ga nut­zen den Platz als Heim­spiel­stät­te.“ Die Mehr­zahl der 180 Li­ga­spie­le fin­det so­mit in Op­pum statt. Zum Al­ter der Spie­ler der Hob­by­li­ga sagt der 31-jäh­ri­ge Fa­mi­li­en­va­ter: „Von 16 bis nach oben of­fen sind al­le Al­ters­grup­pen ver­tre­ten.“ Die Hob­by­li­ga geht im Au­gust in ihr drit­tes Jahr. Doch der Op­pu­mer Platz sei schon vor der FFL re­gel­mä­ßig ge­nutzt wor­den, „be­stimmt seit 15 Jah­ren, man­che spie­len hier, seit sie in Pam­pers wa­ren“, sagt Zille­ckens. „Die­ser Bolz­platz ge­hört ein­fach zu Op­pum“, sagt er. Die Mann­schaf­ten, die in der Li­ga ih­re Spie­le aus­tra­gen, sei­en al­le­samt aus Kre­feld. Ei­ni­ge der Teams spie­len auf Sport­an­la­gen in Tra­ar oder Linn. „Für die meis­ten von uns gibt es zu dem Platz in Op­pum kei­ne Al­ter­na­ti­ve in Kre­feld“, sagt Zille­ckens. Ge­gen das Nut­zen von aus­ge­wie­se­nen Sport­an­la­gen sprä­chen vor al­lem die zu ho­hen Kos­ten. Die Ver­wal­tung ha­be zu­ge­sagt, ei­ne al­ter­na­ti­ve Spiel­flä­che in El­frath her­zu­rich­ten. „Das soll­te schon vor Mo­na­ten pas­sie­ren“, sagt Zille­ckens. Jetzt hat die Ver­wal­tung ge­gen­über un­se­rer Re­dak­ti­on si­gna­li­siert, dass der Platz fast fer­tig ist: „Die Bolz­wie­se ist durch den Kom­mu­nal­be­trieb mit Fuß­ball­to­ren aus­ge­stat­tet wor­den und in den kom­men­den Wo­chen spiel­be­reit“, schreibt die Stadt. Und wei­ter: „Die Ver­an­stal­ter der Fuß­ball-Frei­zeit­li­ga ha­ben der Stadt­ver­wal­tung si­gna­li­siert, ab Sep­tem­ber die­sen Jah­res den Groß­teil des Spiel­be­trie­bes von der Her­bertz­stra­ße zum El­fra­ther See zu ver­la­gern, so dass in Op­pum nur noch ein Spiel pro Sonn­tag durch­ge­führt wird. Es wird ei­ne Ent­las­tung der ak­tu­ell be­trof­fe­nen An­woh­ner er­hofft. Grund­sätz­lich bleibt aber fest­zu­hal­ten, dass ei­ne Nut­zung des Bolz­plat­zes grund­sätz­lich für Fuß­ball­spie­len­de of­fen­steht.“

Zille­ckens sagt: „Un­se­re Li­ga wird im kom­men­den Jahr um ei­ni­ge Mann­schaf­ten wach­sen. Ich den­ke, dass in Op­pum dann je­den Sonn­tag noch zwei Spie­le statt­fin­den wer­den. Wir wol­len schau­en, dass wir den Spiel­be­trieb hier klein­hal­ten.“ Der von An­woh­nern mo­nier­te abend­li­che Trai­nings­be­trieb ha­be nichts mit den Team sei­ner Li­ga zu tun. Er fin­det es be­dau­erns­wert, dass we­der An­woh­ner noch Lo­kal­po­li­ti­ker das Ge­spräch mit ihm ge­sucht hät­ten. „Es soll­te ei­nen run­den Tisch ge­ben, bei dem je­der sa­gen kann, was ihn stört, so dass wir die Pro­ble­me aus der Welt schaf­fen kön­nen“, zeigt der 31-Jäh­ri­ge sich ge­sprächs­be­reit. Ein Vor­schlag, der jüngst auch von der SPD ge­macht wur­de und der im Sport­aus­schuss am Diens­tag, 2. Ju­li, zur Dis­kus­si­on ste­hen wird.

Aufrufe: 03.7.2019, 07:00 Uhr
RP / Carola PuvogelAutor

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