
Der SV Ohlstadt steht im Heimspiel gegen Bad Heilbrunn unter Druck. Nur ein Sieg hält die Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben.
Es ist ein Punkt erreicht, an dem man es sich aussuchen kann. Setzt man auf blanke Mathematik und Rechenspiele mit allerlei Hypothesen und Spekulationen? Oder freundet man sich gleich mit der unerbittlicheren Wirklichkeit an? Bei ersterer Option müsste der SV Ohlstadt wenigstens vier Siege aus den verbleibenden sechs Partien einfahren, um in der Bezirksliga noch die Nichtabstiegsplätze zu erreichen. Zeitgleich dürfte die Konkurrenz nicht überdurchschnittlich gut punkten. Einfacher ist freilich die zweite Variante. Man akzeptiert das Ohlstädter Schicksal bereits jetzt, die Fußballer müssen wohl in die Abstiegsrelegation. Für beide Optionen ist klar: Das heutige Heimspiel des Aufsteigers (19 Uhr) gegen den SV Bad Heilbrunn wird voraussichtlich letzte Aufschlüsse geben.
Von derlei Nebengeräuschen will sich das Team allerdings nicht beeinflussen lassen. Ein Punkt mehr oder weniger ist zwar für die Tabelle wichtig, aber intern ist die Lesart eine ganz andere. „Der Fokus muss auf Training und Spiel liegen“, stellt Trainer Toni Geiger klar. „Von allem anderen müssen wir uns gedanklich frei machen.“ Noch schweift der Blick nicht in die Ferne, sprich in die Kellergewölbe der anderen Bezirksliga-Staffeln. Was zählt, ist der SV Bad Heilbrunn. Der Gegner aus dem Tölzer Land ist ein Paradebeispiel dafür, welch wesentliche Rolle im Sport Einflüsse wie Erfahrung, Entschlossenheit oder auch Spielglück spielen. Auch der aktuell Tabellenzehnte stand zur Winterpause kritisch da, hatte über die Saison weit mehr als eine Handvoll abwesender Stammkräfte zu beklagen und drohte, in den Keller abzurutschen.
Doch die Mannschaft von Trainer-Urgestein Walter Lang schaffte den Turnaround. So bezwang der HSV zu Beginn der Rückrunde einen drückend überlegenen FC Penzberg, schnappte sich erstmals beim FC Deisenhofen die Punkte und gewann jüngst gegen die flinken Talente des SV Waldeck. Ohlstadt hingegen kam über zwei Remis gegen Denklingen und Pullach nicht hinaus. Auch das Hinspiel (1:3) fließt in diesen Vergleich ein. Der SVO führte, war gut im Spiel, kassierte aber kurz vor und gleich nach der Pause Gegentore – und weg war ein Erfolgserlebnis. „Eine reife, gestandene Mannschaft“, so sieht Geiger die Gäste.
Bei Stabilität und Raumaufteilung müsse der SVO an die Leistungen des vergangenen Samstags anknüpfen, der Ertrag müsse jedoch einmal mehr besser werden. Zudem gilt es, die Ausnahmespieler um Max Specker und Anton Krinner in den Griff zu bekommen. „Die Aufgaben an unsere starken Leute sind verteilt“, betont der Coach. Dazu gehören unter anderem Abwehrmann Jonas Thümmler, der ebenso wie Angreifer Maximilian Schwinghammer fit ist.