Die Prüfeninger (links Christian Holzapfel) liefen ihrem Ligakonkurrenten in der zweiten Halbzeit davon.
Die Prüfeninger (links Christian Holzapfel) liefen ihrem Ligakonkurrenten in der zweiten Halbzeit davon. – Foto: Florian Würthele

Kosova siegt trotz vier Platzerweise

Viertelfinale im Totopokal Regensburg: Prüfening überrennt die SG Walhalla +++ VfR kämpft sich in Unterzahl zurück

Die letzten Vier im Regensburger Totopokal stehen fest. Und was waren das für Viertelfinals am Mittwochabend! In Breitenbrunn, wo sich der heimische Kreisligist nach spannenden 90 Minuten gegen klassenhöhere Viehhausener durchsetzen konnte, fielen allein fünf Tore in den ersten gut 20 Minuten. Bei Großberg gegen Kosova sahen im Laufe der zweiten Halbzeit vier (!) Regensburger die Ampelkarte oder gar Glatt-Rot. Trotz allem gelang es dem Bezirksligisten, die zuvor herausgespielte 2:0-Führung ins Ziel zu bringen. Einen furiosen 5:1-Auswärtserfolg landete der FSV Prüfening bei Ligakonkurrent SG Walhalla. Und der vierte Halbfinalist im Bunde ist der VfR Regensburg. Der Kreisklassist kämpfe sich in Unterzahl nach zweifachem Rückstands zurück ins Spiel und kegelte Obertraubling im Elfmeterschießen aus dem Wettbewerb.

Breitenbrunn
4:3
Viehhausen
Ein Krimi entwickelte sich vor 150 Zuschauern in Breitenbrunn. Vom Start weg gingen beide Mannschaften durchaus risikobereit zu Werke, was frühe Tore zur Folge hatte. Die SV-Führung durch Maxi Staudigl (6.) glichen die Gäste keine 90 Sekunden später in Person von Qlirim Beqaj aus. Dann wechselte die Führung: Luis Beutl (14.) drehte die Partie zugunsten Viehhausens. Darauf antwortete der Kreisligist mit einem Doppelschlag, Lukas Söllner (20.) und Quirin Meier zwei Minuten darauf trugen sich hier in die Torschützenliste ein. 3:2 nach gut 20 Minuten! Und weiterhin standen die Offensivleute im Fokus. Auf den Ausgleich von Beqaj (49.) hatte Breitenbrunn durch Michael Dirigl (50.), er war vom Elfmeterpunkt erfolgreich, abermals die schnelle Antwort parat. Dabei bleib es – Reinhard Diermeiers Viehhausener rannten bis zum Schluss vergebens an gegen aufopferungsvoll kämpfende Breitenbrunner an. „Ein spannendes, gutes Spiel. Beide Mannschaften haben mit offenem Visier ohne langes Abtasten gespielt. Jetzt freuen wir uns aufs Halbfinale!“, jubelte Diermeiers Gegenüber, SVB-Coach Matthias Pfeifer.

TSV Großberg
0:2
FC Kosova
In einer ansonsten fairen Begegnung zückte Schiedsrichter Claus Feldmeier etliche gelbe Karten. Zwei Kosovaren – Ratkoceri und Covanaj – sahen kurz nach dem Seitentausch Gelb-Rot. Und in der Schlussphase erwischte es mit Sopaj nach seiner zweiten Verwarnung einen weiteren Regensburger. Kurz vor Schluss sah Kleqka nach einer vermeintlichen Beleidigung gegen den Heimtrainer gar Glatt-Rot. Zu Siebt brachte der Bezirksligist die herausgespielte 2:0-Führung über die Zeit. Für beide Treffer, in Minute 46 und 51, zeigte sich Matchwinner Mateo Hasa verantwortlich. In Überzahl konnten sich die Großberger lediglich noch eine aussrichtsreiche Torchance herausspielen. „Die Jungs waren spielerisch überlegen und sind verdient weitergekommen“, zog Regensburgs sportliche Leiterin Nicole Seidl, abseits der vielen Platzverweise, ein zufriedenes Resümee.

SG Walhalla
1:5
Prüfening
Die SG Walhalla kam in diesem Match nicht an ihr mögliches Leistungsvermögen heran und ging am Ende unter. Einen individuellen Fehler des Gegners nutzte Sebastian Chlebik (15.) zur FSV-Führung. Nach Wiederbeginn ging es dann dahin für die Gastgeber. Der eingewechselte Maxi Röhrl (53.), Anton Illner (57.), Miro Sosic (67.) und Illner zum Zweiten (76.) trafen für die Prüfeninger gegen eine konsternierte SGW. Für die traf Marcel Steiger nach 65 Minuten zum zwischenzeitlichen 1:3. Am Ende sollte das nur Ergebniskosmetik darstellen. „Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute in allen Mannschaftsteilen durchweg eine souveräne Leistung gezeigt und am Schluss auch in der Höhe verdient gewonnen. Kompliment an meine Mannschaft, sie hat einen richtig schönen Fußball gespielt“, war Prüfenings Trainer Serkan Aygün stolz auf seine Spieler.

VfR Regensbg
8:7
O`traubling
Von einem „Sieg des Willens“ sprach VfR-Trainer Andreas Grübl – und hatte damit völlig recht. Zunächst wurden die Gäste aus Obertraubling, obwohl sie durch Mathias Gasch (15.) in Rückstand gerieten, ihrer Favoritenrolle gerecht. Sie hatten deutlich mehr vom Spiel, während sich der Kreisklassist aufs Verteidigen beschränkte. Das ging aber nicht lange gut: Maximilian Grimm (23.) und Tobias Fuchs (43.) drehten die Partie noch vor der Pause zugunsten des SVO, der später durch Ilker Öksum (65.) noch das 3:1 nachlegte. Völlig verdient zu diesem Zeitpunkt. Knackpunkt war wohl eine gelb-rote Karte an Regensburgs Ivanegru (67.) Obertraubling wähnte sich als sicherer Sieger und ließ das Spiel nun ein wenig schleifen. „Ab diesem Moment hat Obertraubling im Kopf wohl abgeschaltet“, sagte Grübl, der den Sieg seiner Mannschaft wegen ihrer Willenstärke als „verdient“ bezeichnete. Robert Bierzynski (75.) machte die Angelegenheit mit seinem Treffer wieder spannend, ehe Jetmir Beqaj in der fünften Minute der Nachspielzeit vom Punkt das umjubelte 3:3 besorgte. Zuvor war Andreas Schmatz im SV-Strafraum gelegt worden. In der anschließenden „Glückslotterie“ Elfmeterschießen hatte Kreisklassist VfR Regensburg das bessere Ende für sich.

Vorschau: Die Viertelfinals

Breitenbrunn
4:3
Viehhausen
„Kräfte schonen“ für die kommenden Duelle in der Bezirksliga ist das Stichwort beim FC Viehhausen. Gut möglich, dass der ein oder andere Akteur aus der Reserve mit nach Breitenbrunn fährt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die Hausherren, die ihrerseits in der Kreisliga um Punkte kämpfen, definitiv nicht als Underdog antreten. Der SVB ist immerhin amtierender Pokalsieger und würde gern wieder ins Endspiel einziehen. Dass sich seine Mannschaft für einen couragierten Auftritt zuletzt nur bedingt belohnen konnte und gegen Ramspau in der 90. Minute den Ausgleich fing, dürfte SV-Trainer Matthias Pfeifer noch wurmen – aber der Blick geht längst nach vorne. Die Gäste starteten mit einer Niederlage bei Ziegetsdorf ins Unterfangen Klassenerhalt, vergaben hier beste Torchancen. Auf deutlich mehr Effizienz pocht Viehhausens Coach Reinhard Diermeier fürs heutige Pokalspiel.

TSV Großberg
0:2
FC Kosova
Von einem Chancenwucher kann auch der FC Kosova ein Lied singen. Denn die Regensburger ließen im Heimspiel gegen Chambtal reihenweise Möglichkeiten liegen, trafen allein zweimal das Aluminium. Zwei Elfmetertore bescherten den Endstand von 1:1. Dafür soll im Kreispokal ein Erfolgserlebnis her für den Bezirksligisten. In Großberg ist man sicherlich favorisiert, nimmt das Spiel deshalb aber nicht auf die leichte Schulter. Die Gastgeber sind für ihren Kampfgeist bekannt und werden auch in dieser Partie alles in die Waagschale werfen. Die unnötige Heimniederlage zum Auftakt gegen Wenzenbach – vor allem in der zweiten Halbzeit war der TSV feldüberlegen – wollen die Schützlinge von Chris Gieler vergessen machen!

SG Walhalla
1:5
Prüfening
Das war schon mal ein erstes Ausrufezeichen: Souverän und völlig verdient mit 3:0 wies die SG Walhalla am Samstag den TSV Kareth II in die Schranken. Mannschaft und Trainer der Kicker vom Holzhof wollen in der neuen Spielrunde der Kreisliga 1 oben mitspielen. Und vielleicht reicht es sogar für ganz oben. Im Pokal läuft es auch. Nach den Triumphen über Ziegetsdorf und Stadtamhof geht es für die Arslan-/Schenk-Mannschaft abermals gegen einen Regensburger Kontrahenten, diesmal sogar aus der eigenen Liga. Denn der FSV Prüfening ist zu Gast. Er verlor zuletzt knapp beim Freien TuS. Die Gäste nehmen dieses Spiel ernst und sind gespannt darauf, wie stark die Walhalla-Truppe denn nun wirklich ist.

VfR Regensbg
8:7
O`traubling
Als einziger Kreisklassist ist der VfR Regensburg unter die Top Acht vorgestoßen. Während im Pokal zuletzt die klassenhöhere SpVgg Ramspau ausgeschaltet werden konnte, missglückte der Ligaauftakt. 1:4 ging das Heimspiel gegen Aufstiegsmitfavorit Türk Genclik in die Binsen. Ein Erfolgserlebnis zwischendrin käme da gerade recht für die Grübl-Schützlinge, die den SV Obertraubling zu Gast haben. Beim BSC Regensburg verlor der SVO am Wochenende, trotz einer starken zweiten Hälfte, ziemlich unglücklich. Schmerzhafter als die Niederlage wiegt allerdings die schwere Knieverletzung von Kapitän und Abwehrchef Isaak Berg. Im Regensburger Osten möchte man trotz der Umstände seiner Favoritenrolle gerecht werden und ins Halbfinale einziehen.

Aufrufe: 021.7.2021, 20:48 Uhr
Florian WürtheleAutor

Verlinkte Inhalte