Neuer Bericht

Oberlindhart
0:2
Schierling II

Sonntag, 15. August 2021

SV Oberlindhart – TV Schierling II 0-2 (0-0)

-Starker Gast-
-Hart umkämpftes Match-
-Eine unglückliche Niederlage-

Nach dem Klasse Auftritt in unserem zweiten Auswärtsspiel vor Wochenfrist in Wörth, aus dem man drei Punkte von der Isar an die Kleine Laber transferierte, stand der nächste Knaller an: wir durften mit der Reserve des TV Schierling den amtierenden Tabellenführer zur Heimpremiere der Saison 2021/2022 in Oberlindhart begrüßen.
Äußere Bedingungen:
Das Wetter an Mariä Himmelfahrt war so, wie man das Wetter an Mariä Himmelfahrt erwartet: strahlend blauer – früher, also als Böhmen noch bei Österreich war und wir noch unseren Kaiser Wilhelm hatten, hieß das Kaiserwetter – Himmel, keine Wolken, wunderbarer Sonnenschein und selbstverständlich eine brutale Hitze. Das heiße Wetter hat bestimmt einige potentielle Besucher ins Freibad gezogen oder gar zuhause im kühlen Heim festgehalten, trotzdem sammelte sich eine stattliche Kulisse an, vom Autor dieser dürren Zeilen wurden handgezählte 101 Tifosi notiert.


Großen Respekt allen Akteuren, die hohen Temperaturen forderten schon enormen Tribut, die
Trinkpausen, die es seit einigen Jahren gibt, gehören wirklich zu den (wenigen) positiven Neuerungen im Reglement. Daß es später, nicht lange nach dem Spielende, gewitterte, ein sturmähnlicher Wind aufkam und es in Strömen goß, passt ebenso zum Wetter eines 15. August, tat aber der, trotz der Niederlage, guten Stimmung keinen Abbruch, im Gegenteil, wir saßen ja unter Dach und der Biernachschub war von den Unbilden der Witterung völlig unbeeinträchtigt. Beim Punkt „Äußere Bedingungen“ darf das Geläuf natürlich nicht fehlen: unser Rasen präsentierte sich Dank der intensiven Pflege durch Charl Limmer und Georg Dafner wie gewohnt: top!
Personelles:
Leider stand uns Stefan Beck aufgrund einer äußerst wichtigen Geheimmission nicht zur Verfügung. Auch Jan Unfried war unabkömmlich. Zudem bevölkern nach wie vor Benni Danzer, Stefan Englbrecht und Robert Ullrich das Lazarett, es wird Zeit, daß die Burschen gesunden, wir brauchen jeden Mann.
Coach Richard Koch konnte also nicht ganz aus dem Vollen schöpfen. Das Personal stellte er in der Besprechung nach dem Abschlußtraining gleichwohl mit einer fulminanten Ansprache hervorragend ein.
Zum Spiel:
In diesem Nachbarschaftsderby ging es naturgemäß zur Sache. Es blieb allerdings das ganze Spiel über alles im Rahmen, es war tatsächlich, trotz des verbissen geführten Schlagabtausches, eine außergewöhnlich faire Begegnung. Dies war nicht zuletzt das Verdienst von SR Istvan Tuboly (SV Ihrlerstein), der das Match jederzeit im Griff hatte. Er zeigte eine hervorragende Spielleitung.
Der Ticker:
1 Die Gäste übernehmen sofort die Initiative
3 Paß von Stefan Bauer auf Amiel Mambuini Ndongala, der steht aber im Abseits.
4 Wir bringen von rechts eine Flanke, Andy Hohenester kommt nicht ran, um cm nicht zum
Kopfball. Und die Gäste kontern, blitzschnell sind die vor unserem Kasten, es brennt
lichterloh, wir retten v.u., viribus unitis, mit vereinten Kräften auf der Linie. Uff, gerade noch
gutgegangen.
5 Ein leichtfertiger Ballverlust – irre, nachdem wir Sekunden davor gesehen haben, zu was die
Schierlinger fähig sind - nahe unserer (!) Torauslinie, deren Stürmer zieht sofort nach innen
und legt mustergültig zurück. Eine RIIIIIIEEEEEEESENCHANCE. Der Schuß geht um cm vorbei.
Uff, gerade noch gutgegangen, schon wieder. Und die Zuschauer bekommen eine Ahnung,
daß dieses Spiel anders verlaufen wird als jenes vor Wochenfrist.
7 Jetzt gehen wir nach vorne, Johannes Bauer feuert, sein Schuß wird aber zur Ecke
abgefälscht, aus der wir jedoch kein Kapital schlagen.
8 Der Gast ist wieder auf dem Vormarsch, Freistoß. Bringt denen aber nichts.
10 Nach einem Foul an Tomáš Marek, der Beckos würdig auf dem Liberoposten vertrat, erhalten wir unsererseits einen Freistoß. Und schon wieder leisten wir uns einen unglaublich
leichtfertigen Ballverlust, die Nonchalance, mit der wir unseren Ballbesitz wieder und wieder
verschludern, ist nicht zu fassen.
12 Martin Šmíd kommt erstmalig zum Schuß. Vorbei.
Zwischenfazit nach einer Viertelstunde: der Gast ist stark, sehr stark, die spielen einen
hervorragenden Kombinationsfußball und binden nahezu alle unsere Kräfte in der Defensive.
17 Grandiose Balleroberung durch einen erneut voll überzeugenden Hans Danzer, der sofort
Amiel Mambuini Ndongala bedient, Amiel stürmt die linke Flanke runter, dabei ständig hart
von seinem Kontrahenten bedrängt, bis vors Tor, der Ball geht leider ins aus. Amiel hatte es
nicht leicht, er war meistens auf sich allein gestellt, weil seine Offensivpartner extrem viel
nach hinten arbeiten mußten.
19 Schuß der Gäste, Stephan Hossinger hält.

20 Wir sind jetzt vor dem Kasten des Gästeseniors Rittinger, kommen aber nicht zum Schuß, der Gast kontert, wir wehren ab. Alleine diese Szenen zeigen, daß es rauf und runter ging, es war ein Kraft raubendes Spiel. Und das bei dieser sengenden Hitze. Daher nochmals Chapeau!
22 Nun glänzt Thomas Vielsmeier, unser Captain Courageous, mit einer genialen Balleroberung im eigenen Sechzehner, total kuuuuuhhhhhhhl (jaja, ist ja gut, bleibt „cool“!), und leitet sofort auf Hans Danzer weiter, der im Moment der Ballabgabe gefoult wird.
Trinkpause. Ein sehr, nein, nicht hartes, sondern hart umkämpftes Spiel.
23 Nach der Trinkpause, die auch der Berichterstatter sehr – immerhin hatten in unmittelbarer
Nähe vier äußerst attraktive und ebenso charmante junge Damen Platz genommen – genoss,
erlebten wir den nächsten Schreck. Lehner, die Nummer 7 der Gäste - ein eminent
trickreicher, filigraner, spielstarker Spieler - startete einen Alleingang über das halbe Feld und
wurde dabei, unglaublich, nicht konsequent attackiert, zu unserem Glück war der Abschluß
nicht von der Qualität des vorangegangenen Dribblings, die Kugel ging am Gehäuse vorbei.
Uff, erneut uff!
25 Die schnüren uns richtiggehend ein. Diesen Belagerungsring MÜSSEN wir aufbrechen. Tja,
schlau dahergeredet vom Griffelhalter, was? Er muß ja nur aufschreiben, was geschieht. Das
in die Tat umzusetzen, diesen Belagerungsring realiter aufzubrechen, ist eben nicht so
einfach, wie das schlau daherreden. Und jetzt kommt erwartungsgemäß Jean-Paul Sartre,
unser alter Freund und Kupferstecher, ins Spiel: "Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der anderen Mannschaft".

Ähmm, also weniger unser alter Freund und Kupferstecher, Sartre war wohl doch eher
Existenzialphilosoph, aber an seiner Aussage, daß sich bei einem Fußballspiel alles durch die
Anwesenheit des Gegners verkompliziert, könnte schon etwas dran sein.

28 Jedenfalls setzen uns die („Anwesenheit des Gegners“) weiter unter Druck
(„verkomplizieren“ also für uns alles!), indem sie einen Freistoß von links servieren, den wir
auf der anderen Seite des Platzes abwehren können. Kostet aber. Einen Freistoß, jetzt von
rechts. Dann ist aber Schluß. Erbitterte Scharmützel im Halbfeld schließen sich an.
31 Die Gäste drücken weiter. Einen Schuß aus 18m blocken wir ab.
32 Und schon wieder einer dieser leichtfertigen Ballverluste. Es ist zum Haare raufen.
35 Nun erhält der Tabellenführer eine Ecke. Das Spielgerät segelt auf die andere Seite, von dort wird eine gefährliche Flanke expediert, Hans Danzer blockt den Ball zu einer weiteren Ecke. Die Partie ist, wir erwähnten es bereits, hart umkämpft, ein ganz enges Match. Der Gegner ist sehr präsent und zwingt uns in die Tiefe, in die eigene Hälfte, unser Spiel findet, im Vergleich zu der vorsonntäglichen Begegnung, 15-20m weiter „hinten“ statt. Und während in Wörth die „Bauerzange“, also Johannes und Stefan Bauer, zusammen mit Martin Šmíd , Tomáš
Marek, und Amiel Mambuini Ndongala vorne Mal um Mal zupackte, zubiss, waren in der
heutigen Begegnung die drei Erstgenannten fast ausschließlich mit Defensivaufgaben -
auffällig war, daß sich auf unserer linken Abwehrseite ein „Loch“ auftat, regelmäßig drang da
ein Angreifer ohne Abdeckung in unsere Spielhälfte ein - gebunden. Tomáš fehlte vorne ja
ohnehin, da er Beckos vertreten mußte. Amiel war damit zwangsläufig überwiegend als
Einzelkämpfer unterwegs. Man fühlte sich bei dieser Auseinandersetzung an einen
Armdrückerkampf erinnert: wir mußten alles bündeln, um zu vermeiden, von den
„Gennßhenkhern“ auf die Platte gedrückt zu werden.

40 Wieder mal eine heikle Situation in unserer Box, alle helfen zusammen, letztlich spielt
Wolfgang Rohrmeier – er war erneut in überragender Verfassung - den Ball nach vorne.
41 Aber die ergreifen schon Besitz vom Spielgerät.
42 Freistoß für Schierling, rechte Seite, am Strafraumeck. Gut, daß unsere Männer Walter
Ulbricht Walter Ulbricht sein ließen. Wir hatten nämlich schon die Absicht, eine Mauer zu
errichten. Und das auch getan. Unser Mauerbau war vernünftig und hatte sich auch als zweckmäßig herausgestellt, denn von unserem Wall prallte der Freistoß ab.

Unsere Mauer stand also bolzenfest in OBerlindhart.
43 Die kasernieren uns weiter in unserer Hälfte, fast schon in unserem Sechzehner, hoffentlich
retten wir uns ohne Schaden in die Pause.

45 Eine weitere Ecke für den Favoriten. Und jetzt knallt es. Gott sei Dank knallt es, denn wenn es nicht geknallt hätte, wäre der Turbokopfball der Oberpfälzer nämlich ins Netzt gerauscht, so hörten wir nur den Aufprall am Pfosten, uff, uff, uff. Es ist aber noch nicht vorbei, die Sache
ist noch heiß, die sind immer noch in Ballbesitz, feuern. Aber Hosse ist auf dem Posten.
Uiuiuiuiuiui, das ist nichts für schwache Nerven. Dann bittet Referee Tuboly zum Pausentee.
46 Der TVS hat sofort wieder den Vorwärtsgang eingelegt und drängt uns umgehend nach
Wiederanpfiff in die eigene Hälfte.
48 Andy Hohenester rettet im letzten Moment.
55 Nachdem wir uns etwas befreien und unser Spiel weiter nach vorne schieben können,
drängen die uns wieder rein. Und erhalten vom Referee eine Ecke, eine Entscheidung, die
nicht bei allen Oberlindharter Fans auf Zustimmung stieß, die meisten sahen eher einen
Abstoß, denn Kobra hatte einen Gegenspieler angeschossen und von dem prallte der Ball
über die Torauslinie. Zu allem Übel entwickelte sich eine noch üblere Situation, doch Stephan
Hossinger kann einen extrem gefährlichen Kopfball mit einer Glanzparade abwehren.
57 Ein weiterer Freistoß aus dem Halbfeld für den Spitzenreiter. Philipp Beutlhauser, der
Upfkofener in Schierlinger Diensten will es mit einem Sprungschuß versuchen, zumindest sah
es so aus, er kommt aber nicht mehr ans Leder ran.
58 Der Druck steigt immer weiter, eine Flanke segelt in unseren Strafraum, Stephan Hossinger
macht sich lang und greift nach dem Objekt der Begierde, gleichzeitig rauscht ein Angreifer
ran. Und in Hosse rein. Unser Keeper muß behandelt werden. Die medizinische Abteilung
arbeitet gewissenhaft, Stephan kann weitermachen. Vorerst.
60 Florian Selmer, der nach der Pause für Amiel auf den Platz kam, erobert das Leder und passt sofort zu Martin Šmíd, der umgehend auf Hannes Bauer weitergibt. Und Hannes, der sich in eine ausgezeichnete Schußposition gebracht hatte, feuert. Das MUSS das 1-0 sein. Doch leider wollte auch der Gästezerberus in Sachen Glanzparade nicht nachstehen und packte seinerseits eine Nämliche aus. Unglaublich, den sahen wir schon drin
63 Der TVS rollt wieder auf uns zu, Tomáš Marek klärt kurz vor dem Strafraum. Es war keine
Notbremse, weil es keine Karte gab. Freistoß gabs aber. Torentfernung 18,47m. Böse
Ahnungen krochen hoch. Schuß. Der passt genau rein…..,Tschuldigung, der hätte genau
reingepasst, wenn, ja wenn der Ball nicht zur Ecke abgefälscht worden war. Uffffffffff.
64 Und dann passierts, es ist zum Mäusemelken, denn das war ein richtiges, pardon my French, Scheißtor. Die Ecke wird getreten, die Kugel fliegt rein in den Strafraum, eigentlich gibt es keine Gefahr, das ist KEINE Chance, aber ich-weiß-nicht-wie prallt die Schweinsblase von einem unserer Spieler ins Tor. 0-1.
66 Die Gennßhenkher setzen sofort nach, Hosse klärt zur Ecke. Aber SR Tuboly gewährt vor
deren Ausführung eine weitere Trinkpause.
67 Die Ecke wehren wir ab.
68 Und müssen eine weitere Ecke konzedieren. Hosse kann aber nun das Spiel nicht mehr
fortsetzen, die Verletzung behindert ihn zu sehr. Für ihn kommt Matthias Neßlauer auf das
Feld und zwischen die Pfosten.
71 Nun schaffen wir es, uns aus der Umklammerung zu befreien, Johannes Bauer stürmt nach
vorn und wird im gegnerischen 16er von den Beinen geholt. Da kann man, da muß man auf
Strafstoß entscheiden. So sahen es die Heimtifosi. Der Unparteiische sah es anders, er
entschied für den Gegner.
74 Der Gast ist schon wieder auf dem Vormarsch. Nessi geht raus, der Stürmer vorbei, Tomáš
Marek will noch retten, aber er kommt um cm zu spät. 0-2.
76 Tomáš Marek öffnet das Spiel mit einem weiten Paß nach vorne, Martin Šmíd, der im Abseits stand, läßt clever auf Johannes Bauer passieren, Hannes zieht einen Spurt an und schießt, sein Geschoß geht knapp vorbei. Sehr knapp. Die Moral unserer Burschen ist Klasse, sie geben auch nach dem 0-2 nicht auf
82 Nein, wir geben nicht auf, im Gegenteil, wir erkämpfen einen Freistoß, den Florian Selmer
tritt. 33cm! 33cm drüber.

84 Wir drücken, plötzlich kontern die Gäste, Nessi kommt raus, der Angreifer überlupft ihn, ach Du Schei….benkleister, jetzt ist es aus. Nein noch nicht, er überlupft Nessi, aber das Tor auch.
90+ Hannes Bauer wird an der Strafraumkante gefoult. Den fälligen Freistoß knallt Amiel - er war in der 69. Minute auf den Platz zurückgekommen – in die Mauer. Dann ist Schluß.

Fazit: ein großer Kampf! Wirklich. Wir waren gut. Aber nicht so gut wie gegen Wörth.
Schierling war stark. Stärker als Wörth. Wir haben denen alles abverlangt, aber die waren, ja,
eben, die waren sehr stark. Daß die aber nicht durchgängig ihr gefürchtetes
Kombinationsspiel aufziehen konnten, mit dem sie uns wohl überrollt hätten, war der
verbissenen Gegenwehr unserer Mannschaft geschuldet, die, großes Kompliment, bis zum
Schluß alles gegeben hat und nie aufgegeben hat.
Ach so, Stichwort aufgeben. Unsere famose Truppe ist dem Motto von unserem unvergessen
Superfan Willi Ihrler, der uns Silvester 2020 verlassen hat, gefolgt: „Aufgeben? Wir? Das
einzige was wir aufgeben, ist eine Postkarte!“
Wir müßen also nicht traurig sein.

Aufrufe: 020.8.2021, 12:41 Uhr
Florian DießlAutor