Der VfB-Reserve ist eine Aufholjagd geglückt.
Der VfB-Reserve ist eine Aufholjagd geglückt. – Foto: Archivfoto: Günter Kram

Wildes Finale im Zeppelinstadion

Die Fußballer des VfB Friedrichshafen II bleiben dem Tabellenführer TSV Tettnang dicht auf den Fersen. Beide Mannschaften stehen an der Spitze der Kreisliga A II Bodensee.

Friedrichshafen / sz - In den letzten Sequenzen des Stadtderbys hat die U23 des VfB Friedrichshafen doch noch das Ruder rumgerissen. Das war auch bitter nötig, denn die SGM Fischbach/Schnetzenhausen bereitete dem Tabellenzweiten in der Fußball-Kreisliga A II Bodensee unerwartet viele Probleme und führte sogar nach 76 Minuten mit 2:0 im Zeppelinstadion. Dank einer starken Aufholjagd jubelte am Ende aber der VfB über drei Punkte.

Entsprechend unterschiedlich war die Gemütslage, als in Friedrichshafen der Abpfiff ertönte. Vor allem gab es enttäuschte Gäste. Manche Spieler der SGM Fischbach/Schnetzenhausen ließen sich auf den Rasen fallen, andere stapften mit hängenden Köpfen vom Stadionrasen und auch die SGM-Fans schlichen bedient davon. Ja, da war zweifelsohne mehr drin für die SGM. Doch am Ende hieß es 3:2 für die U23 des VfB Friedrichshafen um Spielertrainer Oliver Senkbeil, die somit am Tabellenführer TSV Tettnang drangeblieben ist.

Die Begegnung im Zeppelinstadion nahm erst im zweiten Durchgang Fahrt auf. Nachdem die Teams lange Zeit mit Ballverlusten und Fehlpässen auffielen, verbesserte sich das Niveau im Laufe des Spiels. Und in der 67. Minute gelang auch das erste Tor. Gästespieler Yannick Koller hatte das richtige Näschen und brachte die SGM mit 1:0 in Front – eine nicht unverdiente Führung. Zugleich auch eine Szene, in der der VfB in der Rückwärtsbewegung Schwächen offenbarte und es nicht schaffte, den Vorstoß des Gegners rechtzeitig zu unterbinden. Doch es sollte für den Gastgeber sogar noch schlimmer kommen, weil Stephan Nuber, der zuvor mit einem Freistoß noch an der Latte scheiterte, dieses Mal noch genauer zielte und in der 76. Minute auf 2:0 für die SGM stellte. Die Vorentscheidung? Keinesfalls. Gerade einmal vier Minuten später war die U23 des VfB wieder dran: Elias Blaser verkürzte auf 1:2 (80.). Der Druck des Gastgebers wuchs nun von Minute zu Minute an. In der 87. Minute belohnten sich die Friedrichshafener dann auch. Alessio Genua markierte den 2:2-Ausgleich für den Tabellenzweiten, der jedoch noch mehr wollte. Dieser Wille gipfelte im viel umjubelten 3:2-Siegtreffer in der vierten Minute der Nachspielzeit durch Amir Kücükler. Sein Mut, den Ball aus vollem Lauf mit ordentlich Risiko zu nehmen, zahlte sich damit aus.

"Wir sind brutal glücklich und nehmen dieses Ergebnis gerne so mit. In den vergangenen Wochen hätten wir so ein Spiel verloren. Um oben dranzubleiben, musst du auch solche Spiele gewinnen", sagte VfB-Spielertrainer Oliver Senkbeil, während sein Gegenüber – Hans-Dieter Mayer – sich enttäuscht äußerte. "Für mich war der Ausgleich zum 2:2 schon wie eine gefühlte Niederlage. Das 2:3 war noch die Krönung der ganzen Sache", analysierte der SGM-Coach und haderte: "Mit unserer Leistung hätten wir uns einen Punkt verdient gehabt. Der VfB hat am Ende alles oder nichts gespielt und einen riesigen Druck erzeugt. Und wir haben dann noch den einen Fehler zum Gegentor gemacht. Schade, dass wir nun mit leeren Händen dastehen."

Die drei Punkte für die U23 des VfB sind enorm wichtig. "Wenn du an Tetttnang dranbleiben willst, musst du etwas mitnehmen", sagte Daniel Di Leo, Spielertrainer der Verbandsliga-Elf, vor dem Anpfiff. Er sah sich die Partie mit einigen Spielern und Verantwortungsträgern an und dürfte auch schon geahnt haben, dass der drei Punkte besser postierte Spitzenreiter TSV Tettnang gegen den Tabellenletzten FV Langenargen keine Punkte liegenlassen würde.

So kam es dann auch. Die Tettnanger siegten gegen den FVL mit 6:0. Ihre Spitzenposition können sie am Mittwoch ausbauen. Um 19 Uhr treffen sie auf den Zwölften TSV Eriskirch.

Aufrufe: 027.10.2020, 16:48 Uhr
Schwäbische ZeitungAutor

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