Während die Sportanlagen auf ihre Kicker warten, planen die Klubs die kommende Saison digital.
Während die Sportanlagen auf ihre Kicker warten, planen die Klubs die kommende Saison digital. – Foto: Rocco Bartsch

Spielerzusagen über Videotelefonie

Sinsheimer Kreis +++ Die Klubs gestalten die Saisonplanung für 2021/22 individuell und ideenreich

Letztes Jahr waren die Kaderplanungen der Fußball-Landesligisten zum Zeitpunkt des ersten Lockdowns beinahe komplett abgeschlossen. Diese Ausgangslage gestaltet sich momentan anders. Während im Januar und Februar die Klubs darauf bedacht sind, mit ihren Akteuren am Tisch zu sitzen und über die neue Saison zu sprechen, müssen alle Beteiligten in diesem Winter auf andere Kommunikationsmittel zurückgreifen.

Wir haben uns deshalb bei verschiedenen Vereinen umgehört, wie sie die Planungen mit ihren Spielern gestalten und wie weit selbige unter den erschwerten Gesprächsvoraussetzungen fortgeschritten sind.

Markus Stumpf (1. Vorsitzender des Kreisligisten SG Waibstadt):

Wir haben keinen Abgang, nur bei einem Spieler ist es beruflich bedingt noch nicht klar. Ansonsten bleiben alle an Bord. Einen Neuzugang haben wir aktuell aber auch noch nicht. Ich muss meinem Team um Marco Schäfer, Christoph Hack, Stefan Fett und Mike Keitel, die sich um die Spielergespräche gekümmert haben, ein großes Lob aussprechen. So frühzeitig waren wir noch nie mit den Gesprächen, die fast ausschließlich telefonisch abgewickelt wurden, fertig. Vielleicht lag das nun an der besonderen aktuellen Situation, oder die letzten Jahre ist es einfach nicht so gelaufen.

Ansonsten hält die Truppe über die WhatsApp-Gruppe Kontakt. Über vier Wochen hatten wir jetzt regelmäßig eine Wochen-Challenge mit Fitnessaufgaben und Gaudi-Übungen.

Philipp Müller (Spielertrainer des A-Ligisten FSV Sulzfeld):

Unser Co-Trainer Tobias Zakel und ich haben frühzeitig zugesagt. Mit den Spielern laufen die Gespräche momentan über Telefon und WhatsApp. Ich gehe stark davon aus, dass der Kader zusammenbleibt und es wenige Änderungen geben wird. Bislang hatte ich eine sehr gute Anfangszeit in Sulzfeld und mit Blick auf das nächste Jahr bekommen wir einige eigene A-Jugendliche für unseren Kader dazu.

Vor kurzem haben wir uns in großer Gruppe per Videotelefonie über zwei Stunden lang ausgetauscht. Persönliche Gespräche wären mir selbstverständlich lieber, aber momentan geht es eben nicht anders, da müssen wir irgendwie durch und hoffen, dass es bald wieder "normal" ablaufen kann. Bis es soweit ist, bekommen die Spieler Trainingspläne an die Hand und dabei appelliere ich an ihre Selbstdisziplin, sich dran zu halten.

Muti Brim (Spielertrainer des A-Ligisten SV Tiefenbach):

Die aktuelle Corona-Lage und damit einhergehende ungewisse Saisonplanung machen es zunehmend schwieriger einen kompletten Kader zum individuellen Training zu motivieren, was darüber hinaus der kalten und dunklen Jahreszeit geschuldet ist. Zwischenzeitlich laden wir die Spieler zu Videokonferenzen ein, um sie auf dem neuesten Stand zu halten, auch in Bezug auf das 75-jährige Vereinsbestehen des SVT 2021. Außerdem ist das ein lockerer Austausch untereinander, bei dem auch viel gelacht wird. Sobald vom bfv ein Starttermin festgelegt wird, werden unsere Jungs hochmotiviert ins Training einsteigen.

Wann immer die Jungs wollen, sollen sie Kontakt zu uns Trainern, dem Spielausschuss oder dem Teammanager aufnehmen. Diese Philosophie verfolgt der SV Tiefenbach aber nicht erst seit Corona.

Alex Ardita (Sportlicher Leiter des A-Ligisten TSV Angelbachtal):

Wir haben unserer Mannschaft über WhatsApp mitgeteilt, dass unser Trainer Bernd Weiser und sein Co. Marcel Keil auch nächstes Jahr weiter ihre Ämter bekleiden. Eine tolle Veranstaltung ist unsere virtuelle Weihnachtsfeier gewesen, die Thomas Lichtner hervorragend organisiert hat.

Derweil telefoniere ich mit jedem Spieler einzeln und erhalte viele positive Antworten, der Kader wird zusammenbleiben. Mir ist es ein Anliegen, den Trainern eine ordentliche Mannschaft zu hinterlassen, da ich mein Amt als Sportlicher Leiter zum 30. Juni aus familiären Gründen niederlege.

Aktuell sind wir noch auf der Suche nach einem spielenden Co-Trainer und einem Torhüter. Das eine oder andere Gespräch hatten wir dahingehend schon, freuen uns aber auch darüber, wenn sich jemand angesprochen fühlt und sich direkt bei uns meldet.

Marcel Neuberth (Spielertrainer des B-Ligisten SV Fortuna Bargen):

Mein Co-Trainer Fabian Jäger und ich haben dieser Tage in einer Videokonferenz unsere Zusage für die kommende Runde gegeben. In den kommenden Tagen und Wochen werden jetzt von unserem Spielausschuss und von uns Trainern Gespräche mit dem jetzigen Kader per Telefon und Videokonferenzen geführt.

Ein persönliches Gespräch zu ersetzen finde ich dennoch sehr schwierig, aber wir werden versuchen das Beste daraus zu machen. Ziel ist es den Kader zusammenzuhalten und kommende Runde eine schlagkräftige Truppe zu haben. Die Jungs sind selbst in der Lockdown-Phase sehr ehrgeizig. Wir haben eine interne Lauf-Challenge ins Leben gerufen, an der sich sehr viele rege beteiligen.

Robert Schwietz (Spielertrainer des B-Ligisten SV Neidenstein):

Wir hatten schon das eine oder andere Gespräch mit Spielern, die wir zu uns holen wollen. Das Hauptaugenmerk bei den Planungen liegt aber auf unseren Eigenen. Leider hatten wir in der bislang absolvierten Saison ein paar verletzte Spieler wie Marcel Freymüller oder Erik Zeis, die uns lange Zeit gefehlt haben. Auch deshalb wären Verstärkungen wünschenswert, fixe Zusagen von Externen haben wir aber noch nicht. Das ist aktuell auch sehr schwierig.

Wenn bei einem Kandidaten Interesse bestand, haben wir uns auf ein Videotelefonat verständigt und Spielausschuss sowie Trainer mit dazu genommen. Das ersetzt natürlich alles kein persönliches Gespräch, aber mit solchen Videoanrufen haben wir immerhin eine gute Alternative zur Verfügung.

910 Aufrufe4.2.2021, 11:30 Uhr
red.Autor

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