Der SV Holzheim und der SV Münster gehen sowohl bei der Ersten als auch bei der Zweiten Mannschaft mit einer Spielgemeinschaft in die neue Saison.
Der SV Holzheim und der SV Münster gehen sowohl bei der Ersten als auch bei der Zweiten Mannschaft mit einer Spielgemeinschaft in die neue Saison. – Foto: Manuel Wenzel

Wenn aus Lokalrivalen Partner werden

Der SV Holzheim und der SV Münster schicken zur neuen Saison bei der „Ersten“ eine Spielgemeinschaft ins Rennen +++ Das ist vor allem einem Umstand geschuldet

Was in manchen Gegenden – etwa dem Ries – häufiger vorkommt, ist andernorts eine Seltenheit oder gar ein Novum. So verhält es sich mit der Spielgemeinschaft zwischen den ersten Herrenfußballmannschaften des SV Holzheim und des SV Münster, die zur neuen Saison an den Start geht. Eine solche Konstellation gibt es im Lechgebiet und in dessen näherer Umgebung bisher nicht.

Bereits vor der zurückliegenden Saison waren die Nachbarn eine Kooperation bei der Reserve eingegangen, nun folgte der Schritt mit der „Ersten“. Die Verantwortlichen betonen, dass es sich dabei keineswegs um eine Fusion der beiden Vereine handle. Es gehe lediglich um einen gemeinsamen Spielbetrieb der Fußballer. „Wir haben uns wegen der Zweiten Mannschaften ja bereits länger mit dieser Thematik befasst“, erklärt SVM-Abteilungsleiter Jonas Wiest. Dass es nun zur kompletten Zusammenarbeit im Seniorenbereich kommt, ist der personellen Situation geschuldet – und die sieht bei beiden Vereinen insofern ähnlich aus, dass in den kommenden Jahren praktisch kein Jugendspieler aufrückt. „Da hätte es sowohl in Holzheim als auch in Münster mittel- bis kurzfristig Probleme gegeben, den Spielbetrieb eigenständig aufrecht zu erhalten“, erklärt Wiest.

Da lag es nahe, dass die beiden Nachbarn (die Dörfer liegen nur wenige Kilometer auseinander) die Gespräche aufnahmen. „Diese verliefen sehr konstruktiv, wir waren schnell auf einer Wellenlänge“, berichtet Peter Ottilinger, Chef der Holzheimer Kicker. Über Monate hinweg wurden die verschiedensten Facetten und Konsequenzen beleuchtet, ehe man zu dem Entschluss kam, den Schritt zu wagen und im Juni schließlich beim Verband die SG offiziell zu beantragen. „Nach reiflicher Überlegung sind wir überzeugt, dass die positiven Aspekte überwiegen“, so Ottilinger.

Bei einem Kennenlern-Training vor wenigen Tagen jedenfalls traten bereits circa 30 Spieler gegen den Ball. Das gefiel auch Thomas Wiesmüller. Der bisherige Coach des SVM wird die Erste Mannschaft der SG betreuen, die in der Kreisklasse Neuburg antritt. Seine Co-Trainer sind mit Michael Krabler und Julian Mayr ein Münsterer und ein Holzheimer. Die „Zweite“ der SG kämpft in der A-Klasse Neuburg um Punkte und Tore, dort wird Georg Grammer (bislang Trainer in Holzheim) an der Seitenlinie stehen. „Da wird richtig Konkurrenzkampf herrschen“, freuen sich die Übungsleiter.

Trainiert und gespielt wird nicht ein halbes Jahr hier und ein halbes Jahr dort, sondern es wird in zweiwöchigen Blöcken getauscht. Neben Mayr (er kam vom VfR Neuburg) zählen auch Jonas Raab und Linus Bischofberger (beide A-Jugend TSV Rain) und Philipp Reisner (A-Jugend SV Thierhaupten) zu den Neuzugängen. Nicht mehr dabei sind der bisherige Holzheimer Sebastian Beerkircher (TSV Aindling II) sowie Reinhold Armbrust, Julian Grohall (beide SV Ehingen-Ortlfingen) und Martin Winkler (TSV Meitingen), die den SVM in der Sommerpause verlassen haben.

Dass das Thema Spielgemeinschaft, auch bei Ersten Mannschaften, auch in anderen Vereinen in näherer Zukunft diskutiert wird, davon sind Wiest und Ottilinger überzeugt. Denn immer mehr Vereine klagen über fehlenden Nachwuchs, und viel Geld für Auswärtige können oder wollen die wenigsten ausgeben. „Wir sind in unserer Gegend jetzt die ersten, aber sicher nicht allzu lange die einzigen“, glaubt Wiest.

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Aufrufe: 02.7.2022, 13:57 Uhr
Donauwörther Zeitung / Manuel WenzelAutor