Krass: Mörtelstein dreht das Spiel in Unterzahl

Mörtelstein
5:3
Daudenzell
Über mangelnde Unterhaltung konnte sich das Publikum an diesem Sonntag nicht beklagen: viele Tore, viele Karten, viele Elfmeter, viele umstrittende Pfiffe des Schiedsrichters. Dabei sah es zunächst schlecht für die Platzherren aus, denn sie wurden vom Blitzstart der Gäste kalt erwischt: bereits in der vierten Spielminute brachte Gutjahr sein Team durch einen Handelfmeter in Führung und erhöhte nur drei Minuten später nach Eckstoß von Homoki. Allerdings kamen die Gelbgrünen schnell ins Spiel zurück: Nur eine Minute später gab es einen erneuten Strafstoß, diesmal für das Heimteam; nachdem Ortner im Strafraum zu Fall kam, verwandelte Tösel souverän. In der 17. Spielminute köpfte Dettlinger den längst fälligen Ausgleich ins Tor, denn Mörtelstein hatte deutlich mehr Ballbesitz und war den Gästen spielerisch deutlich überlegen, die sehr tief standen und ihr Heil in langen Bällen nach vorn suchten: das klassische Kick and Rush eben. Eine klare Fehlentscheidung des Schiedsrichters kippte das Spiel zuungunsten der Neckartäler: Er entschied erneut auf Strafstoß für Daudenzell, obwohl zwei Mörtelsteiner sich gegenseitig, aber nicht den Gegner zu Fall brachten; damit nicht genug bestrafte er Raber für das vermeintliche Foul mit einer Gelben Karte und zückte sofort Gelb-Rot, als Raber die Entscheidung mit einem ironischen Klatschen kommentierte. Den Strafstoß konnte Wolf zwar parieren, aber er musste wiederholt werden, weil ein Mörtelsteiner Spieler zu früh in den Strafraum geeilt war. Das Heimteam drückte zwar in der letzten Viertelstunde auf den Ausgleich und war trotz Unterzahl dem Gegner überlegen und drängte ihn in die Abwehr zurück, ohne dass ein Tor fiel.
Im zweiten Durchgang brachte ein Kunstschuss von Sow in der 51. Spielminute die Gelbgrünen zurück ins Spiel, als er einen weiten Einwurf von Ernst mit Effet und unhaltbar ins linke Toreck zirkelte. Nun entbrannte ein spannender Fight, in dem Mörtelstein die deutlich besseren Karten hatte, da es das Spiel in die Breite zog und den Gegner immer stärker unter Druck setzte, der zu wenig Entlastung in die Spitze brachte. Nachdem in der 74. Spielminute ein Abstauber von Dettlinger nach einem Freistoß von Ortner wegen Abseits aberkannt wurde, stach Joker Reichert in derselben Spielminute, als er den Ball nach Vorlage von Mehring ins Tor hämmerte. Daudenzell warf nun alles nach vorn, um wenigstens einen Punkt mit vom Neckar zu holen, aber da das Glück meist doch auf Seite der Tüchtigen ist, belohnte Tösel sein Team in der Nachspielzeit mit dem Treffer zum Endstand: nach einem Gedränge im Strafraum und einem verunglückten Rückpass erkämpfte Graf den Ball und legte ihn auf Tösel zurück, der ihn humorlos in die Maschen drosch.

Chapeau Mörtelstein: Spiel gedreht und den Eindruck erweckt, der Gegner hätte einen Mann weniger auf dem Platz gehabt...
Aufrufe: 11.10.2020, 15:08 Uhr
Gunnar KudererAutor

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