
Der SV Budberg hat nach dem Erfolg beim Sommerturnier auch den Hallenstadtpokal gewonnen und damit seinen Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigt. Gastgeber SV Orsoy blieb dagegen punktlos undbeendete das Turnier als abgeschlagener Tabellenletzter. Abgesehen von einem Platzverweis – nicht mehr als eine Randnotiz – verlief der Nachmittag in der Großraumturnhalle an der Dr.-Aloys-Wittrup-Straße insgesamt ruhig.
Erst seit wenigen Monaten im Amt eröffnete Rheinbergs neuer Bürgermeister, Philipp Richter, der sich bei seiner Begrüßung als Fußball-Liebhaber outete, am Sonntag erstmals die Hallenstadtmeisterschaften – zeigte sich bürgernah und blieb anschließend noch für einige Gespräche vor Ort. Rund 400 Zuschauer sorgten für eine gewohnt gute Kulisse, alle Sitz- und Stehplätze waren komplett gefüllt. Die Siegerehrung nach zehn Partien und drei Stunden sowie 15 Minuten Spielzeit übernahm Frank Tatzel. Überraschend war es nicht, dass der Vorsitzende des Stadtsportverbands die Trophäe erneut an Budbergs Kapitän Jan Luca Häselhoff überreichte.
Budberg ohne Mühe Das von den Co-Trainern Matthias Prinz und André Schulte betreute Team des Landesligisten reiste mit zehn Spielern aus dem Kader von Trainer Tim Wilke an. Vor allem die technisch starken Stammspieler Lennart Hahn, Alessandro Hochbaum und Oliver Nowak überzeugten mit ihren temporeichen Kombinationen auch auf dem kleinen Feld unter dem Dach. Der deutlichste Erfolg gelang Budberg beim 10:2 gegen den SV Orsoy.
Der B-Ligist spielte allerdings in Unterzahl. Die beiden Ehrentreffer des Gastgebers wurden von außen dennoch lautstark gefeiert – auch wenn einer davon eigentlich nicht hätte zählen dürfen, da der Ball beim Tor zum zwischenzeitlichen 1:7 nach einem Fehler von SVB-Ersatzkeeper Lorenz Delgado die Linie nicht vollständig überquert hatte.
Turnierausschluss Für den einzigen, letztlich kleineren Aufreger des Tages sorgte am Sonntag Orsoys Christian Eide, der sichnach einem Dribbling vor der Tribüne zu einer Beleidigung in Richtung der Budberger hinreißen ließ und zurecht die Rote Karte sah. Das Turnier war für ihn sofort beendet. Doppelt bitter: Die Sperre wirkt sich auch auf den Ligabetrieb aus.
Realismus in Orsoy Hallensprecher und der Fußball-Obmann des SV Orsoy, Mark Kolanczyk, zeigte sich trotz des letzten Platzes zufrieden, zumal der Ausrichterklub um ein Haar nicht einmal eine Mannschaft zusammenbekommen hätte. „Bis gestern hatten wir nur fünf Leute, am Ende waren es immerhin neun“, erklärte er.
Der Verein freute sich über gute Einnahmen und lobte besonders Josephine Meyer für die Organisation. „Sie hat fast alles alleine geregelt. Insgesamt war der Tag ein voller Erfolg für den SV Orsoy.“ Mit Lucas van den Borg haben die Grün-Weißen jüngst einen weiteren Spieler Richtung Moers-Meerfeld verloren, Gespräche mit potenziellen Neuzugängen werden noch geführt. Sportlich gab sich Kolanczyk dennoch realistisch: „Wir sind mit neun Zehen in der Kreisliga C.“
Budberger Jungspunde Oliver Nowak war der erfolgreichste Torschütze. Sein Trainer Tim Wilke kam nach der Einheit am Vormittag noch als Tribünengast vorbei. „Je weniger Feuer drin ist, desto besser ist es für uns. Bei unseren ehemaligen A-Jugendlichen, die früher selbst bei den Senioren zugeschaut haben, konnte man die Begeisterung spüren“, freute sich der Coach.
Und auch Co-Trainer Prinz hob vor allem die Einstellung seiner Spieler hervor: „Wir wollten, obwohl wir nicht einmal in der Halle trainiert haben, unbedingt gewinnen. Wir haben uns weniger schwer getan als in den letzten Jahren, den Ball gut laufen lassen und wie im Sommer die volle Ausbeute geholt. Es war uns schon wichtig, mit so einem Erfolgserlebnis in die Vorbereitung zu starten.“
Gefühlter Stadtmeister Vize-Stadtmeister wurde wie im Vorjahr der SV Millingen, der unter seinem neuen Trainer Fabian Scholz im auffälligen orangefarbenen Dress auflief. Schlussmann Philipp Raskopf zeigte die stärkste Torhüterleistung im Turnier, vor allem im Spiel gegen den späteren Stadtmeister (1:2). „Budberg spielt als Landesligist eigentlich außer Wertung. Wir haben nur einen Fehler gegen sie gemacht – sonst wäre vielleicht sogar ein Unentschieden drin gewesen. Wir sind der gefühlte Stadtmeister und konnten Selbstvertrauen für den Abstiegskampf tanken“, so Scholz.
TuS Borth denkt positiv „Unsere jungen Spieler mussten das körperbetonte Spiel erst kennenlernen. Bis auf das Spiel gegen Millingen haben wir uns gut verkauft. Gegen Budberg war es lange auf Augenhöhe und nicht nur für mich das beste Spiel des Turniers“, so TuS-Coach Stefan Kuban. Das Ergebnis (2:5) sei letztlich etwas zu hoch ausgefallen. Ärgerlich: „Jetzt haben wir endlich unseren Kunstrasen und können bei dem Schnee nicht darauf trainieren“, bedauerte Kuban mit Blick auf den Vorbereitungsstart.
Bei Concordia Rheinberg stand die sportliche Bedeutung klar im Hintergrund. Co-Trainer Ingo Feß: „Unser Fokus liegt auf der Rückrunde.“ In den kommenden Wochen möchte sich der Vorstand mit Trainer Wranik zusammensetzen, um über eine mögliche weitere Zusammenarbeit über den Sommer hinaus zu sprechen.
Ruhiges Turnier Im Gegensatz zum Vortag und zu den vergangenen Jahren gab‘s diesmal keine Verletzungen. Für Stimmung sorgten La-Ola-Wellen und ein Kasten Bier für den Sieger. Alle weiteren Teams erhielten neue Spielbälle. Tatzel dankte dem ehrenamtlichen Engagement – und zeigte sich erleichtert: „Wir sind froh, dass auch die Schiedsrichter einen ruhigen Tag hatten.“
