
Mit der Auslosung der 2. Runde im WFV-Pokal hat der SV Mietingen das größtmögliche Los gezogen. Der Landesligist trifft auf den SSV Ulm 1846 Fußball, der nach seinem Abstieg aus der 2. Bundesliga in der kommenden Saison wieder in der 3. Liga antritt. „Die Freude ist riesengroß über das Los“, sagt Christian Glaser, Co-Spielertrainer beim SV Mietingen. Das Spiel sei nicht nur sportlich ein Highlight, sondern auch emotional besonders: „Für uns Spieler ist es natürlich etwas ganz besonderes, die Möglichkeit zu bekommen, gegen den SSV Ulm zu spielen.“
Da sowohl der SV Mietingen als auch der SSV Ulm in der ersten Runde ein Freilos hatten, treffen die beiden Mannschaften nun in der zweiten Runde aufeinander. Diese ist auf das Wochenende des 2./3. August terminiert – just an dem Wochenende, an dem auch der Drittligastart für Ulm geplant ist. Ein Ausweichtermin wird dadurch notwendig sein, muss aber noch zwischen den Vereinen abgestimmt werden. Insgesamt ist es das vierte Aufeinandertreffen beider Vereine im WFV-Pokal, das letzte Spiel im Juli 2021 konnten die Spatzen mit 8:0 für sich entscheiden.
Für die Spieler des SV Mietingen ist die Partie gegen den Profiklub auch deshalb besonders, weil viele von ihnen selbst als Zuschauer bei Spielen des SSV Ulm dabei waren. „Auch wir waren begeistert und waren einige Male bei Heim- und Auswärtsspielen als Fans mit dabei“, erzählt Glaser. Der sportliche Anspruch ist dabei klar umrissen: „Demnach wollen wir in dem Spiel unsere bestmögliche Leistung auf den Platz legen und das Spiel einfach bestmöglich genießen.“
Am Sonntag startet der SV Mietingen in die Saisonvorbereitung. „Unser Fokus liegt darin, die Neuzugänge schnellst- und bestmöglich zu integrieren, da es bei uns doch einige Veränderungen zur letzten Saison gab“, so Glaser. Die Fluktuation im Kader ist beträchtlich: Robin Ertle legt eine Pause ein, Ben Rodloff schließt sich dem SV Baustetten an, Simon DiRomualdo wechselt zum SV Sulmetingen, David Egle zieht es zum SV Äpfingen, Steffen Sandmaier beendet seine Karriere und Dominik Gertler hängt die aktiven Schuhe ebenfalls an den Nagel – bleibt dem Verein jedoch als Torwarttrainer erhalten.
Demgegenüber stehen fünf Neuzugänge: Jan Braunsteffer kommt vom SV Ringingen, Elias Weller von der SG Attenweiler, Oliver Weber von der SGM HENOBO und Robin Werdich, dessen letzte Station der FV Biberach war. Zudem stößt mit Paul Rehwald ein Eigengewächs aus der Jugend zum Kader.
Trotz der personellen Umbrüche bleibt die Zielsetzung beim SV Mietingen unverändert: „Wie in der letzten Saison liegt das Hauptaugenmerk auf dem Klassenerhalt.“
Auch wenn der Blick auf die eigenen Leistungen gerichtet ist, hat Glaser die Konkurrenz fest im Blick. „Wir rechnen wieder mit einer sehr starken und ausgeglichenen Liga“, sagt er. Als Favoriten nennt er den FC Wangen, den FV Rot-Weiß Weiler sowie den SV Reinstetten: „Sie werden mit Sicherheit um die vorderen Plätze mitspielen.“
Zur viel diskutierten Frage nach dem Sinn von Relegationsspielen hat Glaser diese Meinung: „Das Thema Relegationsspiele ist schwer final zu beurteilen, da es sowohl Argumente dafür als auch dagegen gibt. Für die Zuschauer sowie die Spieler sind dies natürlich absolute Finalspiele und daher etwas ganz Besonderes." Gleichzeitig warnt er aber vor der Belastung: „Nach einer Saison mit weiteren zwei Spielen und der damit verbundenen noch kürzeren Sommerpause ist das sehr grenzwertig.“
Mit einem Großereignis vor Augen, zahlreichen personellen Veränderungen und dem klaren Ziel Klassenerhalt geht der SV Mietingen mit Spannung in die neue Spielzeit. Das Spiel gegen den SSV Ulm 1846 Fußball dürfte dabei nicht nur sportlich, sondern auch atmosphärisch ein weiteres Highlight für den Verein darstellen.