
Dem Traumstart folgte die Ergebniskrise. An den ersten vier Spieltagen in der Kreisliga A fuhr der SV Menzelen noch die volle Punktausbeute ein. In den folgenden sechs Partien kam nur ein weiterer Zähler hinzu. Die Folge: Die Grün-Weißen sind auf den zehnten Tabellenplatz abgerutscht. Und sie stehen seit der 0:4-Pleite am Sonntag beim Spitzenreiter TV Asberg ohne Trainer da. Frank Griesdorn erklärte nach fünfeinhalb Jahren seinen überraschenden Rücktritt.
Der 61-Jährige stieg mit dem SV Menzelen in seiner ersten Amtszeit 2017 in die Kreisliga B auf, im Sommer 2024 gelang die lang ersehnte Rückkehr in die Kreisliga A. Von Juli bis Oktober 2024 arbeitete er – bis zu dessen Rausschmiss – kurzzeitig im Gespann mit dem heutigen Veen-Trainer Alexander Wisniewski zusammen. Weiterer Verlust für den SV Menzelen: Frank Griesdorns Lebensgefährtin Bärbel Schulz, die als gute Seele des Vereins galt und als Betreuerin einen extrem engen Draht zum Team pflegte, beendete parallel ihr Engagement.
Sportliche Gründe waren nicht ausschlaggebend, für Griesdorn und Schulz sei der jetzige Zeitpunkt nach längeren Überlegungen der richtige gewesen. „Es mag für Außenstehende schwer verständlich sein, aber das ist uns egal. Wichtig ist, dass intern alles geklärt ist“, sagt der Aufstiegscoach zum Ende seiner mit einer Unterbrechung insgesamt achtjährigen Ära.
Dennoch müsse das Aus auch emotional verarbeitet werden. „Wir hatten viele unvergessliche Momente, einen unglaublichen Zusammenhalt und sind froh darüber, dass der Ruf des Vereins verbessert wurde. Menzelen ist deshalb neben Bottrop zu einer zweiten Heimat geworden. Wir haben im Dorf viele Freundschaften geschlossen – und das bleibt. Ich hoffe, dass der Verein den richtigen Mann findet“, sagt Frank Griesdorn. Zunächst möchte er die gewonnene freie Zeit privat nutzen. Mit der an der Sportschule Wedau frisch verlängerten Trainer-Lizenz kann sich der Schalke-Fan irgendwann eine Rückkehr an die Linie vorstellen.
Michael Kolkenbrock, der Sportliche Leiter des SV Menzelen, hätte Frank Griesdorn gerne noch bis zur Winterpause behalten. Er sprach letztlich aber ebenfalls von einer „friedlichen Trennung“ und hält ab sofort Ausschau nach einem geeigneten Nachfolger. „Wir haben keine Panik und suchen potenzielle Kandidaten, die zur Mannschaft und zum Umfeld passen und unsere Werte leben. Wir sind optimistisch, dass sich gute Leute anbieten.“
Zunächst wird der Mannschaftsrat um die Kapitäne Eloi Vives und Luca Terfloth das Training gestalten. Den anhaltenden Negativlauf möchte Kolkenbrock nicht überbewerten. „Uns war bewusst, dass die Spiele bis in den Oktober schwer werden. Wir haben viele Punkte verschenkt, machen uns aber keine Sorgen.“
