Der SV Mengkofen hat drei Verfolger im Nacken, die es abzuschütteln gilt.
Der SV Mengkofen hat drei Verfolger im Nacken, die es abzuschütteln gilt. – Foto: Alfred Brumbauer

SV Mengkofen: »Der Amateurfußball wird anders sein«

Der SV Mengkofen - Rangzweiter der Kreisklasse Mallersdorf - im Kreisklassen-Check zum Re-Start in Niederbayern

Nach den Kreisligen sind jetzt die Kreisklassen dran. FuPa befragt zum Re-Start des Amateurfußballs in Niederbayern die Top-Teams der Kreisklassen nach der aktuellen Gefühlslage. Mengkofens Abteilungsleiter Michael Schermbeck gibt Einblicke in die vergangenen Monate beim Rangzweiten der Kreisklasse Mallersdorf und hofft auf ein Umdenken der Vereine nach der langen Zwangspause.
FuPa: Wie war eure Erfahrung in der extrem langen Fußballpause? Michael Schermbeck: Die Erfahrungen während der fußballfreien Zeit sind zweigeteilt. Zum einen ist es natürlich sehr schade, dass man die Jagd nach dem runden Leder nicht ausüben konnte. Zum anderen war es für alle eine Gelegenheit zum Nachdenken und zur Erholung. Viele von uns freuen sich wieder auf das Training, auf das Zusammenkommen und auf die Spiele, was ja mittlerweile alles nicht mehr selbstverständlich ist. Eines steht jetzt schon fest. Der Amateurfußball wird anders sein.

Welchen Einfluss hat die kürzlich getroffene Entscheidung des BFV die Saison 2020/21 ausfallen zu lassen auf euer Team? Der BFV hat mit dem Ausfall der Saison 20/21 bestimmt vieles richtig gemacht. Die Entwicklung ist noch nicht absehbar und man hat dadurch einen Handlungsspielraum geschaffen. Unsere Spieler kommen alle aus der Gemeinde bzw. aus dem nahen Umfeld und sind dem Verein verbunden. Mit unseren beiden Trainern haben wir bereits vor Corona verlängert und somit müssen wir aufgrund dieser Zwangspause keine Veränderungen vornehmen. Natürlich sind wir, wie jeder Verein, von unseren Spielern abhängig, aber da habe ich schon ein gutes Gefühl.

Welche Chancen und Risiken seht ihr im geplanten Ligapokal? Auf welchem Wettbewerb liegt euer Fokus? Wie gesagt hat der BFV da eine gute Lösung gefunden. Mit dem Pokal kann man jederzeit auf die aktuelle Situation reagieren. Wenn es sein muss, wird er komplett gecancelt, dann geht die Fußballwelt auch nicht unter. Mit der Möglichkeit einen Aufstiegsplatz zu ergattern und das gegen ligengleiche Mannschaften wurde zudem ein sportlicher Anreiz geschaffen. Wir sind auch in der Liga gut dabei. Wir wollen die Pokalspiele erfolgreich gestalten und uns damit für die Liga pushen. Im besten Falle läuft dann beides ganz gut.

Wie seid ihr mit der Trainingsbeteilung bisher zufrieden? Ziehen alle voll mit?
Nach dem Lockdown sind wir erst seit ein paar Tagen wieder in die Vorbereitung gestartet. Aber auch in den ersten freiwilligen Einheiten hat man schon gemerkt, dass die Freude am Platz und auf den Ratsch danach wieder da ist.

»Der Fußball selbst wieder mehr im Vordergrund, nicht der zwanghafte Erfolg.«

Gibt es zum Re-Start der Liga personelle Veränderungen? Zu- oder Abgänge, einen neuen Trainer? Das Gesicht der Mannschaft ändert sich nicht großartig. Einige Genesene kommen zurück, auch ein paar Pausierer wollen wir zurück auf den Platz bringen. Dann haben wir eine tolle Truppe. Was brennt euch sonst noch unter den Nägeln? Die Corona-Pandemie verändert viel, auch unseren Amateurfußball. Ich sehe es bedenklich, wenn Vereine unterer Klassen, so weitermachen wie vor der Krise. Wir haben noch deutlicher gesehen, wie wichtig unsere Jugendmannschaften sind. Dass Kinder einen Anlaufpunkt haben und gerne auf den Fußballplatz kommen. Dass ohne großen Aufwand Essensdienste organisiert worden sind und die Vereine so eine großartige Hilfsbereitschaft leisten konnten. Und dass, egal ob Spieler, Betreuer oder Zuschauer wieder jeder gerne ein Spiel erleben will. Egal ob es gewonnen oder verloren wird. Vielleicht ist es einfach der Fußball selbst der wieder mehr im Vordergrund steht und weniger der zwanghafte Erfolg.
Aufrufe: 04.8.2020, 13:30 Uhr
Andreas SantnerAutor

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