Warten auf das neue Modell müssen die Zugspitz-Teams wie der TSV Pentenried um Matthias Zanggl (in Grün). A-Foto: aj
Warten auf das neue Modell müssen die Zugspitz-Teams wie der TSV Pentenried um Matthias Zanggl (in Grün). A-Foto: aj – Foto: Photographer: Andrea Jaksch

BFV stellt zwei neue Spielmodelle für Kreis Zugspitze vor

Normal oder alternativ?

Die Saison 2021/22 steht in den Startlöchern. Bevor gespielt werden kann, müssen die Vereine im Kreis Zugspitze sich allerdings für ein Spielmodell entscheiden.

Landkreis – Wie und wann? Diese beiden Fragen treiben derzeit die bayerischen Amateurfußballer um. Wann startet die nächste Saison, und vor allem: In welchem Spielsystem? Für die Vereine im Kreis Zugspitze lieferte ein Webinar des Bayerischen Fußball-Verbandes in der vergangenen Woche erste Antworten. 151 Teilnehmer saugten die von Wolfgang Hauke (Geschäftsstellenleiter des Bezirks Oberbayern) und Heinz Eckl (Kreisvorsitzender) vorgetragenen Informationen auf.

Den Kern der Präsentation bildeten die beiden alternativen Spielmodelle.

Der Saisonstart

Für viele Ligen ist der Starttermin bereits fix. Die Teams, die im Kreis Zugspitze ansässig sind, haben bis zum Wochenende 31. Juli/1. August Zeit für ihre Vorbereitungen. Dann beginnt die Saison 2021/2022. Einzig eine Kreisliga muss noch abwarten. Hintergrund: Ein Verein klagt über Probleme, weiß noch nicht, ob er überhaupt eine Mannschaft stellen kann. Fällt dieses Team raus, gibt es ausschließlich Kreisligen mit 14 Mannschaften. Ansonsten wird eine Spielklasse mit 15 Teams bereits am 24./25. Juli in die Saison starten. In jedem Fall sollen die regulären Partien vor Pfingsten 2022 abgeschlossen sein. Der letzte Spieltag wird demnach am Wochenende 21./22. Mai ausgetragen. Einzig die Relegationsteilnehmer müssen an den Feiertagen antreten.

Natürlich folgte von den Teilnehmern die Frage, warum man denn so früh in die Saison starten wolle. Eckl beantwortete sie kurz angebunden: „Der Start wird nicht diskutiert. Es gibt jetzt genügend Zeit für die Vorbereitung. Und wir wissen nicht, was noch alles kommt, was die Pandemie macht, was Herr Söder beschließt. Zudem wollen wir nicht noch nach Pfingsten spielen, wenn sich viele in den Urlaub verabschieden.“

Die drei Varianten

System Nummer eins ist das altbewährte mit Hin- und Rückrunde plus Relegation. Problem dabei: Es müssten 28 Spieltage (in einer 15er-Liga) oder 26 Spieltage (in einer 14er-Liga) ausgetragen werden. Eckl gesteht in diesem Zuge: „Wir haben Muffe, dass die vierte, fünfte Welle kommt.“ Daher der frühe Saisonstart, daher auch die beiden anderen Modelle, die jeweils nur 22 Spieltage vorsehen.

Alternativ-Modell 1 beinhaltet eine Meisterschaft mit zwei Gruppen. Heißt beispielsweise im Fall einer Liga mit 14 Mannschaften: je sieben Teams. Diese treten in Hin- und Rückspiel gegeneinander an – bis zur Winterpause. Die jeweils vier Erstplatzierten beider Gruppen treffen danach in Hin- und Rückspiel in der Meisterrunde aufeinander. Die jeweils drei Letzten kämpfen in der Abstiegsrunde um den Klassenerhalt.

Alternativ-Modell 2 sieht keine Ligateilung vor, dafür eine einfache Runde, also nur Hinspiele. Nach der Winterpause würde es dann ebenfalls in Meister- und Abstiegsrunde mit Hin- und Rückspiel weitergehen. Aufgeteilt würden die Mannschaften wie bei Alternative eins – acht kämpfen um den Titel, sechs gegen den Abstieg.

Fragen über Mitnahme von Punkten nach der Vorrunde

Fragen warf bei den Alternativmodellen vor allem die Punktemitnahme nach der Vorrunde auf. Auch hierbei gibt es jeweils zwei Varianten. Bei Alternativ-Modell 1 würden ausschließlich die Vorrunden-Punkte mitgenommen, die gegen Mannschaften gesammelt wurden, auf die man auch in der Folgerunde trifft. Beispiel: Gewinnt der Tabellenletzte zum Abschluss der Vorrunde überraschend gegen den Gruppenprimus, ist das zwar ein toller Erfolg, bringt dem siegreichen Team für die folgende Abstiegsrunde aber rein gar nichts. Variante zwei sind die Bonuspunkte, die auch aus dem Zugspitz-Pilotprojekt bekannt sind, das ab Saison 22/23 getestet werden soll. Dabei würde es für die jeweilige Platzierung nach der Vorrunde Punkte geben, mit denen man dann in der Folgerunde startet.

Die Bonuspunkte bilden auch eine Möglichkeit bei Alternativ-Modell 2. Die andere Variante ist hierbei die Mitnahme der gesamten Vorrundenpunkte in die jeweilige Folgerunde.

Beide Alternativ-Modelle beinhalten einige Vor- wie auch Nachteile. Es ist zudem möglich, dass etwa die Kreisligen ein anderes Modell spielen als etwa die Kreisklassen oder A-Klassen. Zwischen gleichwertigen Ligen geht das nicht. Bedeutet: Die Kreisliga 1 kann nicht etwa eine normale Saison spielen und die Kreisliga 3 eines der Alternativ-Modelle.

Wie es weitergeht

Da waren mal wieder die Vereine gefragt. Jedoch stimmten sie diesmal nicht ab, es wurde lediglich vom BFV ihre Meinung eingeholt. Sie konnten nun angeben, ob sie eine der zwei Alternativ-Modelle in der kommenden Saison spielen oder an dem altbewährten System festhalten wollen. Bis zum vergangenen Samstag hatten die Klubs dafür Zeit. Dann will der Spielausschuss über das System entscheiden und die Mannschaften in die jeweiligen Ligen einteilen. Zugspitz-Spielleiter Heinz Eckl verkündete, dass die Ergebnisse diesen Montag oder Dienstag veröffentlicht werden sollen.

(Patrick Hilmes)

Aufrufe: 014.6.2021, 05:59 Uhr
Patrick HilmesAutor

Verlinkte Inhalte