Auch für SVR-Kapitän Daniel Flottmann war der Sieg ein besonderer.
Auch für SVR-Kapitän Daniel Flottmann war der Sieg ein besonderer. – Foto: Joel Beinke

Der Kapitän weiß, wie man den Pokal gewinnt

Westfalenpokal: Beim SV Rödinghausen freut man sich schon aufs Finale, auch wenn man bei der Auslosung kein Glück hat.

Den Kalender gezückt und Samstag, den 21. Mai 2022 markiert. Mit Kringel und Ausrufezeichen. Oder besser noch ausgemalt in Grün-Weiß-Schwarz, den Vereinsfarben des SV Rödinghausen. Der nämlich ist dabei beim Tag der Amateure, im Finale des Westfalenpokals.

"Das wird ein großes Spiel"

„Das wird ein großes Spiel. Für uns als Mannschaft, aber auch für unsere Anhänger und den gesamten Verein“, betont Daniel Flottmann. Der SVR-Kapitän wirkte am Mittwochabend emotional angefasst direkt nach dem 2:1 (2:0)-Sieg gegen RW Ahlen und dem damit perfekt gemachten Einzug ins Pokalendspiel. Schließlich weiß „Flotti“, wie es ist, im Finale zu stehen. Er war schon 2019 dabei, als die Wiehenelf den SC Wiedenbrück mit 2:1 besiegte und erstmals in der Vereinsgeschichte den Westfalenpokal gewann. „Der Endspieltag wird ja bundesweit übertragen, und wir sind ein Teil davon. Darauf können wir stolz sein. Das wird ein Riesen-Event. Wir werden alles raushauen und wollen jetzt natürlich auch die Krönung“, kündigt der 37-jährige SVR-Kapitän schon einmal an.

"Finaltag der Amateure" live in der ARD

Der zweite Wunsch beim Pokalsieger von 2019 geht allerdings nicht in Erfüllung: das Finale findet nicht in Rödinghausen, sondern in Münster statt. Die Auslosung des Austragungsortes fand bereits gestern unter Aufsicht von FLVW-Justitiar Dieter Ostertag in Kaiserau statt, wie Pokalspielleiter Klaus Overwien mitteilte. Beide Finalisten hatten sich beim FLVW um die Austragung beworben – das Los entfiel auf Münster, wo erstmals seit 2009 wieder das Finale um den Krombacher Westfalenpokal über die Bühne geht. Auch die Anstoßzeit (16.40 Uhr) steht bereits fest. Der „Finaltag der Amateure“ mit den Pokalendspielen aller Verbände wird am Samstag, 21. Mai erneut live in der ARD übertragen, so Overwien.

Psychologischer Vorteil ist futsch

Rund ums Häcker Wiehenstadion hatte man sich natürlich ein Heimspiel gewünscht. „Soweit ich weiß, hat Münster noch nie in Rödinghausen gewonnen. Weder in der Meisterschaft noch im Pokal. Wenn sie zu uns müssten, wäre das psychologisch bestimmt nicht von Nachteil für uns“, hatte SVR-Pressesprecher Max Moldehn noch am Mittwochabend gehofft. Jetzt also heißt es stattdessen auf nach Münster, wo die Preußen am Mittwoch den Drittligisten SC Verl entzauberten und vor 2.230 Zuschauern 3:0 gewannen.

Verteidiger Patrick Choroba, der Türöffner

„Das wird ein geiles Spiel für beide Mannschaften“, ergänzt Patrick Choroba. Rödinghausens rechter Verteidiger war am Mittwochabend quasi der Türöffner beim Einzug ins Finale. Sein Treffer zum 1:0 (10.) brachte die Gastgeber früh auf die Siegerstraße. „Das Tor ist mir fast egal, Hauptsache wir stehen im Finale. Wir wissen um den Stellenwert und wollen es jetzt auch gewinnen“, so der gebürtige Gütersloher, der allerdings auf ein Duell mit seinem Ex-Klub SC Verl verzichten muss.

Langeweile ist nicht Flottmanns Ding

Nach dem 2:0 durch Yassin Ibrahim (28.) und einem Elfmeter (Mirko Schuster scheiterte an Ahlens Torhüter Velichkov, 38.) schienen die Gastgeber, die kurzfristig auf Patrick Kurzen und Damjan Marceta verzichten mussten, einem ruhigen Fußballabend entgegenzusteuern. „Das wäre doch langweilig gewesen. Zu einem richtigen Pokalfight bei Regen und Flutlicht gehört ein bisschen Spannung“, hatte Daniel Flottmann nach dem Abpfiff ein Grinsen aufgesetzt. Er und seine Mannschaft hatten es in der zweiten Halbzeit tatsächlich noch einmal spannend werden lassen, als die Ahlener durch Patrik Twardzik auf 1:2 (63.) verkürzten, in der Nachspielzeit samt Torhüter alles nach vorne warfen und einen finalen Freistoß ans Außengestänge des erneut von Leon Tigges gehüteten SVR-Kastens setzten. „Wir haben es irgendwie ins Ziel gebracht“, reduzierte es Trainer Carsten Rump aufs Wesentliche.

Positiver Druck durch Wunsch vom Klub-Mäzen

Der 41-Jährige hatte vor dem Spiel noch einmal ausdrücklich auf den Wunsch von Klub-Mäzen Horst Finkemeier hingewiesen, dem der Pokalwettbewerb und die weiterhin mögliche Qualifikation für den DFB-Pokal besonders am Herzen liegen. Rump: „Damit haben wir uns selbst positiven Druck gemacht. Die Jungs haben sich zerrissen, weil sie wissen, dass Horst Finkemeier hier Besonderes leistet und eine Persönlichkeit ist. Seinen Wunsch, mit dem Einzug ins Finale zu erfüllen, war der Anreiz. Dass wir es bis hierhin geschafft haben, freut mich einfach tierisch für den Verein, den wir jetzt bundesweit präsentieren können.“

Kontrastprogramm in der Liga

Kontrastprogramm bietet zunächst aber die Liga. Am Samstag geht es zu den Sportfreunden Lotte, die nach der 0:1-Niederlage am Mittwoch im Kellerduell gegen den Vorletzten Uerdingen nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt besitzen dürften. Der vom SVR-Fanclub geplante Einsatz eines Busses fällt allerdings aus. Spätestens für den 21. Mai wird man dann aber einen brauchen.

Aufrufe: 07.4.2022, 19:30 Uhr
Andreas GerthAutor